Giftpflanze des Jahres 2026: die Gartenbohne

Grüne Buschbohnen hängen reif an der Pflanze im Gemüsebeet neben einer gelben Tagetesblüte.

Ein beliebtes Gemüse wird plötzlich zur Giftpflanze? Wie kann das sein? Es ist tatsächlich überraschend: die Gartenbohne ist die Giftpflanze des Jahres 2026. Die Wahl kommt vom Botanischen Sondergarten in Hamburg-Wandsbek und hat einen ganz praktischen Sinn: Es soll auf ein Risiko aufmerksam gemacht werden, das viele nicht wissen. Nämlich auf das Risiko, Gartenbohnen roh oder halbgar zu essen.

Die Gartenbohne im Steckbrief

  • Botanischer Name: Phaseolus vulgaris
  • Weitere Bezeichnungen: Buschbohne, grüne Bohne, Schnittbohne, Stangenbohne
  • Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler
  • Herkunft: Mittel- und Südamerika
  • Wuchs: einjährig, buschig oder rankend
  • Höhe: Buschbohne bis zu 60 Zentimeter, Stangenbohne mit Rankhilfe bis zu 4 Meter
  • Blüte: schmetterlingsförmig, je nach Sorte weiß bis violett
  • Laub: dreiteilig, typisch bohnenartig
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Erntezeit: Juli bis Oktober
  • Standort: sonnig, warm, windgeschützt
  • Boden: locker, humos, gleichmäßig feucht, ohne Staunässe
  • Winter: nicht winterhart, da einjährig
  • Giftigkeit: im Rohzustand giftig

Warum die Gartenbohne zur Giftpflanze gekürt wurde

Es klingt schon etwas paradox, dass ein beliebtes Gemüse plötzlich Giftpflanze ist. Auf der anderen Seite sind ja viele Gemüsesorten mit Giften versehen, die uns, wenn wir sie richtig zubereiten oder nur geringe Mengen davon essen, nichts ausmachen. Denke nur mal an Kartoffeln oder Tomaten. Aber zurück zu den Gartenbohnen.

Dieses Gemüse ist alltäglich, man macht sich kaum einen Kopf darüber und schon gar nicht würde man an Gift denken, wenn die Frage aufkommt, was man morgen essen möchte. Mehr noch: Wer gerne beim Kochen probiert oder Gemüse nur kurz erwärmt, tappt womöglich genau in die Falle, um die es hier geht. Doch das Risiko wird vielleicht unterschätzt, vielleicht auch gar nicht gewusst – und deshalb hat man die Gartenbohne zur Giftpflanze gekürt.

Darum sind rohe Bohnen problematisch

Bohnen haben etwas Raffiniertes entwickelt: Sie bilden natürliche Abwehrstoffe, mit denen sie sich selbst schützen. Das Gift, das dabei die Hauptrolle spielt, nennt man Phasin. Es gehört zur Gruppe der Lectine und wird in der Fachsprache auch als Phytohämagglutinin bezeichnet. Da der Stoff beim Kochen eliminiert wird, solltest du Bohnen nicht roh verzehren, denn das führt zu Beschwerden. Bei getrockneten Bohnen ist das Thema oft noch wichtiger, weil sie konzentrierter sind und unbedingt richtig gekocht werden müssen.

So macht sich eine Vergiftung bemerkbar

Rohe oder zu kurz gegarte Bohnen machen daher schnell Ärger und zwar im Magen-Darm-Trakt. Typisch sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, manchmal auch Kopfschmerzen. Kinder reagieren schneller, weil sie weniger Körpergewicht mitbringen. Stellst du Vergiftungserscheinungen nach dem Verzehr von Bohnen fest, dann reicht bei leichten Beschwerden oft Ruhe, viel trinken und beobachten. Wenn starke Symptome auftreten oder Kinder betroffen sind, sollte auf jeden Fall ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden – natürlich auch dann, wenn du dir unsicher bist. Lieber einmal zu früh zum Arzt, als zu spät.

Im Übrigen sind rohe Bohnen auch für Haustiere giftig – daher am besten so anbauen, dass weder Kleinkinder noch Haustiere hingelangen können. Wie viel Bohnen man verzehren muss, damit diese Vergiftungserscheinungen hervorrufen, hängt zum einen von der Bohne ab, zum anderen vom Gewicht. Bei Erwachsenen reichen oft schon wenige rohe Bohnen aus, bei Kindern und Haustieren kann es noch schneller gehen.

Gartenbohnen in der Küche ohne Risiko – so wird´s sicher

Frisch geerntete grüne Buschbohnen liegen in einem flachen Weidenkorb.
Knackige Bohnen aus dem eigenen Garten bereit für eine gesunde und nachhaltige Küche.

Damit in der Küche bzw. beim Essen auch wirklich nichts passiert, achte auf folgende Regeln:

  1. Wasche die Bohnen gründlich und knipse die Enden ab.
  2. Gare sie in sprudelnd kochendem Wasser, bis sie wirklich weich sind.
  3. Schütte das Kochwasser anschließend weg.
  4. Erst jetzt werden die Bohnen gewürzt, weiterverarbeitet und serviert.

Bei grünen Bohnen ist die Regel simpel: Sie müssen in kochendem Wasser mindestens 10 bis 15 Minuten garen, damit du auf der sicheren Seite bist. Am Aussehen kann man den Garzustand leider nicht erkennen, dazu musst du die Garprobe machen: Nimm eine Bohne, lass sie kurz abkühlen und beiße sie durch. Ist sie noch roh und knackig – weitergaren. Wenn sie weich ist und sich gut kauen lässt, ist sie perfekt.

Getrocknete Bohnen sollten vor dem Garen gut eingeweicht werden, das verkürzt die Garzeit. Trotzdem solltest du bei getrockneten Bohnen eine Garzeit von mindestens 30 Minuten ansetzen. Zwar möchte jeder knackiges Gemüse essen, was viele dazu verleitet, es weniger lang zu kochen, bei Bohnen solltest du aber nicht allzu vorsichtig sein. Bohnen, die nur warm werden oder nur kurz anschwitzen, bleiben problematisch.

Sicher essen auf einen Blick

Bohnenform Zubereitung Ergebnis
Frische grüne Bohnen Kräftig kochen, Kochwasser wegschütten Problemlos essbar
Getrocknete Bohnen Einweichen, dann richtig durchkochen Problemlos essbar
Tiefkühlbohnen Wie frische Bohnen gut durchgaren Problemlos essbar
Bohnen aus der Dose Abspülen, erhitzen nach Geschmack Bereits gegart

Gartenbohnen im Gemüsebeet – wo das Risiko entsteht

Im Beet passiert selten etwas Dramatisches. Die meisten Probleme entstehen, wenn Bohnen als Naschgemüse missverstanden werden. Gerade Kinder sehen eine grüne Schote, knacken sie auf und probieren. Das ist der Moment, den du vermeiden solltest. Hier drei alltagstaugliche Regeln für Garten, Hochbeet und Balkon:

  1. Bohnen werden nicht roh genascht, auch dann nicht, wenn sie zart aussehen.
  2. Die Ernte wird direkt eingesammelt, keine Schoten tagelang am Boden oder im Topf liegengelassen.
  3. Trockenbohnen werden kindersicher gelagert, weil ein paar rohe Bohnen schnell im Mund landen können.

Wenn du Bohnen trocknest, achte darauf, dass sie wirklich trocken sind, bevor sie in Gläser oder Dosen wandern. Halb getrocknet und dann dicht verschlossen ist die perfekte Einladung für Schimmel.

Typische Situationen und einfache Lösungen

Situation Was passieren kann Lösung
Kinder spielen am Bohnenkübel Schote wird probiert Bohnen höher stellen, klare Küchenregel, Ernte sofort verarbeiten
Bohnen werden nur kurz angebraten Bleiben halbgar Erst kochen, dann anbraten
Bohnenwasser bleibt im Topf Stoffe bleiben im Wasser Kochwasser wegschütten
Trockenbohnen stehen offen in der Küche Werden geknabbert Luftdicht und kindersicher lagern

Gartenbohnen – kurze Frage, klare Antworten

Frische grüne Stangenbohnen liegen gebündelt auf einem Holztisch.
Aromatische Bohnen aus dem Garten bringen natürliche Frische in die saisonale Küche.

Sind Bohnenkeimlinge eine gute Idee?

Bei Bohnen ist Rohverzehr nie eine gute Idee, also auch nicht als Keimling. Wenn du Sprossen essen möchtest, gibt es viele andere Sprossensaatgüter, die ausdrücklich dafür gedacht sind.

Kann ich Bohnengerichte noch einmal aufwärmen?

Durchgegarte Bohnengerichte kannst du problemlos wieder aufwärmen. Es ist nur wichtig, dass sie beim ersten Kochen gut durchgegart werden.

Sind Bohnen aus der Dose sicher?

Ja, denn sie sind bereits gegart. Für den Verzehr kannst du sie kurz abspülen und dann verwenden.

Ein Warnschild, das am Ende beruhigt

Die Auszeichnung zur Giftpflanze des Jahres wirkt erst einmal wie ein rotes Tuch. In der Praxis ist es eher ein kleiner Reminder, der nicht schaden kann. Bohnen sind Küchenpflanzen, keine Rohkost zum Nebenbei-Knabbern. Wenn du sie konsequent garst und beim Probieren nicht schummelst, bleibt von der ganzen Giftpflanzen-Nummer nur eines übrig: ein Gemüse, das zuverlässig schmeckt und im Garten richtig Spaß macht.