Kiwis sind nicht nur lecker, sondern auch gesund – sie stecken voller Vitamin C und fördern die Verdauung. In deinem Garten bringen sie nicht nur frische Früchte, sondern auch hübsche Ranken, die als Sichtschutz oder Deko dienen. Achte darauf, stabile Rankhilfen zu verwenden, denn ausgewachsene Kiwis können bis zu 100 Kilo wiegen. So steht deiner eigenen Kiwi-Ernte nichts mehr im Weg!

Stell dir vor, du genießt eine saftige, selbst angebaute Kiwi direkt aus deinem Garten – ein Geschmackserlebnis, das mit gekauften Früchten kaum zu vergleichen ist! Während viele glauben, dass diese exotische Frucht nur in fernen Ländern gedeiht, ist es tatsächlich möglich, auch in unseren Breiten erfolgreich Kiwis anzubauen. Mit der richtigen Pflege und ein wenig Geduld kannst du die Freude erleben, deine eigenen süß-sauren Vitaminbomben zu ernten. Dieser Artikel führt dich durch alle wichtigen Schritte, um deinen Kiwi-Traum im eigenen Garten zu verwirklichen.

Kiwis im Garten: Einführung und Vorteile

Geschichte und Herkunft der Kiwifrucht

Die Geschichte der Kiwi ist fast so interessant wie ihr Geschmack. Ursprünglich stammt die Frucht aus dem südöstlichen China, wo sie seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. als „Yang Tao“ bekannt war und angebaut wurde. In die westliche Welt schaffte es die Pflanze zunächst in den 1740er Jahren, fristete aber lange ein Dasein als botanische Kuriosität.

Der wahre Durchbruch kam erst 1904, als eine neuseeländische Lehrerin namens Isabel Fraser Kiwi-Samen von einer China-Reise nach Neuseeland brachte. Dort begann man intensiv mit der Pflanze zu experimentieren und sie zu züchten. Ursprünglich als „Chinesische Stachelbeere“ bezeichnet, erhielt die Frucht 1959 ihren heutigen Namen „Kiwi“ – eine clevere Marketingidee, inspiriert durch den gleichnamigen flugunfähigen Vogel, das Nationalsymbol Neuseelands.

Der erste Export erfolgte 1952 von Neuseeland nach England, und in den 1970er Jahren eroberte die Kiwi durch intensive Werbekampagnen auch Europa. Was in den 1980er Jahren noch als exotische Rarität galt, ist heute in jedem Supermarkt zu finden. Neben Neuseeland und China gehören mittlerweile auch Italien, Frankreich und Griechenland zu den größten Anbaugebieten.

Vorteile des Anbaus von Kiwis im eigenen Garten

Wenn du überlegst, Kiwis im Garten zu pflanzen, wirst du mit zahlreichen Vorteilen belohnt. Allen voran natürlich der unvergleichliche Geschmack frisch geernteter Früchte! Im Vergleich zu gekauften Kiwis, die oft unreif geerntet werden, können selbst angebaute Früchte vollständig am Strauch ausreifen und entwickeln dadurch ein intensiveres Aroma.

Gesundheitlich sind Kiwis wahre Powerpakete: Mit ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt übertreffen sie sogar Zitrusfrüchte. Eine mittelgroße Kiwi deckt bereits deinen Tagesbedarf! Zudem enthalten sie das verdauungsfördernde Enzym Actinidin, das bei regelmäßigem Verzehr Verdauungsprobleme lindern kann. Die reichlich vorhandenen Antioxidantien schützen außerdem vor oxidativem Stress und stärken dein Immunsystem.

Neben dem kulinarischen und gesundheitlichen Nutzen sind Kiwipflanzen auch optisch ein Gewinn für deinen Garten. Mit ihren kräftigen Ranken und dem üppigen Blattwerk eignen sie sich hervorragend als natürlicher Sichtschutz oder zur Begrünung von Pergolen und Zäunen. Und nicht zuletzt: Du tust etwas für die Umwelt, wenn du Kiwis im eigenen Garten anstatt importierte Früchte konsumierst!

Besondere Eigenschaften von Kiwi-Pflanzen

Kiwis im Garten zu pflanzen bedeutet, sich mit einer faszinierenden Pflanze auseinanderzusetzen. Bei den Kiwipflanzen handelt es sich um mehrjährige, verholzende Kletterpflanzen aus der Familie der Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae). Die robusten Ranken können bei guten Bedingungen bis zu 10 Meter Länge erreichen – unterschätze also nicht ihren Platzbedarf und die Notwendigkeit stabiler Rankhilfen!

Ein wichtiges Merkmal: Die meisten Kiwisorten sind zweihäusig, was bedeutet, dass du sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen benötigst, um Früchte zu ernten. Dabei reicht in der Regel eine männliche Pflanze für bis zu acht weibliche. Für Gärten mit begrenztem Platz gibt es mittlerweile aber auch selbstfruchtende Sorten wie ‚Jenny‘ oder ‚Solo‘, die keinen Bestäubungspartner benötigen.

Das Laub der Kiwipflanze ist herzförmig und dunkelgrün – im Frühjahr und Sommer ein echter Blickfang. Im Mai bis Juni erscheinen cremefarben bis weiße Blüten, die einen angenehmen Duft verströmen und auch Bienen anlocken. Die Früchte entwickeln sich dann über den Sommer und werden je nach Sorte und Standort zwischen September und November erntereif. Übrigens: Kiwis reifen nicht gleichzeitig, sondern nach und nach – das verlängert deine Erntezeit und den Genuss der frischen Früchte.

Standortwahl und Bodenbedingungen

Kiwis

Die richtigen Bedingungen sind das A und O für erfolgreichen Kiwi-Anbau. Du kannst dir noch so viel Mühe mit der Pflege geben – ohne passenden Standort und geeignete Bodenqualität werden deine Kiwipflanzen nie ihr volles Potenzial entfalten. Lass uns daher genau hinschauen, was deine Kiwis brauchen, um sich richtig wohlzufühlen.

Idealstandorte für kräftiges Wachstum

Wenn du überlegst, wo du deine Kiwi pflanzen sollst, denk an den natürlichen Lebensraum dieser Kletterpflanze. Ursprünglich aus den gemäßigten Regionen Chinas stammend, liebt die Kiwi einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Besonders gut entwickeln sich die Pflanzen an nach Süden oder Südwesten ausgerichteten Stellen.

Ein optimaler Standort für Kiwi im Garten ist eine warme, geschützte Lage – idealerweise an einer Hauswand oder Mauer, die tagsüber die Sonnenwärme speichert und nachts wieder abgibt. Diese natürliche „Heizung“ verlängert die Wachstumsperiode und fördert die Fruchtreife. Denk aber daran: Trotz ihrer exotischen Herkunft vertragen Hardy-Kiwis (Actinidia arguta) deutlich mehr Kälte als ihre großfrüchtigen Verwandten und können in unseren Breiten problemlos im Freien wachsen.

Achte unbedingt auch auf ausreichenden Windschutz. Kiwipflanzen mit ihren großen Blättern können durch starke Winde beschädigt werden. Ein windgeschützter Standort hilft zudem, Verdunstung zu reduzieren und die wichtigen Bestäuber anzulocken. Deine Kiwi wird es dir mit kräftigem Wuchs und reicher Ernte danken!

Bodenanforderungen und -vorbereitung

Die richtige Kiwi-Erde ist entscheidend für gesundes Wachstum und reiche Erträge. Kiwipflanzen bevorzugen einen humusreichen, lockeren und tiefgründigen Boden mit guter Durchlässigkeit. Der pH-Wert sollte leicht sauer bis neutral sein, idealerweise zwischen 5,0 und 6,5. Mit einem einfachen Bodentest-Kit aus dem Gartenfachhandel kannst du diesen Wert leicht überprüfen.

Vor dem Pflanzen solltest du den Boden gründlich vorbereiten. Lockere dazu die Erde etwa 60 cm tief auf und mische großzügig reifen Kompost oder gut verrotteten Stallmist unter. Bei schweren, lehmigen Böden empfehle ich, zusätzlich groben Sand oder feinen Kies einzuarbeiten, um die Drainage zu verbessern. Ein kleiner Geheimtipp: Rhododendronerde eignet sich hervorragend als Zusatz, da sie den leicht sauren pH-Wert fördert, den Kiwis so schätzen.

Staunässe ist tatsächlich der größte Feind deiner Kiwipflanzen! Die Wurzeln reagieren äußerst empfindlich auf zu viel Feuchtigkeit, was schnell zu Wurzelfäule führen kann. Achte daher besonders bei tonhaltigen Böden auf ausreichende Drainage, indem du eine Drainageschicht aus Kies im Pflanzloch anlegst.

Klima- und Wetterüberlegungen

Kiwis gedeihen am besten in gemäßigten Klimazonen – ähnlich den Weinanbaugebieten. Kein Wunder also, dass der Standort für Kiwi oft mit dem für Weinreben verglichen wird! Während robuste Hardy-Kiwis (Actinidia arguta) Temperaturen bis zu beeindruckenden -25°C aushalten können, sind die großfrüchtigen Sorten (Actinidia deliciosa) empfindlicher und mögen es nicht kälter als -15°C.

Laut Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau haben sich spezielle Sorten wie ‚Weiki‘ und ‚Anna‘ als besonders geeignet für die deutschen Klimabedingungen erwiesen. ‚Weiki‘, eine in Deutschland entwickelte Sorte, ist hochgradig anpassungsfähig an kalte Winter und relativ kurze Wachstumsperioden und verträgt Temperaturen bis zu -25°C. Bei optimalen Bedingungen kann sie bereits nach 3-4 Jahren erste Früchte tragen.

Ein kritischer Moment im Jahreslauf sind die Spätfröste im Frühjahr. Die jungen, saftigen Triebe deiner Kiwipflanzen können bereits bei leichten Minustemperaturen Schaden nehmen. Falls dein Garten in einer frostgefährdeten Region liegt, solltest du entweder zu besonders winterharten Sorten greifen oder Schutzvorkehrungen treffen. Eine einfache Methode ist das Abdecken mit Vlies oder Reisig in kritischen Nächten.

Die optimale Vegetationsperiode für Kiwis beträgt mindestens 180 bis 200 frostfreie Tage. In kühleren Regionen Deutschlands solltest du daher zu früh reifenden Sorten greifen, damit die Früchte vor dem ersten Frost ausreifen können. Im Zweifelsfall lohnt sich ein Blick auf die lokalen Weinanbaugebiete: Wo Wein gedeiht, fühlen sich in der Regel auch Kiwipflanzen wohl!

Kiwi richtig pflanzen und pflegen

Kiwi an der Pflanze

Nach der Auswahl des perfekten Standorts und der Bodenvorbereitung geht es ans Eingemachte: das Pflanzen und die langfristige Pflege deiner Kiwi. Mit den richtigen Techniken und einem durchdachten Pflegeplan kannst du dafür sorgen, dass deine Kiwis im Garten prächtig gedeihen und dich mit einer reichen Ernte belohnen. Dabei sind einige wichtige Details zu beachten, die ich dir nun näherbringen möchte.

Pflanzzeitpunkt und Pflanzabstand

Der Zeitpunkt, zu dem du deine Kiwis im Garten pflanzen möchtest, spielt eine entscheidende Rolle für ihr Anwachsen. Die optimalen Pflanzzeiten sind entweder das Frühjahr nach den letzten Frösten (meist April bis Mai) oder der frühe Herbst (September bis Oktober). Im Frühjahr gepflanzte Kiwis haben den Vorteil, dass sie eine ganze Vegetationsperiode zum Einwurzeln vor sich haben. Bei einer Herbstpflanzung können sich die Wurzeln dagegen noch vor dem Winter etablieren, was im folgenden Frühjahr einen Wachstumsvorsprung bringt.

Unterschätze beim Pflanzen nicht den benötigten Platz! Kiwis sind wahre Wachstumswunder und breiten sich mit den Jahren beachtlich aus. Zwischen einzelnen Pflanzen solltest du mindestens 3-4 Meter Abstand einplanen. Bei selbstfruchtenden Sorten reicht eine Pflanze aus, bei zweihäusigen Sorten benötigst du mindestens eine männliche und eine weibliche Pflanze, wobei ein männliches Exemplar für bis zu acht weibliche Pflanzen ausreicht.

Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Lockere den Boden am Grund des Loches auf und füge eine Schicht aus Kompost hinzu. Setze die Pflanze ein, fülle mit Erde auf und drücke leicht an. Gieße anschließend gründlich ein. Ein Tipp aus der Praxis: Eine leichte Mulchschicht aus Rindenhäcksel schützt vor Austrocknung und hält Unkraut fern.

Bewässerung und Düngung für optimale Erträge

Die richtige Kiwi Pflanze pflegen beginnt mit einer durchdachten Bewässerungsstrategie. Kiwipflanzen haben einen hohen Wasserbedarf, besonders während der Wachstums- und Fruchtbildungsphase. Achte auf eine gleichmäßige Bodenfeuchte – der Boden sollte weder austrocknen noch vernässen. Bei anhaltender Trockenheit empfehle ich dir, ein- bis zweimal wöchentlich gründlich zu wässern, statt täglich kleine Wassermengen zu geben. Dies fördert die Entwicklung eines tieferen Wurzelsystems.

Verwende idealerweise kalkfreies Wasser, am besten Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser. Ein Mulchlayer hilft dabei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und gleichzeitig langsam organisches Material abzugeben. Für vielbeschäftigte Gärtner sind automatische Bewässerungssysteme mit Tropfschläuchen eine praktische Lösung, die eine gleichmäßige Wasserversorgung sicherstellt.

Bei der Pflege der Kiwi Pflanze ist die richtige Düngung ein weiterer Schlüsselfaktor. Im ersten Jahr nach der Pflanzung benötigen Kiwis noch keinen zusätzlichen Dünger, da der bei der Pflanzung zugegebene Kompost ausreichend Nährstoffe liefert. Ab dem zweiten Jahr solltest du im zeitigen Frühjahr (März/April) mit einer organischen Düngung beginnen. Ideal sind ausgereifter Kompost, Hornspäne oder spezieller Beerendünger. Vermeide mineralische Dünger mit hohen Salzgehalten, da Kiwipflanzen darauf empfindlich reagieren können.

Bei Anzeichen von Eisenmangel (gelbliche Blätter mit grünen Adern) hilft die Anwendung von Eisenchelat, besonders wenn dein Boden leicht kalkhaltig ist. Eine zweite, leichtere Düngergabe im Juni unterstützt die Fruchtentwicklung optimal.

Krankheiten und Schädlinge: Vorbeugung und Behandlung

Glücklicherweise sind Kiwipflanzen relativ robust und werden von weniger Schädlingen und Krankheiten heimgesucht als viele andere Obstarten. Dennoch gibt es einige Probleme, auf die du achten solltest, um deine Kiwi Pflanze gesund zu pflegen.

Die häufigste Erkrankung ist die Wurzelfäule, die durch Staunässe begünstigt wird. Sie zeigt sich durch welkes Laub trotz feuchten Bodens und ist meist nur schwer zu behandeln. Die beste Vorbeugung: gute Drainage und maßvolles Gießen. Pilzkrankheiten wie Grauschimmel können besonders in feuchten Jahren auftreten. Sorge für ausreichend Luftzirkulation durch regelmäßigen Schnitt und vermeide das Benetzen der Blätter beim Gießen.

Unter den tierischen Schädlingen können vor allem Blattläuse und Spinnmilben zur Plage werden. Bei ersten Anzeichen kannst du mit einem starken Wasserstrahl viele Schädlinge abspülen. Bei stärkerem Befall helfen biologische Mittel wie Neemöl oder Schmierseifenlösung. Manchmal werden auch Schnecken zur Gefahr, besonders für junge Pflanzen – klassische Schneckenkörner oder Bierfallen können hier Abhilfe schaffen.

Ein weiteres Problem können Vögel sein, die reifende Früchte anpicken. Hier hilft nur ein Schutznetz, das rechtzeitig vor der Reife angebracht wird. Generell gilt: Eine gesunde, gut gepflegte Kiwipflanze hat die besten Abwehrkräfte gegen Krankheiten und Schädlinge. Regelmäßige Kontrollen deiner Pflanzen ermöglichen es dir, Probleme frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern, bevor größere Schäden entstehen.

Erziehung, Schnitt und Ernte von Kiwis

Kiwi Blüte

Der erfolgreiche Anbau von Kiwis im eigenen Garten hängt maßgeblich von der richtigen Unterstützung der rankenden Pflanzen, dem fachmännischen Schnitt und der optimalen Erntestrategie ab. Da Kiwipflanzen von Natur aus kletternde Gewächse sind, benötigen sie eine geeignete Struktur, an der sie sich emporranken können. Mit dem passenden Erziehungssystem und regelmäßigem Schnitt maximierst du nicht nur den Ertrag, sondern erleichterst dir auch die Pflege und Ernte erheblich.

Erziehungsformen und Rankhilfen

Die Kiwi ist eine stark rankende Pflanze, die ohne geeignete Unterstützung buchstäblich aus dem Ruder laufen würde. Eine robuste Rankhilfe für Kiwis ist daher unerlässlich. Je nach verfügbarem Platz und persönlichen Vorlieben kannst du zwischen verschiedenen Systemen wählen.

Eine der effektivsten Methoden ist das klassische Spaliergerüst. Hierbei werden kräftige Drähte in horizontalen Reihen mit einem Abstand von etwa 40-50 cm gespannt. Die Konstruktion sollte mindestens 2 Meter hoch sein und aus stabilen Pfosten bestehen, die das beträchtliche Gewicht der ausgewachsenen Pflanze tragen können. Der Haupttrieb wird senkrecht aufgeleitet, während die fruchtragenden Seitentriebe horizontal an den Drähten befestigt werden. Diese Methode bietet eine optimale Belichtung und vereinfacht die Ernte erheblich.

Besonders beliebt bei Hobbygärtnern ist auch die Pergola-Form. Ein Kiwi-Gerüst in Pergola-Form eignet sich hervorragend für Terrassen oder Sitzplätze, wo die Pflanzen nicht nur Früchte liefern, sondern auch als natürlicher Sonnenschutz dienen. Die fruchtragenden Ranken hängen dabei von oben herab, was nicht nur optisch ansprechend ist, sondern auch die Ernte erleichtert. Die Pergola muss allerdings besonders stabil gebaut sein, da das Gewicht einer voll entwickelten Kiwipflanze mit Früchten beträchtlich sein kann.

Für kleinere Gärten eignet sich eine Wandrankhilfe besonders gut. Hier werden Drähte oder spezielle Rankgitter direkt an einer sonnigen Wand befestigt. Die Kiwi rankend an der Hauswand bietet mehrere Vorteile: Die Wand speichert Wärme, was das Wachstum fördert, und die Konstruktion ist besonders platzsparend. Wichtig ist hierbei, einen Abstand von etwa 15-20 cm zwischen Wand und Rankhilfe zu lassen, damit eine gute Luftzirkulation gewährleistet ist.

Regelmäßiger Schnitt für gesunde Pflanzen

Ein sachgemäßer Schnitt ist für die Gesundheit und Produktivität deiner Kiwipflanzen unerlässlich. Anders als bei vielen anderen Obstarten erfolgt der Hauptschnitt bei Kiwis nicht im Winter oder Frühjahr, sondern idealerweise im Spätsommer nach der Ernte. Der Grund: Kiwipflanzen „bluten“ stark, wenn sie im Frühjahr geschnitten werden, was zu Energieverlust und erhöhter Anfälligkeit für Krankheiten führen kann.

In den ersten zwei Jahren nach der Pflanzung konzentriert sich der Schnitt hauptsächlich auf den Aufbau einer stabilen Grundstruktur. Wähle einen kräftigen Haupttrieb, der vertikal an deinem Kiwi-Gerüst hochgezogen wird. Sobald dieser die gewünschte Höhe erreicht hat, wird er entspitzt, um die Bildung von Seitentrieben zu fördern. Diese werden dann horizontal entlang der Drähte oder des Rankgitters geleitet.

Ab dem dritten Jahr solltest du einen regelmäßigen Erhaltungsschnitt durchführen. Dieser besteht im Wesentlichen aus drei Schritten:

  1. Entferne alle abgestorbenen, kranken oder sich kreuzenden Triebe
  2. Kürze die fruchtragenden Seitentriebe auf etwa 8-12 Knospen zurück
  3. Lichte das Innere der Pflanze aus, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten

Ein wichtiger Tipp: Kiwipflanzen tragen ihre Früchte am einjährigen Holz, also an den Trieben, die im Vorjahr gewachsen sind. Achte daher darauf, nicht alle jungen Triebe zu entfernen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen älteren fruchtragenden und jüngeren, nachwachsenden Trieben ist ideal für kontinuierliche Erträge.

Erntetipps und Lagerung der Früchte

Der richtige Erntezeitpunkt für Kiwis ist nicht immer leicht zu bestimmen, da die Früchte in der Regel geerntet werden, bevor sie vollständig ausgereift sind. Als Faustregel gilt: Kiwis sind erntereif, wenn die Samen im Inneren dunkel gefärbt sind und die Früchte ihre artspezifische Größe erreicht haben. Bei den meisten Sorten liegt der Erntezeitraum zwischen September und November, je nach Sorte und Witterungsbedingungen.

Um zu prüfen, ob deine Kiwis erntereif sind, kannst du eine Frucht aufschneiden und die Samen betrachten. Sind diese schwarz, ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Die Früchte sollten noch fest sein, aber bei leichtem Druck minimal nachgeben. Pflücke die Kiwis vorsichtig, indem du sie leicht drehst und vom Stiel löst – ein scharfes Messer kann dabei helfen, Beschädigungen zu vermeiden.

Die geernteten Früchte sind zunächst noch hart und sauer. Sie müssen nachreifen, um ihren vollen Geschmack zu entwickeln. Lege sie dafür bei Zimmertemperatur aus, idealerweise neben Äpfeln oder Bananen, die Ethylen abgeben und den Reifeprozess beschleunigen. Nach etwa einer Woche sollten die Kiwis genussreif sein.

Für die Langzeitlagerung eignen sich ungereifte Kiwis am besten. Sie können bei kühlen Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit bis zu sechs Monate gelagert werden. Ein idealer Ort ist das Gemüsefach im Kühlschrank oder ein kühler, feuchter Keller. Überprüfe die gelagerten Früchte regelmäßig und entferne weiche oder beschädigte Exemplare, um Fäulnis vorzubeugen.

Ein besonderer Tipp für Kiwi-Liebhaber: Du kannst überschüssige Früchte auch in Scheiben schneiden und trocknen oder einfrieren. Gefrorene Kiwischeiben sind eine erfrischende Zutat für Smoothies und behalten einen Großteil ihrer wertvollen Inhaltsstoffe.

Besondere Kiwisorten und Überwinterung

Kiwis

Wer sich einmal mit dem Kiwi-Fieber infiziert hat, möchte bald mehr über die verschiedenen Sorten erfahren, die für unsere Gärten geeignet sind. Tatsächlich gibt es eine beachtliche Vielfalt an Kiwipflanzen, die sich in Geschmack, Größe, Winterhärte und Anbauanforderungen unterscheiden. Lass uns eintauchen in die Welt der Kiwisorten und lernen, wie wir sie sicher durch den Winter bringen und erfolgreich vermehren können.

Beliebte Kiwisorten für den Hausgarten

Die Auswahl der richtigen Sorte ist entscheidend für deinen Erfolg beim Kiwi-Anbau. Besonders wichtig ist dabei die Frage nach der Winterhärte – schließlich möchtest du nicht jedes Jahr wieder von vorne beginnen müssen. Kiwipflanzen winterhart zu wählen bedeutet, dass sie auch tiefere Temperaturen ohne größere Schäden überstehen können.

Die bekannteste Kiwisorte ist zweifellos die großfrüchtige ‚Hayward‘, die du aus dem Supermarkt kennst. Sie trägt große, ovale Früchte mit haarigem, braunem Äußeren und saftig-grünem Fruchtfleisch. Allerdings ist diese Sorte nur bedingt winterhart (bis etwa -15°C) und benötigt einen geschützten Standort. Außerdem ist sie zweihäusig, was bedeutet, dass du sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen brauchst.

Für unser Klima besonders empfehlenswert sind die sogenannten Hardy-Kiwis (Actinidia arguta). Diese Sorten sind deutlich winterhärter und vertragen Temperaturen bis zu -30°C ohne Probleme. Ihre Früchte sind zwar kleiner als die klassischen Kiwis, dafür aber glattschalig und können mit Schale gegessen werden. Für deutsche Klimazonen haben sich besonders die Sorten ‚Weiki‘ und ‚Anna‘ (Ananasnaya) bewährt. Diese Sorten vertragen Temperaturen bis zu -25°C und sind damit ideal für den Anbau in Deutschland. ‚Weiki‘ wurde speziell in Deutschland entwickelt und ist hochgradig anpassungsfähig an kalte Winter und relativ kurze Wachstumsperioden.

Wenn du nur begrenzt Platz hast oder die Anpflanzung vereinfachen möchtest, solltest du eine Kiwi Pflanze selbstfruchtend winterhart kaufen. Die Sorte ‚Jenny‘ (Actinidia deliciosa) ist hier der Klassiker. Sie benötigt keinen separaten Bestäuber, trägt mittelgroße Früchte und ist bis etwa -15°C winterhart. Eine weitere empfehlenswerte selbstfruchtende Sorte ist ‚Solo‘, die etwas kleinere, aber sehr aromatische Früchte trägt.

Für experimentierfreudige Gärtner gibt es noch die Mini-Kiwi (Actinidia kolomikta), die nicht nur essbare, aromatische Früchte hervorbringt, sondern auch mit dekorativem, weiß-rosa panaschiertem Laub punktet. Die Sorte ‚Arctic Beauty‘ ist hier besonders zu empfehlen und extrem winterhart bis -40°C.

Vorbereitung und Schutz in der kalten Jahreszeit

Auch wenn du winterharte Sorten gewählt hast, ist es wichtig, deine Kiwi Pflanze überwintern zu lassen. Besonders in den ersten Jahren nach der Pflanzung benötigen sie zusätzlichen Schutz vor Frost und kalten Winden. Mit den richtigen Vorbereitungen kannst du deine Pflanzen sicher durch die kalte Jahreszeit bringen.

Beginne im Spätherbst mit einer gründlichen Mulchschicht rund um den Stammfuß. Eine 10-15 cm dicke Schicht aus Rindenmulch, Laub oder Kompost schützt die Wurzeln vor Frost und extremen Temperaturschwankungen. Achte darauf, dass der Mulch nicht direkt am Stamm anliegt, um Fäulnis zu vermeiden.

Für junge Pflanzen oder in Regionen mit besonders harten Wintern empfehle ich dir, den Stamm mit Kokosfasermatten oder Schilfmatten zu umwickeln. Diese bieten zusätzlichen Schutz und können im Frühjahr einfach wieder entfernt werden. Die oberirdischen Teile der Pflanze können zusätzlich mit Vlies umhüllt werden, wenn starke Fröste drohen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Überwintern ist die Bewässerung. Es mag kontraintuitiv erscheinen, aber auch im Winter benötigen Kiwipflanzen gelegentlich Wasser. Gieße an frostfreien Tagen, besonders wenn längere Trockenperioden herrschen. Gut gewässerte Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen Frostschäden als ausgetrocknete.

Bei Kübelpflanzen ist der Winterschutz besonders wichtig, da die Wurzeln im Topf stärker von Kälte betroffen sind als im Freiland. Stelle Kübel an eine geschützte Stelle und umwickle den Topf mit Luftpolsterfolie oder Jutesäcken. Alternativ kannst du den Topf auch in eine mit Laub gefüllte Kiste stellen oder ihn in die Erde einsenken.

Vermehrungstechniken: Stecklinge und Aussaat

Die Vermehrung deiner Kiwipflanzen kann ein lohnendes Projekt sein – sei es, um weitere Exemplare für deinen Garten zu gewinnen oder um Freunde mit Jungpflanzen zu beschenken. Dabei stehen dir verschiedene Methoden zur Verfügung, wobei die Vermehrung durch Stecklinge die zuverlässigste und schnellste ist.

Für die Stecklingsvermehrung wählst du am besten einen Zeitpunkt im Frühsommer (Juni/Juli). Schneide etwa 15 cm lange Triebe mit verholzter Rinde ab, entferne die unteren Blätter und lasse nur 1-2 Blätter an der Spitze stehen. Tauche das untere Ende in Bewurzelungspulver und stecke den Steckling in ein lockeres, feuchtes Substrat aus Sand und Perlit. An einem schattigen, warmen Platz mit hoher Luftfeuchtigkeit (z.B. unter einer Folie) werden die Stecklinge innerhalb von 4-8 Wochen Wurzeln bilden.

Eine weitere effektive Methode ist die Vermehrung durch Absenker. Hierbei wird ein bodennaher, flexibler Trieb vorsichtig zum Boden gebogen. Im Kontaktbereich mit dem Boden schneidest du die Rinde leicht ein, bedeckst diese Stelle mit Erde und fixierst den Trieb dort. Bei regelmäßiger Bewässerung bilden sich an dieser Stelle nach 2-3 Monaten Wurzeln, und der neue Ableger kann von der Mutterpflanze getrennt werden.

Die Vermehrung durch Aussaat ist zwar möglich, aber zeitaufwändig und mit unsicheren Ergebnissen verbunden. Wenn du es dennoch versuchen möchtest, gewinne Samen aus vollreifen Früchten, reinige sie gründlich vom Fruchtfleisch und lasse sie trocknen. Säe sie dann auf nährstoffarmes Substrat, ohne sie zu bedecken, da es sich um Lichtkeimer handelt. Bei 20-25°C und hoher Luftfeuchtigkeit keimen die Samen nach 1-3 Wochen. Beachte jedoch, dass aus Samen gezogene Pflanzen erst nach 5-7 Jahren Früchte tragen und nicht sortenrein sind.

Ein wichtiger Hinweis: Wenn du einen bestimmten Sortencharakter erhalten möchtest, ist die vegetative Vermehrung durch Stecklinge oder Absenker immer vorzuziehen. Nur so erhältst du Pflanzen mit identischen Eigenschaften wie die Mutterpflanze – besonders wichtig bei selbstfruchtenden Sorten oder wenn du eine besonders schmackhafte Variante vermehren möchtest.