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Garten FAQ

Heidelbeeren von A bis Z – deine Fragen

Wenn ab Juli so mancher mit einem Körbchen in unseren Wäldern anzutreffen ist, sammelt er nicht immer nur Pilze, sondern sehr oft auch Heidelbeeren. Die Blaubeeren sind in…

Heidelbeeren im Garten

Wenn ab Juli so mancher mit einem Körbchen in unseren Wäldern anzutreffen ist, sammelt er nicht immer nur Pilze, sondern sehr oft auch Heidelbeeren. Die Blaubeeren sind in europäischen Wäldern heimisch und wachsen auf saurem Boden. Bei den Früchten, die wir kaufen können, handelt es sich aber um Kulturheidelbeeren. Sie sind größer und stammen ursprünglich aus Nordamerika, werden seit dem frühen 20. Jahrhundert aber auch bei uns angebaut. Und anbauen kannst du Heidelbeeren auch prima in deinem Garten, egal, ob Wald- oder Kulturheidelbeeren. Rund um den Anbau haben wir einige Ihrer Fragen gesammelt und möchten diese gerne für dich beantworten.

Ohne sauren Boden läuft nichts

Frage: Ich habe gehört, dass Heidelbeeren eine spezielle Erde brauchen – ist das richtig?

Gartenblog: Ja, das stimmt. Normale Gartenerde ist für Heidelbeeren meist nicht geeignet. Der pH-Wert sollte zwischen 4,0 und 5,5 liegen, also deutlich im sauren Bereich. Herkömmliche Gartenerde ist häufig zu kalkhaltig und damit zu alkalisch.

Am besten eignet sich Rhododendron- oder Moorbeeterde. Achte möglichst darauf, eine torffreie Variante zu verwenden, um unsere Moore zu schützen. Diese Substrate bestehen häufig aus Rindenhumus, Holzfasern oder Kokosfasern. Du kannst die Erde aber auch selbst mischen:

  • 50 % Rindenhumus oder fein gehäckselte Kiefernrinde
  • 30 % Holzfasern oder Kokosfasern
  • 20 % Sand oder Perlite für eine bessere Durchlässigkeit
  • optional etwa 10 % Lauberde

Um den pH-Wert im sauren Bereich zu halten, kannst du Nadelstreu, Pinienrinde oder etwas Schwefel einarbeiten. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Nadelstreu hilft zusätzlich dabei, das saure Milieu zu erhalten.

Der richtige Start entscheidet

Frage: Wann ist die beste Pflanzzeit für Heidelbeeren und was gilt es zu beachten?

Gartenblog: Die beste Pflanzzeit ist der Herbst, solange der Boden noch warm ist. Die Pflanzen können dann vor dem Winter bereits neue Wurzeln bilden. Auch eine Pflanzung im Frühjahr ist problemlos möglich. Ihr Vorteil: Junge Pflanzen müssen nicht direkt mit stärkeren Winterfrösten zurechtkommen. Containerpflanzen kannst du theoretisch fast das ganze Jahr über setzen. Nur bei Frost oder großer Sommerhitze solltest du darauf verzichten.

Wähle einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Je mehr Sonne die Pflanzen bekommen, desto süßer werden normalerweise die Früchte. Der Platz sollte außerdem möglichst vor starkem Wind geschützt sein.

Das Pflanzloch darf ruhig großzügig ausfallen und sollte mindestens doppelt so breit wie der Wurzelballen sein. Zwischen zwei Sträuchern sind etwa 1,2 bis 1,5 Meter Abstand sinnvoll. Wichtig ist außerdem, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann, denn Staunässe mögen Heidelbeeren überhaupt nicht. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, misst du vor der Pflanzung den pH-Wert des Bodens.

Mehr Beeren am Strauch

Frage: Wie schaffe ich es, dass meine Sträucher viele Früchte tragen?

Gartenblog: Ein sonniger Standort und saure Erde sind schon einmal die halbe Miete. Für eine reiche Ernte kannst du aber noch mehr tun:

  • Auch wenn Heidelbeeren selbstfruchtend sind, steigt der Ertrag häufig deutlich, wenn mehrere unterschiedliche Sorten nebeneinander wachsen.
  • Beim Düngen darfst du dich zurückhalten, denn Heidelbeeren kommen mit vergleichsweise wenig Nährstoffen aus.
  • Verwende zum Gießen möglichst Regenwasser, da Leitungswasser je nach Region viel Kalk enthalten kann.
  • Heidelbeeren fruchten vor allem am zwei- bis dreijährigen Holz. Im Spätwinter kannst du deshalb ältere, dunkle Triebe bodennah entfernen. Schwache oder sehr dicht stehende Triebe kommen ebenfalls weg.

Wald oder Kultur?

Frage: Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Wald- und Kulturheidelbeeren?

Gartenblog: Waldheidelbeeren sind die bei uns heimische Wildform. Kulturheidelbeeren stammen dagegen überwiegend von nordamerikanischen Arten ab und wurden gezielt für größere Früchte und höhere Erträge gezüchtet. Die wichtigsten Unterschiede:

Merkmal Waldheidelbeeren Kulturheidelbeeren
Wuchs Niedrig, 10 bis 60 Zentimeter Hoch, 1 bis 2 Meter
Früchte Klein, dunkelblau bis schwarz, Fruchtfleisch rot-blau Größer, helles Fruchtfleisch
Geschmack Säuerlich Milder, süßer
Erntezeit Juli bis Ende August Juni bis September

Geduld zahlt sich aus

Frage: Wie lange dauert es nach der Pflanzung, bis ich die ersten Früchte ernten kann?

Gartenblog: Im ersten Jahr solltest du noch keine große Ernte erwarten. Ab dem zweiten Jahr können bereits die ersten nennenswerten Früchte am Strauch hängen. Wie bereits erwähnt, tragen Heidelbeeren vor allem am zwei- und dreijährigen Holz. Deshalb steigt der Ertrag ab dem dritten Standjahr deutlich an. Den vollen Ertrag erreichen die Sträucher meist ab dem sechsten bis achten Jahr – vorausgesetzt, Standort und Pflege stimmen.

Dünger mit Fingerspitzengefühl

Frage: Womit sollte ich Heidelbeeren düngen und wie oft?

Gartenblog: Gleich vorweg: Viel Dünger brauchen Heidelbeeren nicht. Verwende am besten einen speziellen Heidelbeer- oder Rhododendrondünger, der auf die Bedürfnisse von Moorbeetpflanzen abgestimmt ist.

Ideal sind zwei bis drei kleine Gaben im Frühjahr, beispielsweise Ende April, im Mai und noch einmal im Juni. Nach Juli wird nicht mehr gedüngt.

Vermeiden solltest du stark nitrathaltige Dünger, chloridhaltige Düngemittel und normalen Gartenkompost. Sie können den pH-Wert verändern oder die empfindlichen Wurzeln belasten.

Wenn die Vögel schneller sind

Frage: Hilfe, Vögel picken meine Heidelbeeren weg – was kann ich tun?

Gartenblog: Heidelbeeren sind nicht nur bei uns beliebt. Sobald die Früchte blau werden, stehen sie auch bei vielen Vögeln auf dem Speiseplan. Bewährt haben sich feinmaschige Schutznetze mit einer Maschenweite von weniger als 12 Millimetern. Spanne sie am besten über einen stabilen Rahmen und führe sie bis zum Boden, damit keine Vögel darunter gelangen können.

Alternativ kannst du einzelne Fruchtbereiche oder kleinere Sträucher mit robusten Stoff- oder Organzabeuteln schützen. Angebracht wird der Schutz kurz bevor die Beeren beginnen, sich blau zu färben.

Viele Blüten, kaum Ernte

Frage: Meine Sträucher bilden viele Blüten, aber wenig Früchte – was mache ich falsch?

Gartenblog: Wenn der Strauch im Frühjahr voller Blüten sitzt, im Sommer aber kaum Beeren trägt, kann das mehrere Ursachen haben. Spätfröste gehören zu den häufigsten Problemen. Heidelbeeren blühen im April und Mai. Fallen die Temperaturen während dieser Zeit unter den Gefrierpunkt, können Blüten und junge Fruchtansätze geschädigt werden.

Auch der pH-Wert spielt eine wichtige Rolle. Ist er zu hoch, kann die Pflanze bestimmte Nährstoffe schlechter aufnehmen und bildet weniger Früchte. Prüfe den Wert deshalb regelmäßig. Trockenheit während der Blüte und Fruchtbildung ist ebenfalls problematisch. Halte den Boden gleichmäßig feucht, ohne Staunässe entstehen zu lassen.

Zu viel Stickstoff kann dagegen dazu führen, dass die Pflanze kräftige Triebe bildet, aber weniger Früchte ansetzt. Auch ein jahrelang vernachlässigter Schnitt sorgt für dichtes, altes Holz und kann den Ertrag verringern. Nicht zuletzt können Krankheiten wie die Monilinia-Triebwelke während der Blüte Blüten und junge Fruchtansätze schädigen.

Braune Flecken auf den Blättern

Frage: Die Blätter meiner Heidelbeeren bekommen braune Flecken – ist das ein Pilz?

Gartenblog: Das kann ein Pilz sein, es kommen aber auch andere Ursachen infrage. Beim Heidelbeerrost entstehen zunächst kleine gelbliche Flecken auf der Oberseite der Blätter. Später verfärben sie sich rötlich-braun. Auf der Unterseite können gelb-orangefarbene Pusteln auftreten. Befallenes Laub solltest du entfernen. Gieße die Pflanzen nicht über die Blätter und halte die Sträucher durch regelmäßiges Auslichten luftig.

Auch eine Blattfleckenkrankheit kann braune Stellen verursachen. Typisch sind zahlreiche runde bis unregelmäßige Flecken mit dunklerem Rand. Bei stärkerem Befall kann das Laub bereits im Sommer abfallen.

Ein weiterer möglicher Verursacher ist der Pilz Valdensinia. Dabei entstehen größere, runde und schnell wachsende braune Flecken. Auch hier gilt: Befallenes Laub entfernen und Überkopfbewässerung vermeiden.

Sind dagegen vor allem Blattränder und Blattspitzen braun und fehlen typische Flecken oder Pusteln, kann auch Trockenheit dahinterstecken. Dann braucht der Strauch schlicht mehr Wasser.

Wenn sich die Blätter einrollen

Frage: An meinen Sträuchern rollen sich die Blätter ein – was könnte das sein?

Gartenblog: Eingerollte Blätter können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Ein genauer Blick auf die Triebspitzen und Blattunterseiten hilft bei der Suche.

  • Blattläuse: Die Blätter kräuseln und rollen sich besonders an den Triebspitzen ein. Meist sitzen die Läuse auf der Blattunterseite. Du kannst sie mit einem kräftigen Wasserstrahl entfernen oder vorsichtig mit den Fingern abstreifen. Bei starkem Befall kommen geeignete Mittel auf Basis von Kaliseife infrage.
  • Blattwickler: Die Blätter sind röhrenartig zusammengerollt und häufig von feinen Gespinsten umgeben. Im Inneren sitzt meist eine kleine Raupe. Entferne die betroffenen Blätter mitsamt der Raupe.
  • Blaubeer-Gallmücke: Die jungen Blätter an den Triebspitzen rollen sich ein. Im Inneren können kleine gelblich-orangefarbene Larven sitzen. Befallene Triebspitzen solltest du frühzeitig entfernen.
  • Thripse: Junge Blätter rollen sich teilweise sehr fest und zigarrenförmig ein. Zusätzlich können rötliche Verfärbungen und verkrüppelte Neutriebe auftreten. Entferne betroffene Triebspitzen und halte den Strauch luftig.
  • Trocken- und Hitzestress: Auch große Hitze oder Wassermangel führen zu eingerollten Blättern. Meist beginnen sie zusätzlich zu welken. Eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit und eine Mulchschicht helfen dagegen.

Hausmittel gegen Pilze?

Frage: Gibt es Hausmittel oder schonende Methoden, um Heidelbeeren vor Pilzerkrankungen zu schützen?

Gartenblog: Es gibt verschiedene Hausmittel, die traditionell gegen Pilzerkrankungen eingesetzt werden. Ihre Wirksamkeit ist allerdings nicht bei allen Methoden wissenschaftlich eindeutig belegt. Sie können deshalb unterstützend eingesetzt werden, ersetzen bei einem stärkeren Befall aber keine gezielten Maßnahmen.

  • Ackerschachtelhalmbrühe: Die enthaltene Kieselsäure soll das Pflanzengewebe stärken. Für die Brühe werden 100 Gramm frischer oder 10 Gramm getrockneter Ackerschachtelhalm mit einem Liter Wasser angesetzt. Nach 24 Stunden wird die Mischung etwa 30 Minuten gekocht, abgekühlt und im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt.
  • Knoblauch- oder Zwiebeltee: Die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe werden traditionell zur Pflanzenstärkung eingesetzt. Dafür 50 Gramm Knoblauch oder Zwiebeln mit einem Liter kochendem Wasser übergießen, 24 Stunden ziehen lassen und anschließend abseihen.
  • Milch-Wasser-Mischung: Eine Mischung aus einem Teil Milch und neun Teilen Wasser wird gelegentlich vorbeugend gegen Pilzkrankheiten auf die Blätter gesprüht.
  • Natronlösung: Ein Teelöffel Natron wird in einem Liter Wasser aufgelöst. Optional können ein bis zwei Tropfen Rapsöl oder Schmierseife hinzugegeben werden.
  • Rainfarn-Tee: Dafür werden 300 Gramm frischer oder 30 Gramm getrockneter Rainfarn mit einem Liter kochendem Wasser übergossen. Etwa 15 Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen.
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Redaktion Garten

Als Kind weiß man immer ganz genau, was man später mal werden will – war bei mir nicht anders. Allerdings wurde ich dann weder Schornsteinfeger, noch Astrologe und auch kein Zahnarzt. Stattdessen landete ich als Moderator beim Radio und als Redakteur beim TV. Der Schritt ins Internet war dann nicht mehr weit – so habe ich mich 2008 als Redakteur und Texter selbstständig gemacht. Zu den flinken Fingern gesellte sich noch der Grüne Daumen – Beruf und Leidenschaft lagen nah zusammen. Ich landete schließlich bei Caipi und verbinde nun meine Erfahrungen als Texter und Hobbygärtner. Von meinem Arbeitsplatz aus sehe ich direkt in meinen Garten, was kann es Schöneres geben?

Weinbergschnecke auf einem grünen Blatt mit Wassertropfen.
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