Dein Garten im Februar – die wichtigsten Aufgaben auf einen Blick

Frost und Schnee im Garten

Dein Garten im Februar – die wichtigsten Aufgaben auf einen Blick

Während der Januar ganz im Zeichen von Kontrolle, Schutz und Planung stand, hat der Februar oftmals schon Momente, in denen man das Gefühl hat, dass mehr geht. Die Tage werden länger, die Sonne steht höher, die Temperaturen steigen und an milden Tagen juckt es sicherlich auch dich schon in den Fingern. Trotzdem gilt: Der Februar ist kein Startschuss für Aktionismus, sondern für kluge, gut getimte Handgriffe.

Wetter & Timing – der richtige Moment

Im Februar kann alles passieren: von knackigem Frost und Schneefall über Wind, Regen und Sturm bis hin zu milden Tagen. Aus diesem Grund funktionieren viele Arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Nicht „wann hab ich Zeit?“, sondern „wann passt das Wetter?“.

Als grobe Richtlinie für die To-dos im Februar kannst du dich an folgendem orientieren:

  1. Schneiden und Pflanzen nur an frostfreien und eher an trockenen Tagen.
  2. Bodenarbeit nur, wenn der Boden nicht mehr gefroren und nicht klatschnass ist.
  3. Winterschutz noch dort belassen, wo er möglicherweise noch gebraucht wird. Wenn es mild bleibt, kannst du ihn schrittweise lockern.

Ziergarten – aufräumen mit Augenmaß

Im Zierbeet ist der Februar ein guter Moment für kleine Korrekturen, auf keinen Fall aber für Kahlschlag. Kontrolliere immer wieder deine Pflanzen, was matschig, krank oder umgekippt ist, darf weg. Samenstände und Stängel, die noch stabil stehen, kannst du so belassen – das sieht nicht nur hübsch aus, es ist auch für Insekten nützlich.

Ziergräser, die über den Winter stehen bleiben durften, werden gegen Ende Februar langsam zurückgeschnitten. Und zwar, bevor die frischen Halme so richtig loslegen. Wenn du zu spät schneidest, könntest du sonst die neuen Triebe mit kappen. Ein Rückschnitt bietet der Pflanze zudem Licht und Luft für den Neuaustrieb.

Wenn du in deinen Beeten schwere Erde hast, vermeide es, hineinzusteigen, wenn der Boden nass ist. Der Grund: Dadurch kannst du die Bodenstruktur zerstören. Im Frühling hast du dann damit zu tun, diese wieder locker zu bekommen.

Sträucher, Hecken und Formgehölze – jetzt die Schnitt-Chance nutzen

Nutze jetzt im Februar die letzte Chance auf einen Rückschnitt, denn ab März wird es heikel, weil dann die Brutzeit beginnt. Auch der Naturschutz hat ein Wörtchen mitzureden: In Deutschland sind nämlich vom 1. März bis zum 30. September starke Rückschnitte an Hecken und Gehölzen verboten – Pflege- und Formschnitte sind dagegen erlaubt. Nutze also die letzten Tage im Februar, um noch einmal zur Heckenschere zu greifen.

Rosen und Kübel – hier steht Kontrolle an

Der Rosenschnitt ist im Februar meist noch zu früh. Stattdessen solltest du ab und an ein Auge auf deine Rosenstöcke werfen:

  • Prüfe den Winterschutz (wenn nötig) und stabilisiere diesen, wenn Wind und Wetter ihn gelockert haben.
  • Schwarze, abgestorbene und eindeutig kranke Triebe kannst du komplett entfernen.
  • Deine Pflanzkübel solltest du bereits zu Winterbeginn gegen Bodenkälte und Wind isoliert haben. Diese Isolation bleibt weiterhin bestehen, denn es kann ja schließlich immer noch knackig kalt werden.

Vergiss bitte deine immergrünen Kübel- und Gartenpflanzen nicht. Denn sie sind auch im Winter durstig und können bei längeren Frostperioden verdursten. Daher vorsichtig gießen, wenn das Thermometer über den Gefrierpunkt steigt.

Obstgarten – schneiden, bevor es zu spät ist

Der Februar ist die klassische Zeit, um Obstbäume zurückzuschneiden. Vorausgesetzt, es ist frostfrei. Das Ziel eines Schnitts: Licht und Luft in die Krone bringen, kranke und ungünstig wachsende Triebe entfernen und die Form so halten, dass der Baum gut tragen kann. Einen Rückschnitt kannst du natürlich auch bereits an frostfreien Tagen im Januar durchführen. Eine übersichtliche Tabelle nach Baumart findest du in unserem Januar-Artikel.

Zusätzlich passend für den Februar:

  • Jetzt werden Brombeeren geschnitten. Dazu werden alte und abgetragene Ruten komplett abgeschnitten. Triebe aus dem Vorjahr bleiben dagegen als Ertragsgrundlage stehen.
  • Hast Du Wein im Garten, werden jetzt auch die Reben geschnitten. Hier ebenfalls abwarten, bis kein Frost mehr herrscht.

Gemüsegarten und Hochbeete – Vorbereitung ist das A und O

Wenn du deine Gemüsebeete bereits mit Laub, Stroh oder Mulch abgedeckt hast, solltest du im Februar einen kurzen Check durchführen. An milden Tagen ziehst du die Schicht etwas auseinander. Das Ziel: Damit nichts schimmelt und der Boden nicht muffig wird, soll ausreichend Luftzirkulation vorhanden sein. Ist die Abdeckung noch locker, musst du nichts tun. Sie erfüllt weiterhin ihren Zweck und schützt den Boden vor Wind und Starkregen.

Das Frühbeet braucht im Februar in Sachen Sauberkeit und Belüftung deine Aufmerksamkeit. So gehst du vor:

  1. Reinige Scheiben und Deckel, damit ausreichend Licht hineinkommt.
  2. Überprüfe Scharniere und Aufsteller, lassen sich diese öffnen und bleiben sie auch offen?
  3. Fege einmal gründlich durch und entferne alte Pflanzenreste.
  4. Möchtest du die Erde im Frühbeet schneller erwärmen, solltest du die obere Schicht leicht lockern und eine dünne Lage reifen Kompost einarbeiten. Dar bringt Nährstoffe und hilft der Erde, sich zu aktivieren.
  5. Lüfte an sonnigen Tagen, damit sich keine Tropfnässe staut.

Beim Hochbeet gilt: Wenn es über den Winter stark zusammengesackt ist, füllst du oben Material nach. Am besten so, dass die oberste Schicht wieder aus guter Pflanzenerde mit reifem Kompost besteht. Dann hast du im März nicht das Problem, dass du plötzlich zu wenig Höhe oder zu wenig gute Erde für die Aussaat und die Pflanzung hast.

Zwar kriechen im Februar noch keine Schnecken durch den Gemüsegarten – damit das auch in der Saison so bleibt, kannst du die Abwehr jetzt in Ruhe vorbereiten.

  • Lege Schneckenzäune und Schutzringe bereit und prüfe, ob alles vollständig und funktionsfähig ist.
  • Kontrolliere die Hochbeet-Kanten. Gibt es Spalten oder Holzleisten, unter denen sich später Schnecken verstecken könnten?

Noch ein Tipp: Ein kurzer Blick auf deinen Kompost lohnt sich. Wenn er nass und zusammengesackt ist, kannst du ihn umsetzen bzw. lockern, das bringt wieder Luft rein und hilft der Rotte.

Aussaat und Voranzucht im Februar – ein grober Überblick

Die Saison steht langsam in den Startlöchern. Im Februar kannst du bereits ein paar Kulturen drinnen aussäen, ohne deine ganze Wohnung in ein Gewächshaus zu verwandeln. Ganz besonders sinnvoll ist das bei Kulturen, die recht lange brauchen. Dazu gehören

  • Paprika, Chili und Auberginen (brauchen entsprechenden Vorlauf)
  • Lauch und Sellerie
  • Frühe Kohlarten oder Salat im geschützten Anbau (je nach Platz und Licht)

Diese Gemüsesorten kannst du natürlich auch schon im Frühbeet oder in einem geschützten Kalthaus aussäen.

Wenn der Boden frostfrei ist und das Wetter mitspielt, dann ist es auch möglich, Spinat, Feldsalat, Rettich und Knoblauch direkt ins Gartenbeet zu geben.

Ein kurzer Blick auf die Kräuter: Drinnen sind etwa Basilikum und Zitronenmelisse möglich, draußen (wenn es mild ist) robuste Kandidaten wie Petersilie oder Schnittlauch.

Eine umfangreiche Übersicht findest du in unserem Gartenblog als eigenständigen Beitrag „Aussaat im Februar“.

Rasen, Wege und Technik – kleine Reparaturen, großer Effekt

Der Rasen ist weiterhin im Ruhemodus. Dabei ist jetzt wichtig, Schäden zu vermeiden. Ist der Rasen gefroren, wird er nicht betreten, um Bruchstellen und in der Folge kahle Stellen zu vermeiden. Sobald es nicht mehr friert, werden Laub- und Astreste entfernt.

Wege, Kanten und Beeteinfassungen kannst du jetzt im Februar gut kontrollieren. Sind wackelige Platten oder lose Kanten vorhanden, hast du Zeit, um diese zu reparieren.

Tiere im Garten – Hilfe, wo sie benötigt wird

Wenn du Vögel fütterst: Hygiene ist und bleibt der wichtigste Punkt, damit die kleinen Piepmätze gesund durch den Winter kommen. Außerdem lohnt sich ein Blick in Nistkästen: An frostfreien Tagen kannst du mit der Reinige beginnen, bevor im Frühling die ersten Vogelfamilien einziehen.

Und ein schöner Februar-Punkt, den viele gar nicht auf dem Schirm haben: Hummelköniginnen gehen teilweise schon ab Ende Februar auf Nistplatzsuche. Wer Hummeln unterstützen will, kann frühzeitig geeignete Ecken im Garten schaffen und sich dabei selbst überlassen. Dazu zählen zum Beispiel Laub- und Totholzbereiche). Aber auch ein Hummelhaus wird gerne angenommen.

Gartenarbeiten für drinnen: bereite dich auf die Saison vor

Drinnen kannst du jetzt richtig gut vorbereiten, damit es nahtlos in die neue Saison gehen kann:

  • Checke vorhandenes Saatgut und sortiere alles. Was fehlt noch, was möchtest du einmal ausprobieren? Unter www.caipi.de findest du viele Anregungen.
  • Reinige Töpfe und Anzuchtschalen, damit alles gesund starten kann.
  • Schärfe Scheren, öle Messer und ersetze kaputte Handschuhe – so steht dem Saisonstart nichts mehr im Wege.

Februar-To-do-Liste im Überblick

Ein zusammengefasster Überblick über die Arbeiten im Februar:

Ziergarten
  • Kranke und matschige Pflanzteile entfernen, um Fäulnis zu unterdrücken
  • Ziergräser gegen Ende des Monats schneiden, so schaffst du Platz für den Neuaustrieb
Obstgarten
  • Obstbäume jetzt noch schneiden, wenn es frostfrei ist
  • Auch Brombeeren und Weinreben können jetzt noch geschnitten werden
Gemüsegarten
  • Frühbeet vorbereiten, um einen Vorsprung für das Frühjahr zu schaffen
  • Beetabdeckungen managen
  • Schneckenschutz einplanen
Hecken und Sträucher
  • Größere Rückschnitte jetzt noch erledigen – im März ist es verboten
Kübel und Immergrüne
  • Winterschutz überprüfen
  • An milden Tagen sparsam gießen
Tiere
  • Futterstellen sauber halten
  • Nistkästen checken
  • Hummel-Start unterstützen
Rasen, Wege, Technik
  • Laub und Äste an frostfreien Tagen vom Rasen entfernen
  • Wege, Kanten und Beeteinfassungen kontrollieren und gegebenenfalls reparieren
Arbeiten für drinnen
  • Werkezeuge pflegen und fit für die Saison machen
  • Voranzucht starten
  • Anzuchtsachen kontrollieren und reinigen
  • Saatgut auffüllen

Wenn du im Februar ein paar Dinge gut hinbekommst, wird der März automatisch entspannter. Nistplätze hängen, Schnittarbeiten sind erledigt, das Frühbeet ist startklar – diese Arbeiten halten dich im März somit nicht mehr auf. Auch wenn der Februar kein großer Gartenmonat ist, macht er doch schon wieder Lust auf mehr – und das dauert dann gar nicht mehr lange.