Wenn du zu denjenigen gehörst, die schon vor dem Start im Gemüsebeet loslegen und gleichzeitig im Herbst länger ernten möchten, dann ist ein Frühbeet genau das, was du dir mal genauer ansehen solltest. Erst recht, wenn du keinen Platz für ein Gewächshaus hast. Ein Frühbeet nimmt wenig Fläche ein und ist schnell eingerichtet. Bevor du loslegst, solltest du dir einen klaren Plan zurechtlegen: Welche Variante willst du, wo kommt das Frühbeet hin und wie füllst du es am sinnvollsten?
Welche Art Frühbeet passt zu dir?
Nicht jedes Frühbeet ist gleich. Manche holen ihren Vorsprung über Sonne und Windschutz, andere erzeugen zusätzliche Wärme von unten. Beides funktioniert super, wenn du weißt, was du willst.
| Variante | Wann das Frühbeet passt | Vorteile |
| Kalt-Frühbeet (nur Abdeckung) | Wenn du früher starten möchtest, aber keinen Mist oder Kompost verwendest. | Schnell aufgebaut, wenig Aufwand, schützt vor Wind und Kälteeinbrüchen |
| Warm-Frühbeet (mit Mist-/Kompostheizung) | Wenn du sehr früh säen und dafür zusätzliche Wärme im Beet erzeugen willst. | Spürbar höhere Bodentemperatur, oft mehrere Wochen Vorsprung |
| Aufsatz mit Hochbeet | Wenn du ein Hochbeet hast oder keine Grube ausheben möchtest. | Bequemes Arbeiten, Temperatur lässt sich gut steuern und kontrollieren |
| Folientunnel | Wenn du Fläche schützen und nicht ein einzelnes Beet mit Deckel versehen willst. | Mehr Platz für Reihen, günstiger Schutz für mehrere Kulturen gleichzeitig |
Für du erst einmal reinschnuppern willst, empfiehlt sich das Kalt-Frühbeet. Möchtest du dagegen bereits im Spätwinter schon so richtig loslegen, dann nimm das Warm-Frühbeet.
Standort – warum der Platz entscheidend ist

Ein Frühbeet lebt von Licht und von einem Standort, der nicht ständig kalt und nass bleibt. Achte vor allem auf diese Punkte:
- Das Frühbeet sollte vom Vormittag bis zum frühen Nachmittag möglichst viel Sonne abbekommen.
- Stelle es windgeschützt auf, am besten in Hausnähe, an eine Hecke oder an einen Zaun, aber ohne Dauerschatten.
- Installiere es nicht in einer Senke, dort, wo kalte Luft und Nässe stehen bleiben.
- Damit Lüften und Gießen einfach möglich sind, wähle einen Ort, der gut erreichbar ist.
Der Innenaufbau – so funktioniert es ohne Staunässe
Im Frühbeet sollten zwei Dinge gleichzeitig vorhanden sein: feuchte Erde für die Keimung, aber keine Nässe, die alles erstickt. Deshalb ist eine Schichtung nach dem Prinzip, unten luftig, oben fein, sinnvoll. Und das geht so:
- Unten – Schutz und Drainage
- Hast du Probleme mit Wühlmäusen, setze ein Drahtgitter auf den Boden.
- Bei sehr nassem Untergrund hilft eine Schicht aus grobem Material wie Kies, Lavagranulat, Perlite oder Splitt, damit Wasser ablaufen kann.
- Mitte – die aktive Schicht (nur beim Warm-Frühbeet)
- Frischer, strohiger Pferdemist oder ein Mix aus Mist und Kompost, erzeugt Wärme durch Rotte.
- Wichtig: nicht zu dünn schichten, da es sonst kaum effektiv ist.
- Oben – die Pflanzschicht
- Hier solltest du lockere, krümelige Erde verwenden, am besten gesiebt oder eine hochwertige Aussaaterde.
- Auf dieser Schicht wirst du arbeiten: Säen, pflanzen, pflegen.
Warm-Frühbeet – wann du säen solltest
Die Mist- oder Kompostwärme ist genial! Allerdings kann sie zu Beginn zu stark sein, denn frischer Mist kann am Anfang sehr heiß werden. Das ist normal, aber für Saat und Jungpflanzen Gift. Daher:
- Nach dem Befüllen 7 bis 14 Tage warten, bevor du empfindliche Kulturen aussäst.
- Ein einfaches Thermometer in die Erde stecken. Bleibt die Bodentemperatur in einem Bereich stabil, der zudem nicht zu heiß ist (bis maximal 22 bis 25 Grad), kannst du starten.
Wenn du nicht ständig die Temperaturen kontrollieren möchtest, hab etwas Geduld und warte ab. Das kostet dich zwar ein paar Tage Vorsprung, aber im Nachhinein weniger Ärger.
Rahmen und Deckel – das müssen sie mitbringen
Keine Panik, du musst kein perfektes Schreinerstück bauen. Wichtig ist, dass das Frühbeet keinen Wind durchlässt aber trotzdem nicht komplett luftdicht ist, denn keine Luft bedeutet Schimmel. Achte daher auf folgende Punkte:
- Der Deckel sollte ein leichtes Gefälle haben. So kann Regen ablaufen und du bekommst bei flachem Sonnenstand mehr Licht ins Beet.
- Stabile Scharniere und eine sichere Aufstellmöglichkeit (Holzlatte, Haken oder Öffner) sind Pflicht.
- Wenn es bei dir öfter stark windig ist, sichere das Frühbeet mit Haken, Riegel oder Spanngurten.
- Sorge für eine lichtdurchlässige Abdeckung. Gut funktionieren Glas oder Stegplatten, Folie geht auch, ist aber empfindlicher.
Ein Klassiker, der vielen den Alltag erleichtert: ein automatischer Fensteröffner. Dieser ist extrem praktisch, weil es gerne mal zu Überhitzung kommt, wenn man gerade nicht daheim ist.
Frühbeet – lüften, gießen, schützen

Ein Frühbeet ist wie ein kleiner Raum, den du im Blick behalten solltest. Vor allem im März und April kann die Sonne das Beet schnell aufheizen, auch wenn es draußen noch kalt ist.
Lüften
An sonnigen Tagen ist Lüften die wichtigste Aufgabe. Nicht selten ist es mittags im Frühbeet deutlich wärmer, als du denkst. Lieber kurz und regelmäßig lüften, als selten und dann zu lange offen lassen.
Gießen
Im geschützten Beet trocknet die Erde anders aus als draußen. So kann sie oben trocken aussehen, während es darunter noch ausreichend feucht ist – hier hilft der Fingertest. Gieße lieber gezielt und nicht auf Verdacht. Wichtig ist, dass überschüssiges Wasser abfließen kann, Staunässe ist zwingend zu vermeiden.
Frostnächte
Wenn es noch einmal zu kalten Nächten kommt, dann hilft ein zweiter Schutz direkt im Beet. Ein Vlies über die Reihen oder eine zusätzliche Abdeckung an den Seiten – so bist du auf der sicheren Seite.
Was du im Frühbeet anbauen kannst – der Anbauplan
Im Frühbeet kannst du grob in drei Phasen denken: Frühstart mit Aussaat und ersten Salaten, Hauptsaison mit Anzucht und schnellem Beetgemüse und die zweite Runde für Gemüse und Salate im Herbst und Winter. Ob du eher früher oder später startest, hängt davon ab, ob du ein Kalt- oder Warm-Frühbeet nutzt. Zur besseren Übersicht für dich, haben wir hier einen Anbauplan für dich zusammengestellt:
| Monat | Direktsaat | Pflanzen | Vorziehen |
| Januar | Feldsalat, Kresse, Spinat, Winterpostelein | Pflücksalat (nicht zu warm und nur bei ausreichend Licht) | |
| Februar | Feldsalat, Kresse, Radieschen, Rucola, Spinat | Brokkoli, Kohlrabi, Kopfsalat, Pflücksalat | |
| März | Asiasalate, Erbsen, Karotten, Mangold, Radieschen, Dill, Kerbel, Koriander, Petersilie | Kohlrabi, Salate | Blumenkohl, Lauch, Salate, Weißkohl |
| April | Karotten, Radieschen, Rote Bete, Rucola, Dill, Kerbel, Koriander, Petersilie, Schnittlauch | Kohlrabi, Salate | Gurken (sehr hell und warm), Kürbis, Zucchini, Basilikum (hell und warm) |
| Mai | Buschtomaten, Gurken, Paprika, Zucchini, Basilikum | Kürbis, Zucchini | |
| Juni | Gurken, Pflücksalat, Rote Bete, Sommersalate, Oregano, Thymian | Grünkohl, Rotkohl | |
| Juli | Chinakohl, Endiviensalat, Kohlrabi, Radicchio, Salate | Grünkohl, Kohlrabi | |
| August | Feldsalat, Spinat, Dill, Kerbel | Kohlrabi, Kopfsalat, Winterendiviensalat | Wintersalate |
| September | Feldsalat, Spinat, Winterpostelein | Winterendiviensalat, späte Salate |
Von Oktober bis Dezember wird nichts mehr neu ins Frühbeet ausgesät oder gepflanzt, stattdessen werden die Bestände gehalten.
Typische Probleme im Frühbeet – das kannst du tun
Natürlich kann auch im Frühbeet hier und da mal ein Problem auftreten. Mit unserer Aufstellung kannst du diese Probleme aber relativ schnell beheben und sogar vermeiden.
| Problem | Ursache | Sofortmaßnahme |
| Keimlinge kippen um oder schimmeln am Stiel | Zu feucht, zu wenig Luft, zu warm | Mehr lüften, sparsamer gießen, Oberfläche leicht antrocknen lassen |
| Pflanzen werden lang und dünn | Zu warm, zu wenig Luft | Kühler stellen, mehr lüften, früher pikieren, nicht überheizen |
| Erde ist nass und riecht muffig | Fehlende Drainage, zu dichte Erde | Grobes Material einarbeiten, weniger gießen, Deckel öfter öffnen |
| Blätter bekommen helle Flecken | Zu viel Sonneneinstrahlung | Mittags leicht schattieren, häufiger lüften |
| Fraß an Jungpflanzen | Schnecken, Mäuse, selten auch Vögel | Schnecken früh abfangen, Barrieren errichten, unten Gitter einfügen bzw. prüfen, Beet sauber halten |
Frühbeet – die Saison deutlich verlängern
Früher anfangen, später aufhören – mit einem Frühbeet ist das möglich! Dabei ist ein Frühbeet kein starres System, sondern lässt sich prima an deinen Garten anpassen. Mal läuft eine Kultur früher durch, mal braucht du länger Schutz, mal bleibt der Deckel tagsüber offen und nachts doch noch drauf. Genau darin liegt der Reiz: Du reagierst auf Licht, Temperatur und Wachstum, statt dich an starre Termine zu klammern. Wenn du das Frühbeet konsequent nutzt, merkst du sehr schnell, wie sich die Saison nach vorne und nach hinten verlängern lässt.