Junger Keimling wird in einen Blumentopf mit frischer Erde eingesetzt.

Dein Garten im Mai – die wichtigsten Aufgaben auf einen Blick

Schlender im Mai mal durch deinen Garten – wir sind uns sicher, dass allein bei diesem Gang deine To-Do-Liste länger wird. Die Hauptsaison beginnt, es gibt also viel zu tun. Hier wollen Jungpflanzen raus, dort schießt das Unkraut aus dem Boden, im Gewächshaus wird es mittags zu warm und der Rasen tut so, als hätte er einen eigenen Terminkalender. Der Monat ist also proppenvoll, aber durchaus planbar.

Wichtig ist jetzt besonders die Reihenfolge, wie du die Arbeiten angehst. Erst kommt das, was keinen Aufschub duldet, dann kommt der Rest. So verhinderst du, dass du drei Stunden beschäftigt bist und am Ende ausgerechnet die wichtigsten Arbeiten vergessen hast.

Wetter & Timing – hab einen Blick darauf

Auch wenn sich der Mai oft schon nach Sommer anfühlt, ist er nicht selten zweigeteilt. In der ersten Hälfte kann es nachts noch unangenehm werden, vor allem bodennah und in offenen Lagen. Empfindliche Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Paprika, Kürbisse oder auch Zucchini, sowie so manche Beet- und Balkonpflanze solltest du nicht zu früh ins Freie bringen. Nach den Eisheiligen wird alles deutlich entspannter, aber auch dann brauchen Jungpflanzen noch etwas Zeit, um sich draußen einzuleben. Vlies kann im Mai also noch ein brauchbarer Helfer sein. In diesem Monat solltest du vor allem auf folgende Punkte achten:

  • Wärmeliebende Kulturen werden erst nach den letzten kühlen Nächten dauerhaft draußen ausgepflanzt.
  • Härte vorgezogene Pflanzen, die bisher drin waren, langsam ab, damit sie sich an die neuen Bedingungen gut gewöhnen können.
  • Solltest du noch Vlies nutzen, ein Frühbeet oder ein Gewächshaus haben, dann ist regelmäßiges Lüften wichtig.
  • Gieße bei trockener Witterung lieber durchdringend als immer wieder nur ein bisschen.
  • Halte auch weiterhin Vlies bereit, sodass du es bei Bedarf direkt einsetzen kannst.

Ziergarten – zwischen Blütenfülle und Nachbesserungen

Aufgeräumt haben wir im Ziergarten nun lange genug, jetzt geht es daran, für frische Pflanzen zu sorgen und diese zu pflegen. Stauden legen nun kräftig los, Lücken fallen somit deutlicher auf und hohe Arten brauchen nicht selten schon jetzt eine Stütze, damit sie später nicht umfallen. Aber denke auch hier daran, dass der Mai noch Wetterüberraschungen parat halten kann – erst nach den Eisheiligen bist du auf einer relativ sicheren Seite. Diese Arbeiten solltest du dir in diesem Monat in deinem Ziergarten vornehmen:

  • Damit nichts umfällt, installiere rechtzeitig Stützen und Pflanzringe für Stauden.
  • Sind über den Winter Lücken im Beet entstanden, können diese nun neu bepflanzt werden.
  • Manche Frühblüher zeigen bereits Verblühtes – das darf regelmäßig weg.
  • Beetkanten solltest du jetzt nacharbeiten.
  • Dahlien und andere frostempfindliche Knollen werden erst nach den Eisheiligen gesetzt.

Sträucher, Hecken und Ziergräser – überschaubare Arbeiten

Während in anderen Gartenbereichen viel los ist, hält sich die Arbeit bei Sträuchern, Hecken und Ziergräsern im Rahmen. Manchmal ist gar nichts zu tun, manchmal musst du noch etwas Hand anlegen, vor allem dann, wenn du die Arbeiten in den letzten Monat hast schleifen lassen.

Radikale Rückschnitte sind im Mai sowieso verboten, denn Hecken und Sträucher werden als Brutplatz und Rückzugsort von Vögeln genutzt. Wenn du schneiden willst, dann nur wenig. Diese Arbeiten könnten für dich relevant werden:

  • Hecken nur leicht in Form bringen, wenn überhaupt schon nötig.
  • Prüfe vor jedem Schnitt die Pflanzen darauf, ob Nester vorhanden sind. Wenn ja, Finger weg!
  • Frühblühende Sträucher kannst du nach der Blüte auslichten.
  • Stehen noch immer alte Halme an deinen Ziergräsern? Dann sollten diese jetzt endlich weichen.
  • Lavendel kannst du jetzt ebenfalls noch vorsichtig zurückschneiden.

Rosen und Kübel – ab nach draußen

Bei Rosen und Kübeln geht es im Mai vor allem um den Übergang nach draußen. Das klappt gut, wenn der Wechsel nicht zu abrupt erfolgt. Pflanzen aus dem Winterquartier, dem Haus oder dem Frühbeet müssen sich erst an Sonne, Wind und Temperaturwechsel gewöhnen. Dazu kommt ein ganz praktischer Punkt: Töpfe trocknen deutlich schneller aus, das bedeutet: regelmäßig kontrollieren. Weitere Mai-Arbeiten:

  • Kübelpflanzen werden jetzt schrittweise ins Freie gestellt.
  • Starte zunächst halbschattig und nicht sofort mit direkter Sonne.
  • Töpfe, Drainage und Untersetzer checken und gegebenenfalls austauschen oder frühlingsfit machen.
  • Sollte eine Pflanze zu groß für den Topf geworden sein, wird jetzt umgepflanzt.
  • Kontrolliere Rosen auf Läuse, Wildtriebe und kranke Triebe.
  • Neue Containerrosen können jetzt direkt gepflanzt und danach gut eingeschlämmt werden.

Obstgarten und Beeren – der Grundstock für die spätere Ernte

Erdbeerpflanze mit weißen Blüten und grünen Blättern im Gartenbeet.
Blühende Erdbeeren als Grundlage für eine reiche und nachhaltige Ernte im Garten.

Im Mai siehst du in deinem Obstgarten sehr deutlich, wie gut der Start in die Saison geklappt hat. Bei Erdbeeren beginnt die Phase, in der sauberes Arbeiten den entscheidenden Unterschied macht. Liegen die Früchte später auf feuchter Erde, ist Ärger mit Fäulnis und Schmutz vorprogrammiert. Darum kommt das Stroh nicht erst dann unter die Pflanzen, wenn schon die ersten Früchte zu sehen sind, sondern bereits jetzt zur Blüte.

Auch bei Beerensträuchern lohnt sich ein prüfender Blick. Junge Ruten von Himbeeren und Brombeeren brauchen Halt. Zu dichtes Wachstum solltest du entzerren. Junge Obstbäume dürfen an trockenen Tagen nicht auf sich alleine gestellt bleiben. Vor allem dann nicht, wenn sie erst frisch gepflanzt wurden oder noch nicht gut eingewachsen sind. Sie zeigen Wassermangel dann nämlich deutlich schneller als ältere Bäume. Diese Arbeiten bzw. Kontrollen sind die beste Möglichkeit, einen kümmerlichen Fruchtansatz oder einen schwachen Austrieb zu vermeiden.

Gemüsegarten und Hochbeete – viel Platz bleibt nicht mehr

Im Gemüsebeet kommen jetzt mehrere Dinge zusammen. Frühe Reihen wollen gepflegt werden, neue Aussaaten stehen an und nach den kalten Nächten ziehen die wärmeliebenden Kulturen ein. Leere Beete solltest du in diesem Monat nicht einfach leer lassen, denn sie trocknen schnell unnötig aus oder werden mit Unkraut überwuchert. Diese Arbeiten stehen im Mai im Gemüsegarten an:

  • Halte Beete unkrautfrei und lockere sie flach auf.
  • Arbeite Kompost ein, falls du das noch nicht erledigt hast.
  • Sorge vor allem bei Salat, Radieschen und Karotten für Nachschub.
  • Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbisse und Zucchini kommen erst nach den Eisheiligen nach draußen.
  • Kartoffeln werden jetzt angehäufelt.
  • Prüfe deine Hochbeete regelmäßig auf ausreichende Feuchtigkeit.
  • Freie Flächen solltest du mit Kurzkulturen oder mit Gründüngung belegen.

Frühbeet und Gewächshaus – Wärme nutzen

Ganz besonders wichtig in diesem Bereich ist jetzt das Lüften, denn im Mai können die Temperaturen deutlich nach oben klettern. Wenn morgens noch Wärme willkommen ist, kann sie mittags schon zu viel sein. Vor allem Tomaten und Gurken danken es dir, wenn sie luftig stehen, trockenes Laub behalten und nicht ständig in feuchtwarmer Luft hängen. Dazu kommt der Platzbedarf: Was vor zwei Wochen noch gut Platz hatte, steht jetzt womöglich schon viel zu eng. Einen kurzen Kontrollgang pro Tag solltest du einplanen, dabei werden Fenster geöffnet, Pflanzen bei Bedarf neu angebunden und welke Pflanzenteile entfernt.

Aussaat und Voranzucht im Mai – ein grober Überblick

Im Mai wandert der Schwerpunkt der Aussaat deutlich nach draußen. Drinnen wird nur noch kurz vorgezogen, vieles kann nun direkt ins Beet oder nach der Monatsmitte als Jungpflanze an den endgültigen Platz.

Drinnen vorziehen Direkt ins Beet Pflanzung nach Mitte Mai
  • Paprika
  • Tomaten

Bei Gurken, Kürbissen und Zucchini genügt im Mai eine kurze Voranzucht. Sie müssen nicht wochenlang im Haus herumstehen, bis sie lang und weich werden.

Eine umfangreiche Übersicht findest du in unserem Gartenblog als eigenständige Beiträge „Gemüseaussaat im Mai“, „Kräuteraussaat im Mai“ und „Blumenaussaat im Mai“.

Rasen, Wege und Technik – laufende Pflege, kleine Reparaturen

Während du im April den Rasen noch fit für die Saison gemacht hast, geht es jetzt daran, ihn permanent zu pflegen. Dazu musst du nicht alle zwei Tage zum Rasenmäher greifen, aber doch einen regelmäßigen Rhythmus daraus machen. Schneidest du zu kurz, trocknet er bei warmem Wetter schneller aus. Gießt du ständig nur oberflächlich, wurzelt er zu flach und wird anfälliger.

Gleichzeitig lohnt ein Blick auf Wege, Rasenkanten und Bewässerungstechnik, denn kleine Schäden sind jetzt noch schnell behoben. Lockere Einfassungen, abgesackte Platten oder undichte Anschlüsse lassen sich jetzt ohne großen Aufwand richten. Später, wenn alles dicht eingewachsen ist und der Garten insgesamt mehr Arbeit macht, schiebst du solche Kleinigkeiten meist nur noch vor dir her.

Pflanzengesundheit – kleine Probleme früh stoppen

Ab jetzt sollten im Garten regelmäßige Rundgänge beginnen, damit du rechtzeitig siehst, wenn mit deinen Pflanzen etwas nicht stimmt. Blattläuse sitzen gerne an frischen Triebspitzen, Schnecken suchen sich die weichsten Kulturen und im Gewächshaus werden aus feuchtem Laub und schlechter Luft schnell Krankheitsprobleme. Der Vorteil in diesem Monat ist: Vieles lässt sich noch ohne große Maßnahmen eindämmen, wenn du nicht zu lange wartest, bis ein kleiner Befall zu einem großen wird. Gerade bei Rosen, Bohnen, Salaten, Erdbeeren und Tomaten solltest du deshalb einen regelmäßigen Blick riskieren.

Teich – Zeit zum Genießen

Naturnaher Garten mit Teich, Holzdeck und Liegestühlen umgeben von grünen Pflanzen.
Ein naturnaher Garten mit Teich schafft Lebensraum und lädt zum entspannten Verweilen ein.

Am Teich beginnt jetzt die Zeit des Genießens – was ja auch mal sein muss. Das heißt: Es stehen kaum Arbeiten an. Kaum heißt aber nicht, keine. Wenn du abgestorbene Pflanzenreste siehst oder von außen Laub oder dergleichen ins Wasser geweht wird, kannst du handeln. Dann holst du dir deinen Kescher und schon sind die Störenfriede herausgefischt. Ein Blick auf den Wasserstand ist auch sinnvoll, denn wenn dieser in kurzer Zeit auffällig sinkt, stimmt etwas nicht. Hier solltest du der Ursache dann natürlich schnell auf den Grund gehen.

Tiere im Garten – Rücksicht bleibt wichtig

Der Garten sind nicht nur dein Arbeits- und Erholungsplatz, Hecken, Sträucher, dichte Staudenbereiche und vieles mehr sind Rückzugsorte, Brutplätze und Kinderstube für Tiere. Daher solltest du weiterhin auf folgende Punkte achten:

  • Vor Schnittarbeiten immer auf Nester und Jungtiere kontrollieren.
  • Wilde Ecken nicht unnötig aufräumen.
  • Vogeltränken sauber halten und regelmäßig auffüllen.
  • Offene Wasserstellen sicher und sauber halten.

Gartenarbeiten für drinnen – Ordnung spart Nerven

Auch wenn sich die meisten Arbeiten im Mai nach draußen verlagern, gibt es in Haus, Keller und Schuppen ein paar Dinge, die nicht liegenbleiben sollten:

  • Wenn noch letzte Jungpflanzen auf den Umzug warten, werden diese jetzt umgetopft oder pikiert.
  • Beschrifte die verschiedenen Sorten sauber, damit du immer weißt, wo was wächst.
  • Anzuchtgefäße kannst du reinigen, wenn sie nicht mehr benötigt werden.
  • Sortiere auch deine Saatgutreste und sieh nach, welche bereits länger abgelaufen sind.
  • Scheren und Gartenwerkzeuge solltest du spätestens jetzt säubern und schärfen.
  • Ergänze – wenn nötig – Bindematerial, Etiketten und Pflanzstäbe, damit du sie vorrätig hast, wenn du sie brauchst.

Was sonst noch zu tun ist

Ein paar Arbeiten hätten wir da noch, die du im Mai erledigen kannst:

  • Setze oder ergänze Rankhilfen, Pflanzstäbe und Netze rechtzeitig, bevor Bohnen, Tomaten und Kletterpflanzen später im Weg sind.
  • Bringe Mulch gezielt aus, damit der Boden nicht zu schnell austrocknet.
  • Überprüfe und mache Regentonnen, Regenfässer und Anschlüsse startklar für die Saison.
  • Gieße lieber morgens oder abends, als in der Mittagssonne, dann kommt das Wasser auch dort an, wo es hinsoll.
  • Was jetzt schon reif ist, regelmäßig ernten, damit Pflanzen nachschieben können und die Beete übersichtlich bleiben.
  • Behalte frisch gesetzte Pflanzen zu Beginn genau im Blick und wässere ausreichend, aber nicht zu viel, denn Staunässe mögen die meisten nicht.

Mai-To-do-Liste im Überblick

Du willst alle Gartenarbeiten im Monat Mai auf einen Blick? Bitte schön:

Ziergarten
  • Stauden stützen
  • Lücken bepflanzen
  • Verblühtes ausputzen
  • Beetkanten nacharbeiten
  • Dahlien und Sommerblumen nach den Eisheiligen setzen
Gehölze und Gräser
  • Nur leichte Pflegeschnitte
  • Auf Nester achten
  • Frühlingsblühende Sträucher nach der Blüte auslichten
  • Alte Halme entfernen
Rosen und Kübel
  • Abhärten
  • Ins Freie stellen
  • Töpfe prüfen
  • Bei Bedarf umtopfen
  • Rosen kontrollieren
Obst und Beeren
  • Erdbeeren mit Stroh versorgen
  • Beeren anbinden
  • Junge Obstbäume wässern
  • Krankes Material entfernen
Gemüse und Hochbeet
  • Säen
  • Pflanzen
  • Anhäufeln
  • Hochbeete feucht halten
  • Freie Flächen nutzen
Frühbeet und Gewächshaus
  • Lüften
  • Gießen
  • Anbinden
  • Auslichten
  • Bei Hitze beschatten
Rasen und Wege
  • Mähen
  • Wässern
  • Kanten nacharbeiten
  • Technik prüfen
Pflanzengesundheit
  • Pflanzen auf Läuse kontrollieren
  • Schnecken eindämmen
  • Befallenes rasch behandeln bzw. entfernen
Teich
  • Pflanzenreste entfernen
  • Technik prüfen
  • Wasserstand beobachten
Sonstiges
  • Rankhilfen setzen
  • Mulch passend einsetzen
  • Materialien ergänzen
  • Erste Ernten mitnehmen

Im Mai steht viel Arbeit an, aber alles gleichzeitig muss dann auch nicht sein. Lege dir einen guten Monatsplan zurecht, in dem du alle relevanten Gartenarbeiten verteilst. Und plane auch Tage ein, an denen du deinen Garten genießt, denn nur Arbeit macht auch nicht glücklich.

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