Winterlinge – gelbe Farbtupfer künden vom Frühling

Gelbe Winterlinge in Nahaufnahme mit geöffneten Blüten

In unseren winterlichen Gartenbeeten müssen wir meist recht lange nach dem einen oder anderen Farbtupfer suchen. Entweder liegt noch Schnee oder es ist einfach trist. Doch im Februar spitzen schon hier und da kleine gelbe Blütenköpfe vorwitzig aus dem Boden, die uns sagen wollen, dass der Frühling nicht mehr weit ist. Auch wenn die Blüten klein sind, ihr Auftritt ist groß – Winterlinge bringen Farbe in unseren Garten. Und wir wissen: Es geht bald wieder los!

Winterlinge im Steckbrief

  • Botanischer Name: Eranthis hyemalis
  • Weitere Bezeichnungen: Schneeblume, Winter-Anemone, Knobelblume, Ackerwurz, Frühlingsanemone
  • Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse
  • Herkunft: Europa, Westasien
  • Wuchs: mehrjährige Knollenpflanzen, bildet Horste und verwildert gerne
  • Höhe: zwischen 5 und 15 Zentimetern
  • Blüte: Leuchtend gelb, schalenförmig, oft von einem grünen Kranz aus Hochblättern umgeben
  • Laub: Tief geteilt, erscheint zur Blüte und zieht danach wieder ein
  • Blütezeit: Januar bis März
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: humos, locker, ohne Staunässe
  • Winter: sehr winterhart
  • Giftigkeit: giftig für Mensch und Tier (Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, langsamer Puls, Herzrhythmusstörungen, Atemnot, Krämpfe, Müdigkeit, Sehstörungen)

Warum Winterlinge dort wachsen, wo Gärten schon lange existieren

Wer Winterlinge einmal bewusst sucht, entdeckt sie auffällig oft in alten Anlagen: unter großen Laubbäumen, am Rand von Hecken, in Parks oder Gärten, die seit Jahrzehnten ähnlich genutzt werden. Das hat einen einfachen Grund: Solche Orte liefern genau das, was Winterlinge mögen. Im Spätwinter kommt viel Licht durch, weil die Gehölze noch kahl sind. Im Sommer bleibt der Boden eher gleichmäßig, weil Laub Schatten spendet und der Untergrund nicht austrocknet. Und dazu kommt über die Jahre automatisch Humus durch Laubfall.

Wenn Winterlinge sich an einem solchen Platz wohlfühlen, bleiben sie nicht alleine. Dann entstehen nach und nach Gruppen, später ganze Flecken.

Winterlinge – im Herbst geht es los

Winterlinge bestehen aus Knollen. Damit die Frühlingsboten bei dir zuverlässig blühen, werden sie bereits im Herbst in die Erde gesteckt. Damit das gut klappt, lohnt sich ein kleiner Trick: Die Knollen vor dem Pflanzen gut wässern, damit sie sich schneller vollsaugen können. Außerdem solltest du auf folgendes achten:

  • Die Pflanztiefe liegt zwischen 5 und 7 Zentimetern.
  • Sollen sie einzeln stehen, lässt du zwischen den Pflanzen einen Abstand von ca. 8 Zentimetern, möchtest du, dass sich schnell kleine Grüppchen bilden, dürfen sie auch enger stehen. Aber Achtung: Nicht zu eng, sie vermehren sich selbstständig.
  • Optisch am schönsten sind natürlich kleine Gruppen, so kommen sie besser zur Geltung, als in Reih und Glied.

Wenn du schon Winterlinge im Garten hast oder wenn du sie nach ein paar Jahren versetzen willst, kannst du sie direkt nach der Blüte umsetzen und zwar dann, wenn das Laub noch grün ist. Das gelingt meist besser, weil die Knollen noch nicht trocken sind, sondern die bereits aktive Pflanze umzieht. Wichtig dabei:

  • Hebe die Knollen vorsichtig aus, ohne sie zu beschädigen, und lass die Erde am Wurzelbereich.
  • Pflanze sie zügig wieder ein.
  • Danach solltest du sie einmal gut angießen.

Standortcheck – hier fühlen sich Winterlinge wohl

Licht

Winterlinge mögen Spätwinter-Licht. Unter laubabwerfenden Gehölzen ist das ideal. Im Februar und März noch hell, später dann geschützt. Es klappt aber auch an einem vollsonnigen Standort, wenn der Boden im Frühling nicht sofort wieder austrocknet.

Boden

Zwar sind Winterlinge nicht kompliziert, stellen an den Boden aber trotzdem ein paar Ansprüche. Ganz besonders wichtig ist, dass keine Staunässe entsteht, dadurch können die Knollen Schaden nehmen.

  • Setze sie in einen humosen, lockeren Boden mit einer guten Drainage.
  • Besonders im Frühling sollte die Erde nicht austrocknen, aber auch nicht klatschnass sein.
  • Sehr gut klappt das unter Laubgehölzen, da hier über Jahre automatisch organisches Material auf die Erde fällt.

Bei Problemen mit dem Boden kannst du

  • Kompost einarbeiten, den Boden lockern und bei Bedarf etwas grobes Material untermischen, wenn der Boden schwer und nass ist.
  • Mehr Humus einbringen, damit Feuchte und Nährstoffe besser gehalten werden, wenn der Boden sehr sandig ist.

Pflege – was du tun kannst und was du dir sparen kannst

Gießen

Meist nicht nötigt, nur dann, wenn es im Vorfrühling sehr trocken ist und der Boden nicht friert, hilft gelegentliches Wässern.

Düngen

Darauf kannst du fast immer verzichten. Wenn du ihnen etwas Gutes tun möchtest, dann reicht eine dünne Kompostgabe im Herbst oder sehr früh im Jahr.

Im Rasen

Winterlinge werden auch sehr gerne im Rasen gesetzt. Dort solltest du mit dem ersten Mähen warten, bis das Laub deutlich zurückgeht, da sonst der Bestand schwächer werden kann.

Pflege-Übersicht auf einen Blick

Situation Das hilft Darauf achten
Knollen pflanzen Knollen wässern, in lockeren Boden setzen, Gruppen pflanzen Boden darf nicht nass sein
Bestand versetzen Nach der Blüte mit grünem Laub umsetzen, einmal gießen Nicht austrocknen lassen
Boden zu sandig Kompost oder Laubhumus einarbeiten Im Frühling gleichmäßig feucht halten
Boden zu schwer Struktur verbessern, lockern, organisches Material einarbeiten Nicht im nassen Zustand bearbeiten
Winterlinge im Rasen Mähen verschieben, bis Laub zurückgeht Zu frühes Mähen bremst die Entwicklung

Winterlinge vermehren – so werden es mit der Zeit mehr

Gelbe Winterlinge durchbrechen eine Schneedecke.
Die leuchtenden Blüten der Winterlinge sorgen selbst im Schnee für Frühlingsgefühle.

Zwar kann man Winterlinge über Samen vermehren, das wird aber nicht empfohlen. Viel einfacher und sicherer ist es, Winterlinge über Teilung zu vermehren, denn das ist der schnellste Weg. Die Selbstaussaat ist der langfristige. Wenn du selbst aktiv werden willst:

  1. Direkt nach der Blüte und solange die Blätter noch grün sind, den Horst vorsichtig ausheben. Das Laub ist wichtig, weil die Knolle dadurch Energie gewinnt.
  2. In kleinen Gruppen teilen – dies kannst du einfach per Hand machen. Ziehe den Horst vorsichtig auseinander. Ein Messer brauchst du nur, wenn der Horst stark verwachsen ist.
  3. Sofort wieder einpflanzen und einmal kräftig gießen.

Wenn du deine Winterlinge einfach mal selbst machen lässt, dann dauert es zwar ein paar Jahre, aber du kannst sehen, wie sich die Fläche deutlich vergrößert und die Gruppen wachsen.

Typische Probleme bei Winterlingen

Stimmt etwas nicht mit deinen Winterlingen? Wachsen sie nicht so, wie du dir das vorstellst? Dann ist die Ursache fast immer der Standort.

  • Die Knollen faulen, weil der Boden zu dicht oder zu nass ist.
  • Bei dauerhaft feuchtem Wetter und sehr dichter Bepflanzung kann es zu Pilzbefall kommen.
  • Hast du Wühlmäuse im Garten, dann solltest du die Knollen mit einem Korb schützen, denn die Nager machen sich gerne über Winterling-Knollen her.

Die beste Gegenmaßnahme sind keine Mittelchen, sondern ein anderer Platz: lockere Erde, Wasserabzug, keine Staunässe.

Winterlinge im Topf – klappt mit den richtigen Bedingungen

Du kannst Winterlinge auch im Kübel halten, doch dann solltest du sie nicht wie Zimmer-, sondern wie Gartenpflanzen behandeln.

  • Du benötigst einen tiefen Topf mit Abzugslöchern.
  • Füge eine Drainage ein und nutze ein durchlässiges Substrat, damit es nicht zu Staunässe kommt.
  • Gieße maßvoll.
  • Lass die Pflanzen im Winter draußen, denn die Kälte wird für das Wachstum benötigt.
  • Nur bei extremem Frost kannst du den Topf schützen, etwa mit Vlies. Aber keinesfalls solltest du sie ins Warme holen.

Wissenswerte Fakten rund um Winterlinge

  • Bei kühlem, trübem Wetter schließen sie oft die Blüten, kommt die Sonne dagegen raus, werden sie wieder geöffnet.
  • In Kombination mit anderen Frühblühern wie Schneeglöckchen, Krokussen, Blausternen oder frühen Narzissen kommen Winterlinge noch besser zur Geltung.
  • Winterlinge eignen sich gut zum Verwildern.

Winterlinge als Startpunkt für die Gartensaison

Manchmal reicht eine kleine Ecke im Beet, die früh im Jahr erwacht. Winterlinge sind genau für solche Ecken gedacht: unkompliziert, verlässlich und genau dann da, wenn man sie am meisten braucht – der perfekte Startschuss nach einem langen Winter.