Dein Kartoffel Guide – Kartoffelsorten im Überblick

Verschiedene Kartoffelsorten mit bunten Schalen auf dunklem Untergrund.

Kartoffeln gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten im heimischen Garten. Kein Wunder: Sie sind vergleichsweise pflegeleicht, liefern hohe Erträge und schmecken frisch geerntet einfach unvergleichlich gut. Doch bevor du deine Pflanzkartoffeln in die Erde legst, stehst du vor einer wichtigen Entscheidung: Welche Sorte passt zu deinem Garten und deinen kulinarischen Vorlieben?

In diesem ausführlichen Ratgeber erfährst du:

  • Welche Unterschiede es zwischen Früh-, Mittel- und Spätkartoffeln gibt
  • Welche Sorten sich für den Hausgarten besonders eignen
  • Was „festkochend“, „vorwiegend festkochend“ und „mehlig“ bedeutet
  • Welche Sorte du wofür in der Küche am besten verwendest
  • Wie du deine Auswahl sinnvoll kombinierst

Warum die Sortenwahl entscheidend ist

Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel. Unterschiedliche Sorten unterscheiden sich in:

  • Reifezeit
  • Geschmack
  • Konsistenz
  • Lagerfähigkeit
  • Krankheitsanfälligkeit
  • Ertrag

Wenn du clever auswählst, kannst du von Juni bis in den Winter hinein ernten, denn es gibt viele Sorten. Für jedes Gericht gibt es die passende Knolle. Bei der Auswahl der Pflanzkartoffeln solltest du auf die Anfälligkeit der Sorten für Krankheiten achten. Möchtest du auch im Winter von deiner Ernte profitieren, sind Sorten mit hoher Lagerfähigkeit wichtig. Du merkst schon, ganz einfach ist es nicht, die richtigen Sorten zu wählen. Vorteilhaft ist es immer, wenn du dich für verschiedene Sorten entscheidest, um möglichst lange in den Genuss der schmackhaften Knollen zu kommen.

Die Sorten lassen sich grundsätzlich nach zwei Hauptkriterien einteilen:

  1. Reifezeit (Früh-, Mittel-, Spätkartoffeln)
  2. Kochtyp (festkochend, vorwiegend festkochend, mehlig)

Beide Kategorien solltest du bei deiner Entscheidung berücksichtigen.

Die Erntezeitpunkt: Früh-, Mittel- und Spätkartoffeln

Die Reifezeit bestimmt, wann du ernten kannst – und wie gut sich die Kartoffeln lagern lassen.

Frühkartoffeln – die ersten im Jahr

Frühkartoffeln sind die schnellsten unter den Knollen. Die frühreifen Sorten brauchen etwa90–110 Tage bis zur Ernte. Bereits im Juni kannst du die ersten Kartoffeln ernten. Sie sind ideal zum gleich Essen. Du kannst also ab Juni die ersten eigenen Kartoffeln in der Küche verarbeiten.

Eigenschaften

  • dünne, zarte Schale,
  • besonders aromatisch,
  • nicht lange lagerfähig.

Frühkartoffeln eignen sich hervorragend für frische Sommergerichte. Ihre Schale ist so dünn, dass du sie oft nicht einmal schälen musst.

Beliebte Frühkartoffel-Sorten

  • Annabelle – festkochend, sehr feiner Geschmack
  • Sieglinde – festkochend, klassische Frühkartoffel
  • Glorietta – festkochend, sehr aromatisch
  • Solist – sehr frühe Sorte, vorwiegend festkochend
  • Christa – vorwiegend festkochend, robust

Für wen eignen sich Frühkartoffeln?

Wenn du möglichst früh eigene Kartoffeln genießen willst und keine lange Lagerung planst, sind Frühkartoffeln ideal für dich. Die Speisekartoffeln können vom Beet gleich in den Topf wandern. Dank der dünnen Schale brauchst du die nicht einmal schälen.

Mittelfrühe Kartoffeln – der Allrounder

Mittelfrühe Sorten benötigen etwa 110–130 Tage bis zur Ernte.

Eigenschaften

  • Ernte ab Juli/August
  • Gute Balance zwischen Geschmack und Lagerfähigkeit
  • Häufig robuste Pflanzen
  • Vielseitig verwendbar

Diese Gruppe ist besonders beliebt im Hausgarten, weil sie sowohl frisch verzehrt als auch einige Monate gelagert werden kann.

Beliebte mittelfrühe Sorten

  • Belana – festkochend, sehr ertragreich
  • Laura – vorwiegend festkochend, rote Schale
  • Agria – vorwiegend festkochend bis mehlig
  • Marabel – vorwiegend festkochend, sehr aromatisch
  • Gala – festkochend, feine Textur

Für wen eignen sich mittelfrühe Sorten?

Wenn du einen guten Kompromiss zwischen früher Ernte und Lagerfähigkeit suchst, sind mittelfrühe Sorten perfekt.

Spätkartoffeln – für den Wintervorrat

Spätkartoffeln brauchen 130–160 Tage bis zur Reife.

Eigenschaften

  • Ernte im September/Oktober
  • Dickere Schale
  • Sehr gut lagerfähig
  • Ideal für Wintervorrat

Diese Sorten eignen sich hervorragend, wenn du deine Ernte über Monate hinweg lagern möchtest.

Beliebte Spätsorten

  • Linda – festkochend, sehr aromatisch
  • Bintje – mehlig, Klassiker für Püree
  • Granola – vorwiegend festkochend
  • Ditta – festkochend, robust
  • Vitelotte – mehlig, violettes Fleisch

Für wen eignen sich Spätkartoffeln?

Wenn du einen Vorrat für Herbst und Winter anlegen möchtest, solltest du unbedingt eine oder mehrere Spätsorten anbauen.

Der Kochtyp: Welche Kartoffel für welches Gericht?

Ofenkartoffeln mit Rosmarin in einer gusseisernen Pfanne.
Knusprig gebackene Kartoffeln aus eigener Ernte bringen natürlichen Geschmack und Genuss auf den Tisch.

Neben dem Reifezeitpunkt ist der Kochtyp entscheidend für die Verwendung in der Küche. Kartoffeln unterscheiden sich im Stärkegehalt. Dieser bestimmt die Konsistenz nach dem Kochen.

Festkochende Kartoffeln

Eher festkochende Kartoffeln haben sehr viel weniger Stärke als mehligkochende Kartoffeln. Die Kartoffelstärke liegt gerade mal bei 10 bis 14 %. Die Knollen bleiben beim Kochen fest und verfügen über eine feinkörnige Struktur. Die Schnittflächen sind glatt. Sie sind schnittfester. Der Geschmack ist je nach Sorte mild bis kräftig.

Geeignet für:

  • Kartoffelsalat
  • Bratkartoffeln
  • Pell- oder Salzkartoffel
  • Gratins
  • Ofenkartoffeln

Zu den beliebten festkochenden Sorten gehören Annabelle, Sieglinde, Belana, Linda und Ditta. Wenn du gerne Salate oder Bratkartoffeln machst, solltest du auf festkochende Sorten setzen.

Vorwiegend festkochende Kartoffeln

Diese Sorten sind die Allrounder in der Küche. Die vorwiegend festkochenden Kartoffeln verfügen über einen mittleren Stärkegehalt mit 12 bis 14 %. Die cremige Konsistenz macht sie zur passenden Kartoffel für viele Gerichte. Sie sind weder zu fest noch zu mehlig. Deshalb sind sie vielseitig verwendbar. Beim Kochen behalten sie weitgehend ihre Form. Im Geschmack sind sie relativ mild.

Geeignet für:

  • Salzkartoffeln
  • Aufläufe
  • Bratkartoffeln
  • Pommes
  • Ofengerichte

Beliebte Sorten sind Laura, Marabel, Agria, Granola und Gala. Wenn du dich nicht festlegen möchtest, sind vorwiegend festkochende Sorten eine sichere Wahl, denn du kannst sie vielseitig verwenden.

Mehligkochende Kartoffeln

Kartoffeln, die mehligkochend sind, zeichnen sich durch einen hohen Stärkehalt aus, was vor allem Pürrees zugute kommt. Der Stärkegehalt liegt bei über 16 %. Deshalb werde sie auch als Stärkekartoffeln bezeichnet. Sie zerfallen beim Kochen sehr leicht und sind in der Konsistenz trocken und locker. Sie sind oft sehr aromatisch und haben einen würzigen Geschmack.

Geeignet für:

  • Kartoffelpüree
  • Klöße
  • Suppen
  • Gnocchi
  • Kartoffelbrot

Zu den beliebtesten mehligen Sorten gehörenBintje, Adretta, Vitelotte und Aula. Wenn du cremiges Püree oder luftige Klöße liebst, brauchst du mehlige Sorten.

Übersichtstabelle: Reifezeit und Kochtyp kombinieren

Sorte Reifezeit Kochtyp Verwendung
Annabelle früh festkochend Salat, Bratkartoffeln
Sieglinde früh festkochend Pellkartoffeln
Belana mittelfrüh festkochend Salat, Ofen
Laura mittelfrüh vorwiegend festkochend Allrounder
Agria mittelfrüh vorwiegend festkochend Pommes, Ofen
Linda spät festkochend Salat, Lagerkartoffel
Bintje spät mehlig Püree, Klöße
Vitelotte spät mehlig Püree, besondere Gerichte

Welche Sorten solltest du kombinieren?

Für einen optimalen Hausgarten empfiehlt sich eine Mischung aus:

  • 1 Frühkartoffel
  • 1 mittelfrühen Sorte
  • 1 lagerfähigen Spätsorte

Zum Beispiel:

  • Annabelle (früh, festkochend)
  • Laura (mittelfrüh, vorwiegend festkochend)
  • Bintje (spät, mehlig)

So bist du kulinarisch flexibel und kannst über viele Monate ernten.

Besondere Sorten für den Hausgarten

Wenn du etwas Außergewöhnliches möchtest, kannst du auch besondere Züchtungen ausprobieren:

  • Violette Sorten wie Vitelotte
  • Rotschalige Sorten wie Laura
  • Alte Sorten mit intensivem Aroma wie das Bamberger Hörnchen oder La Ratte

Diese sind oft geschmacklich besonders interessant und sorgen für Abwechslung auf dem Teller.

Worauf du beim Kauf von Pflanzkartoffeln achten solltest

Vorgekeimte Saatkartoffeln auf Gartenerde mit Pflanzwerkzeug und Handschuhen.
Vorgekeimte Kartoffeln legen den Grundstein für eine reiche und nachhaltige Ernte im eigenen Beet.

Wenn du Saatkartoffeln für den eigenen Garten kaufst, solltest du auf zertifiziertes Pflanzgut achten. Je nach Sorte haben die Kartoffeln unterschiedliche Krankheitsresistenzen. Wähle robuste Sorten passend zu deinem Standort. Und verwende keine Speisekartoffeln aus dem Supermarkt. Kartoffeln aus dem Supermarkt sind oft mit Keimhemmern behandelt. Das verhindert oder beeinträchtigt das Austreiben. Außerdem tragen sie häufig Krankheitserreger wie Viren und Pilze in sich.

Die richtige Mischung macht den Unterschied

Die Wahl der richtigen Pflanzkartoffel-Sorten entscheidet über Erntezeit, Geschmack und Lagerfähigkeit.

Wenn du deinen Garten optimal nutzen möchtest, solltest du:

  • Früh-, Mittel- und Spätsorten kombinieren,
  • unterschiedliche Kochtypen anbauen,
  • deine Lieblingsgerichte berücksichtigen,
  • auf robuste und bewährte Sorten setzen.

Mit der richtigen Auswahl kannst du von Juni bis ins Frühjahr hinein deine eigenen Kartoffeln genießen – frisch, aromatisch und genau passend für jedes Gericht. Mit etwas Pflege und zertifizierten Pflanzkartoffeln wird die Kartoffelernte sicher sehr gut ausfallen.

Kartoffeln sind vielseitig, unkompliziert und unglaublich lohnend im Anbau. Jetzt liegt es an dir, die passenden Sorten für deinen Garten auszuwählen und loszulegen.