Zum Inhalt springen
Juni · Woche 27 — was diese Woche im Garten dran ist Newsletter Über uns Zum Shop ↗
Gartenblog.de
Garten FAQ

Clematis von A bis Z – deine Fragen

Kennst du Waldreben? Vielleicht schüttelst du jetzt instinktiv mit dem Kopf und denkst erst mal an Weinreben. Nein, Waldreben kennst du mit Sicherheit, denn es sind keine geringeren…

Rosa-weiß blühende Clematis an einer Rankhilfe im sommerlichen Garten.

Kennst du Waldreben? Vielleicht schüttelst du jetzt instinktiv mit dem Kopf und denkst erst mal an Weinreben. Nein, Waldreben kennst du mit Sicherheit, denn es sind keine geringeren Pflanzen als die Clematis. Die Kletterpflanzen sind nicht nur in lichten Wäldern zu finden, sondern sind auch in unseren Gärten extrem beliebt. Ob mit großen, üppigen Blüten, mit zarten Glöckchen oder als dichter Bewuchs an Rankgittern, Pergolen, Zäunen oder Hauswänden – sie sind einfach wunderschön anzuschauen. Sie sind aber auch nicht immer einfach zu halten, gerade wenn es um Schnittgruppen oder die berüchtigte Clematiswelke geht. Wir haben typische Nutzerfragen gesammelt, um du mit deiner Clematis keine Probleme bekommst.

Clematis – Pflanzzeitpunkt und Standort

Frage: Wann sollte ich Clematis pflanzen und wo ist der beste Standort?

Gartenblog: Clematis pflanzt du am besten im Frühling oder im Herbst. Dann kann sie in Ruhe anwurzeln, bevor starke Sommerhitze oder längere Frostphasen kommen. Containerpflanzen lassen sich notfalls auch im Sommer setzen, brauchen dann aber deutlich mehr Aufmerksamkeit beim Gießen.

Der beste Standort ist hell und sonnig, aber nicht heiß und trocken. Die Triebe dürfen Licht bekommen, der Wurzelbereich sollte kühl und feucht bleiben. Somit ist deine Clematis vor Überhitzung und Austrocknung geschützt.

Gut geeignet sind Plätze mit Rankhilfen. Der Boden sollte humos, durchlässig und gleichmäßig feucht sein. Ungünstig sind trockene Ecken unter Dachüberständen, staunasse Böden und sehr heiße Südwände.

Sonnenanbeter mit Schattenbedürfnis

Frage: Warum sollte der Fuß der Clematis im Schatten stehen?

Gartenblog: Die Clematis ist ein Kuriosum. Sie möchte es sonnig, mag unten aber eher Schatten. Das heißt nicht, dass sie dunkel stehen muss. Der Wurzelbereich soll vor allem kühl und gleichmäßig feucht bleiben. In voller Sonne würde der Boden zu schnell austrocknen, besonders wenn sie an Mauern oder auf der Terrasse steht. Das stresst die Pflanze, weil die Clematis zwar Licht an den Trieben mag, aber empfindlich auf Hitze und Trockenheit im Wurzelbereich reagieren kann. Der Fußbereich lässt sich folgendermaßen schützen:

  • Den Boden mit Rindenhumus, Laubkompost oder anderem organischem Mulch abdecken.
  • Niedrige Stauden oder Sommerblumen vor die Clematis setzen.
  • Einen flachen Stein, eine Tonscherbe oder ein kleines Brett als Schattenspender vor den Wurzelbereich legen.
  • Bei Kübelpflanzen einen ausreichend großen Topf wählen, damit der Ballen nicht so schnell aufheizt.
  • An heißen Tagen gleichmäßig gießen, ohne Staunässe zu verursachen.

Aber: Die Clematis nicht direkt neben stark wuchernde Pflanzen setzen, da sie sonst bedrängt wird. Die Begleitpflanzen sollen Schatten spenden, aber der Clematis nicht Wasser, Nährstoffe und Platz wegnehmen.

Die Pflanztiefe ist entscheidend

Frage: Was muss ich bei der Pflanztiefe beachten?

Gartenblog: Clematis werden tiefer gepflanzt, als sie im Topf standen. Als Richtwert gelten ca. 5 bis 10 Zentimeter tiefer. Dadurch liegen die unteren Knospen geschützt im Boden und die Pflanze kann bei Schäden oder Welke leichter wieder von unten austreiben.

Achte beim Pflanzen darauf, dass der Wurzelballen vorher gut gewässert wird. Das Pflanzloch sollte tief genug sein, damit unter dem Ballen lockere Erde bleibt und die Clematis nicht in eine harte, verdichtete Schicht gesetzt wird. Bei schweren Böden ist eine Drainageschicht aus grobem San oder Kies anzuraten, denn Staunässe verträgt die Clematis nur schlecht.

Wichtig ist außerdem: Die Triebe sind am Ansatz empfindlich. Setze die Pflanze vorsichtig ein, fülle Erde locker auf und drücke sie nur sanft an. Danach gründlich angießen und den Boden in den ersten Wochen gleichmäßig feucht halten.

Clematis – an die Rankhilfe denken

Violett blühende Clematis wächst an einer Rankhilfe im Garten empor.
Eine stabile Rankhilfe gibt Clematis sicheren Halt und unterstützt gesundes Wachstum mit reicher Blüte.

Frage: Welche Kletterhilfe ist für meine Clematis geeignet?

Gartenblog: Eine Clematis hat keine Haftwurzeln, sondern hält sich mit ihren Blattstielen fest. Deshalb braucht sie eine Rankhilfe mit eher dünnen Streben, Drähten oder Schnüren, die sie gut umschlingen kann. Dicke Balken, glatte Wände oder sehr breite Latten funktionieren dabei kaum.

Kletterhilfe Geeignet für
Rankgitter Beete, Hauswände mit Abstand, Zäune
Spanndrähte Fassaden, Mauern, schmale Wandflächen
Obelisken Einzelpflanzung im Beet oder großen Kübel
Rosenbogen Stark wachsende Sorten und romantische Gartenecken
Pergola Kräftige Clematis-Arten und größere Sorten
Lichter Strauch Natürliche Kombination, wenn genug Licht bleibt

Achte auf einen ausreichenden Abstand zu einer Wand. Zu dicht an der heißen Hauswand und die Wärme staut sich, außerdem trocknet der Boden schneller aus. Bei einer Wandbegrünung sollte die Rankhilfe daher einige Zentimeter Abstand haben, damit Luft zirkulieren kann und die Triebe nicht direkt auf der Fläche liegen.

Für schwach wachsende Sorten reicht ein kleineres Gitter oder ein Obelisk. Stark wachsende Clematis brauche eine stabile Konstruktion, die auch nach mehreren Jahren noch trägt. Die Rankhilfe sollte deshalb vor dem Pflanzen stehen, damit die jungen Triebe von Anfang an sauber geführt werden können.

Die Versorgung deiner Clematis

Frage: Wann und wie oft braucht eine Clematis Wasser und Dünger?

Gartenblog: Clematis braucht vor allem in der Anwachsphase und bei Trockenheit regelmäßige Gießgaben. Der Boden sollte gleichmäßig feucht bleiben, aber nicht nass, denn Staunässe mag die Clematis nicht. Gießen solltest du besonders aufmerksam

  • nach dem Pflanzen in den ersten Wochen
  • bei längeren Trockenphasen
  • an sonnigen, warmen Standorten
  • wenn du die Clematis im Kübel hältst
  • während der Knospenbildung und der Blüte

Besser ist gründliches Gießen in größeren Abständen als tägliches oberflächliches Wässern. So kann das Wasser tiefer in den Boden und die Wurzeln bleiben nicht nur im oberen, schnell austrocknenden Bereich.

Gedüngt wird im Frühling, wenn die Clematis neu austreibt. Dafür eignet sich Kompost, organischer Gartendünger oder ein Dünger für Blühpflanzen. Eine zweite, moderate Gabe kann nach der ersten Blüte sinnvoll sein, besonders bei Sorten, die später noch einmal nachblühen.

Wenn Blüten ausbleiben

Frage: Warum blüht meine Clematis nicht?

Gartenblog: Das Ausbleiben der Blüte kann auf mehrere Ursachen hindeuten. Meist sind es Pflegefehler, aber auch andere Möglichkeiten kann es geben.

Ursache Grund Abhilfe
Falscher Schnitt Blütentriebe wurden entfernt Schnittgruppe prüfen und Schnittzeit anpassen
Zu wenig Licht Triebe stehen zu schattig Helleren Standort wählen oder Nachbarpflanzen auslichten
Junge Pflanze Clematis braucht Zeit zum Einwachsen Im ersten Jahr Geduld haben
Zu viel Stickstoff Viel Blattmasse, wenig Blüten Ausgewogener düngen, nicht übertreiben
Trockenstress Knospen werden nicht richtig versorgt Gleichmäßiger gießen
Spätfrost Junge Knospen oder Triebe wurden geschädigt Geschützten Standort wählen, Austrieb beobachten
Geschwächte Pflanze Wurzeln, Welke oder Staunässe bremsen das Wachstum Boden und Pflanzengesundheit prüfen

Schneiden nach Schnittgruppen

Frage: Was bedeuten die Schnittgruppen und wie schneide ich am besten?

Gartenblog: Die Schnittgruppe zeigt, wann eine Clematis blüht und an welchen Trieben die Blüten sitzen. Davon hängt dann ab, ob du kaum, leicht oder kräftig zurückschneiden musst. Der größte Fehler ist, alle Clematis gleich zu behandeln.

Schnittgruppe Blüte Schnitt
Gruppe 1 Früh im Jahr, meist April oder Mai Kaum schneiden, nur auslichten oder nach der Blüte kürzen
Gruppe 2 Mai/Juni, oft zweite Blüte im Spätsommer Im Februar/März leicht zurückschneiden, Verblühtes nach der ersten Blüte entfernen
Gruppe 3 Sommer bis Herbst Im Februar/März kräftig auf etwa 30 bis 50 cm zurückschneiden

Bei Schnittgruppe 1 sitzen die Blüten an älteren Trieben. Ein starker Frühjahrsschnitt würde viele Blütenansätze entfernen. Hier reicht es, abgestorbene, störende oder zu dichte Triebe herauszunehmen.

Bei Schnittgruppe 2 ist ein vorsichtiger Schnitt sinnvoll. Entferne schwache und abgestorbene Triebe und kürze die übrigen nur moderat. Nach der ersten Blüte kannst du Verblühtes abschneiden, damit die Pflanze Kraft für eine mögliche zweite Blüte behält.

Bei Schnittgruppe 3 entstehen die Blüten am neuen Austrieb. Diese Clematis brauchen den kräftigen Rückschnitt, damit sie von unten neu austreiben und nicht verkahlen.

Weißt du die Schnittgruppe nicht, schneide lieber vorsichtig. Bei einer unbekannten Clematis ist ein starker Rückschnitt riskanter als ein zurückhaltender Schnitt.

Clematis im Kübel

Frage: Was muss ich bei der Clematishaltung im Kübel beachten?

Gartenblog: Im Kübel ist die Clematis etwas empfindlicher als im Beet, weil der Wurzelraum begrenzt ist. Der Ballen trocknet schneller aus, heizt sich stärker auf und kann im Winter leichter durchfrieren. Deshalb kommt es vor allem auf ein stabiles Gefäß, guten Wasserabzug und eine gleichmäßige Versorgung an. Wichtig sind:

  • Mindestens 30 bis 40 Liter Volumen, bei stark wachsenden Sorten mehr
  • Abzugslöcher im Boden, damit keine Staunässe entsteht
  • Humose, strukturstabile Kübelpflanzenerde
  • Rankhilfe direkt beim Pflanzen einsetzen
  • Heller Standort ohne stundenlange Topfhitze
  • Regelmäßig gießen, besonders im Sommer
  • Im Frühling und Sommer maßvoll düngen
  • Kübel im Winter vor starkem Durchfrieren schützen

Bei der Sortenwahl sind kompakte Clematis meist praktischer als sehr stark wachsende Arten. Große, dunkle oder sehr kleine Gefäße solltest du kritisch sehen: Dunkle Töpfe heizen sich schnell auf, kleine Töpfe trocknen zu rasch aus und kippen mit Rankhilfe leichter um.

Gefährlich: die Clematiswelke

Weiße Clematisblüte mit braunen Blatträndern als Anzeichen der Clematiswelke.
Braune Blattränder und welke Blüten können auf die Clematiswelke hinweisen und erfordern schnelles Handeln.

Frage: Wie kann ich meine Waldrebe vor der Clematiswelke schützen?

Gartenblog: Die Clematiswelke tritt vor allem bei großblumigen Hybriden auf. Einzelne Triebe welken dann plötzlich, obwohl die Pflanze vorher gesund aussah. Auslöser sind Pilzkrankheiten, die über verletzte oder geschwächte Pflanzenteile eindringen können. Ganz verhindern lässt sich das nicht immer, aber du kannst das Risiko deutlich senken.

Maßnahme Abhilfe
Tief genug pflanzen Die Clematis kann nach einem Befall wieder aus unteren Knospen austreiben
Luftiger Standort Nasses Laub trocknet schneller ab
Wurzelbereich gleichmäßig feucht halten Trockenstress schwächt die Pflanze
Staunässe vermeiden Geschädigte Wurzeln machen die Pflanze anfälliger
Triebe vorsichtig anbinden Bruchstellen und Scheuerstellen werden reduziert
Sauberes Werkzeug verwenden Krankheitserreger werden nicht unnötig übertragen
Befallene Triebe sofort entfernen Der Pilz breites sich weniger stark aus

Welke Triebe solltest du bis ins gesunde Holz zurückschneiden und nicht auf den Kompost geben. Danach die Pflanze weiter normal versorgen und nicht vorschnell aufgeben. Gerade tief gepflanzte Clematis treiben nach einem Welkebefall häufig wieder von unten aus.

Robuster sind viele kleinblumige Arten und Sorten, zum Beispiel Clematis viticella, Clematis alpina oder Clematis montana. Wenn du an einem Standort wiederholt Probleme hast, ist eine widerstandsfähigere Clematis die bessere Wahl als noch einmal dieselbe empfindliche Sorte zu pflanzen.

Der Winterschutz

Frage: Muss ich bei der Überwinterung etwas beachten?

Gartenblog: Die meisten Clematis sind im Garten gut winterhart. Im Beet brauchen sie deshalb keinen aufwendigen Winterschutz, sofern sie eingewachsen sind und an einem passenden Standort stehen. Empfindlicher sind junge Pflanzen, frisch gesetzte Clematis und Exemplare im Kübel.

Im Beet reicht meist eine leichte Abdeckung im Wurzelbereich aus. Dafür eignen sich Laub, Reisig oder Kompost. Wichtig ist, die Pflanze nicht luftdicht einzupacken. Staunässe und Dauernässe schaden mehr als Kälte.

Bei Clematis im Kübel ist der Wurzelballen stärker gefährdet, weil Frost von allen Seiten an den Topf kommt. Stelle den Kübel möglichst geschützt an eine Hauswand, lege ihn nicht direkt auf kalten Steinboden und umwickle das Gefäß bei strengem Frost mit Jute, Vlies oder Noppenfolie. Die Erde darf auch im Winter nicht komplett austrocknen, gegossen wird aber nur an frostfreien Tagen und sparsam.

Immergrüne Clematis brauchen im Winter etwas mehr Aufmerksamkeit. Sie verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Wasser über ihre Blätter und sollten deshalb vor der Wintersonne und vor eisigem Wind geschützt werden.

Hast du weitere Fragen, die hier noch nicht beantwortet wurden? Kontaktiere uns einfach, wir helfen dir sehr gerne weiter!

Foto: Adobe Stock

H
Redaktion Garten

Als Kind weiß man immer ganz genau, was man später mal werden will – war bei mir nicht anders. Allerdings wurde ich dann weder Schornsteinfeger, noch Astrologe und auch kein Zahnarzt. Stattdessen landete ich als Moderator beim Radio und als Redakteur beim TV. Der Schritt ins Internet war dann nicht mehr weit – so habe ich mich 2008 als Redakteur und Texter selbstständig gemacht. Zu den flinken Fingern gesellte sich noch der Grüne Daumen – Beruf und Leidenschaft lagen nah zusammen. Ich landete schließlich bei Caipi und verbinde nun meine Erfahrungen als Texter und Hobbygärtner. Von meinem Arbeitsplatz aus sehe ich direkt in meinen Garten, was kann es Schöneres geben?

Person entspannt in einer Hängematte im sonnigen Garten zwischen Bäumen.
Als Nächstes lesen

Ungeduld im Garten – warum Geduld oft der wichtigste Erfolgsfaktor ist

Kaum sind die ersten Samen ausgesät oder die ersten Jungpflanzen ins Beet gesetzt, beginnt das Warten. Jeden Morgen geht der Blick zuerst zu den Beeten. Ist schon etwas…

Passt zu diesem Beitrag

Weiterlesen

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Der Saison-Brief

Jeden Sonntag: was diese Woche im Garten dran ist.

Aussaat-Erinnerungen, ein Lieblings-Artikel und ein Tipp aus dem Garten. Kostenlos, jederzeit abbestellbar.

📬 4.200+ Gärtner★ Kein Spam