Geht es dir auch so? Das Gartenjahr neigt sich dem Ende zu, aber den Mangold scheint das nicht zu interessieren. Zwei Pflanzen reichen aus, um dich zur Verzweiflung zu bringen. Zum Wegwerfen eindeutig zu schade, zum Verarbeiten zu viel. Vor allem dann, wenn man das bunte Gemüse eigentlich nur für das Töchterchen anbaut.
Keine Angst, du hast noch viel Zeit, das frische Gemüse zu ernten. Wenn kein Frost kommt, kannst du bis in den Dezember ernten. Wir haben einige spannende Rezepte mit Mangold für dich und Tipps, wie du das Gemüse konservieren kannst.
Wie kann man Mangold konservieren?
Das gesunde Blattgemüse mit den wenigen Kalorien und den vielen Nährstoffen kann einfach konserviert werden. Wir empfehlen dir, Blätter und Stiele einzufrieren. Du kannst aber auch einkochen oder fermentieren.
Tatsächlich habe ich das Fermentieren noch nicht probiert (obwohl ich sonst fast alles fermentiere). Solltest du Mangold schon fermentiert haben, freue ich mich über deine Erfahrungen. Berichte einfach in den Kommentaren darüber.
Wie kann man Mangold einfrieren?
Mangold einfrieren ist einfach und vor allem für das Gemüse und deren Inhaltsstoffe schonend. Ernten – waschen – blanchieren – einfrieren. Leichter geht es nicht.
Nach der Ernte solltest du Blätter und Stiele trennen. Die beiden haben unterschiedliche Garzeiten. Deshalb ist es besser, die frierst sie auch getrennt ein. Trenne also Blätter und Stiele, entfertne beschädigtes Gemüse und wasche alles gründlich. Die Stiele teilst du in kleine Stücke von etwa einem bis zwei Zentimeter.
Bevor das Gemüse in den Frost kommt, blanchierst du sowohl Blätter als auch Stiele. Dafür wird das Gemüse in kochendes Wasser kurz gelegt. Die Stiele bleiben etwa 2 Minuten im Wasser, für die Blätter reicht eine Minute. Anschließend nimmst du das Gemüse mit einer Schöpfkehle aus dem Wasser und schreckst es in Eiswasser ab. So kannst du die frische Farbe erhalten. Trockne das Gemüse etwas ab und verpacke es luftdicht in Gefrierbeutel.
Der Mangold ist etwa 8 bis 12 Monate im Frost haltbar.
Wie kann man Mangold einkochen?
Mangold einkochen gehört nicht zu meinen Favoriten. Das Gemüse wird durch den Einkochprozess sehr weich und verliert seine Konsistenz.
Eine Möglichkeit ist, Mangold wie saure Gurken einzulegen. Dafür solltest du nur die Stiele verwenden. Bereite das Gemüse vor und fülle es in die Gläser.
Für den Sud bereitest du eine Mischung aus Wasser, Essig, Salz, Zucker und anderen Gewürzen. Diesen Sud gibst du heiß in die Gläser über das Gemüse. Schließe den Deckel und koche alles etwa 30 bis 35 Minuten bei 90°C ein.
Wie kann man Mangold fermentieren?
Mangold fermentierst du mit einer 2%-igen Lake. Für ein Kilogramm frischen Mangold benötigst du 20 g Salz und ein Liter Wasser. Am besten eignen sich die Stiele zum Fermentieren. Fühle alles in ein sterilisiertes Fermentierglas. Du kannst auch noch andere Gewürze wie Knoblauch, Ingwer oder Chili dazugeben. Zum Abdecken verwendest du ein großes Mangoldblatt oder ein Fermentiergewicht. Achte darauf, dass möglichst wenig Luft im Glas ist. Die Mangoldstiele sollen vollständig mit der Lake bedeckt sein. Bei Zimmertemperatur bleibt das Glas etwa 5 bis 7 Tage stehen. Für mehr Säure lässt du es einfach länger stehen.
Wie wird Mangold zubereitet? 5 leckere Rezepte für Mangold
Mangold lässt sich einfach zubereiten und in viele Gerichte integrieren. Die Blätter kannst du gut wie Spinat oder roh im Salat verwenden. Die Stiele sind fester und eignen sich gut als Beilage, für Suppen und Eintöpfe oder als Füllung. Auf keinen Fall solltest du Mangold zu lange kochen oder braten. Der leicht süßliche Geschmack von Mangold erinnert an eine Mischung aus Rote Beete und Spinat. Die Stiele haben eine leicht erdige Note.
Vor dem Zubereiten solltest du Mangold kurz blanchieren. Dadurch wird die Oxalsäure reduziert. Das ist besonders dann wichtig, wenn du etwas empfindlicher auf dem Magen bist.
Und hier kommen unsere 5 Rezepte für dich:
1. Kartoffel-Mangold-Pfanne mit Feta
Zeit: ca. 35 Minuten
Schwierigkeitsgrad: sehr leicht
Portionen: 4
Zutaten
- 800 g Kartoffeln
- 500 g Mangold
- 1 große Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 200 g Feta
- 2 EL Olivenöl
- 100 ml Gemüsebrühe
- 1 TL Paprikapulver, edelsüß
- etwas Muskat
- Salz und Pfeffer
- 1–2 TL Zitronensaft
Zubereitung
- Kartoffeln schälen und in etwa 2 cm große Würfel schneiden. In Salzwasser etwa 10 Minuten vorgaren. Sie sollen noch etwas Biss haben. Abgießen.
- Mangold gründlich waschen. Die Stiele von den Blättern trennen. Stiele klein schneiden, Blätter in breite Streifen schneiden.
- Zwiebel würfeln und Knoblauch fein hacken.
- Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Kartoffeln darin etwa 5–7 Minuten goldbraun anbraten.
- Zwiebeln, Knoblauch und Mangoldstiele dazugeben und weitere 4–5 Minuten braten.
- Mangoldblätter und Gemüsebrühe hinzufügen. Deckel auflegen und alles etwa 3–4 Minuten dünsten, bis die Blätter zusammenfallen.
- Mit Paprika, Muskat, Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.
- Feta darüberbröseln und entweder nur kurz erwärmen oder unterheben.
Tipp: Ein Spiegelei obendrauf macht daraus ein besonders sättigendes Abendessen.
2. Süßkartoffel-Mangold-Curry mit Kichererbsen
Zeit: ca. 40 Minuten
Schwierigkeitsgrad: leicht
Portionen: 4
Zutaten
- 500 g Mangold
- 600 g Süßkartoffeln
- 1 Dose Kichererbsen (ca. 240 g Abtropfgewicht)
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 kleines Stück Ingwer, etwa 2–3 cm
- 1 EL Öl
- 2 EL Currypulver oder 1–2 EL gelbe Currypaste
- 400 ml Kokosmilch
- 200 ml Gemüsebrühe
- 1 Limette
- Salz und Pfeffer
- optional etwas Chili
- optional Cashewkerne oder Erdnüsse
Zubereitung
- Süßkartoffeln schälen und in mundgerechte Würfel schneiden.
- Mangold waschen. Stiele und Blätter voneinander trennen. Stiele klein schneiden und Blätter grob zerkleinern.
- Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. Ingwer schälen und fein reiben.
- Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel darin glasig dünsten. Knoblauch und Ingwer hinzufügen.
- Currypulver beziehungsweise Currypaste kurz mitrösten. Dadurch entwickeln sich die Aromen deutlich besser.
- Süßkartoffeln und Mangoldstiele dazugeben und etwa 2 Minuten mitbraten.
- Kokosmilch und Gemüsebrühe angießen. Etwa 15 Minuten köcheln lassen.
- Kichererbsen abspülen und zusammen mit den Mangoldblättern hinzufügen.
- Weitere 5 Minuten köcheln lassen, bis die Süßkartoffeln weich sind.
- Mit Salz, Pfeffer, Limettensaft und nach Wunsch etwas Chili abschmecken.
- Vor dem Servieren mit gehackten Cashewkernen oder Erdnüssen bestreuen.
Dazu passt Reis, allerdings ist das Curry durch Süßkartoffeln und Kichererbsen auch ohne Beilage ziemlich sättigend.
3. Kartoffel-Mangold-Gratin mit Schafskäse
Zeit: ca. 65 Minuten
Schwierigkeitsgrad: mittel
Portionen: 4
Zutaten
- 800 g festkochende Kartoffeln
- 500 g Mangold
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 200 g Schafskäse oder Feta
- 200 ml Sahne
- 150 ml Milch
- 2 Eier
- 1 EL Butter oder Öl
- ½ TL getrockneter Thymian
- Muskat
- Salz und Pfeffer
- etwas Butter für die Form
Zubereitung
- Backofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Etwa 7–8 Minuten in Salzwasser vorgaren und anschließend abgießen.
- Mangold waschen. Stiele klein schneiden, Blätter in Streifen schneiden.
- Zwiebel und Knoblauch fein hacken.
- Butter oder Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und Mangoldstiele etwa 4 Minuten dünsten.
- Mangoldblätter dazugeben und zusammenfallen lassen. Mit Pfeffer, wenig Salz und Muskat würzen.
- Eine Auflaufform einfetten. Kartoffeln und Mangold abwechselnd einschichten.
- Sahne, Milch und Eier verquirlen. Mit Thymian, Muskat, Pfeffer und etwas Salz würzen.
- Mischung über Kartoffeln und Mangold gießen.
- Feta zerbröseln und darüber verteilen.
- Im Ofen etwa 30–35 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.
Tipp: Mit etwas Zitronenabrieb im Guss bekommt das recht deftige Gratin eine schöne frische Note.
4. Mangold-Quiche mit Ziegenkäse, Honig und Thymian
Zeit: ca. 1 Stunde 30 Minuten
Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoller
Portionen: 4–6
Zutaten
Für den Teig:
- 250 g Mehl
- 125 g kalte Butter
- 1 Ei
- ½ TL Salz
- 1–2 EL kaltes Wasser
Für die Füllung:
- 500 g Mangold
- 1 kleine Stange Lauch
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 EL Olivenöl
- 3 Eier
- 200 ml Sahne
- 100 g Crème fraîche
- 150 g Ziegenkäserolle
- 30 g Parmesan
- 2 EL Pinienkerne
- 1–2 TL Honig
- einige Zweige Thymian
- Muskat
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
- Mehl und Salz vermischen. Kalte Butter in kleinen Stücken sowie das Ei hinzufügen und alles rasch zu einem Teig verkneten. Falls nötig, etwas kaltes Wasser dazugeben.
- Teig zu einer Kugel formen und etwa 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
- Währenddessen Mangold waschen und Stiele und Blätter getrennt schneiden.
- Lauch waschen und in Ringe schneiden. Zwiebel und Knoblauch fein hacken.
- Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebeln, Lauch und Mangoldstiele etwa 5 Minuten dünsten. Knoblauch und Mangoldblätter hinzufügen und weitere 2–3 Minuten garen. Etwas abkühlen lassen.
- Backofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Teig ausrollen und eine gefettete Quiche- oder Springform damit auskleiden. Einen Rand hochziehen.
- Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen und etwa 10 Minuten vorbacken.
- Eier, Sahne, Crème fraîche und Parmesan verrühren. Mit Muskat, Pfeffer, Thymian und wenig Salz würzen.
- Mangoldgemüse auf dem Boden verteilen und den Guss darübergeben.
- Ziegenkäse in Scheiben schneiden und auf der Quiche verteilen. Pinienkerne darüberstreuen.
- Etwa 30–35 Minuten backen.
- Kurz vor Ende der Backzeit etwas Honig über den Ziegenkäse träufeln.
Warm schmeckt die Quiche hervorragend, sie lässt sich aber auch kalt essen und gut vorbereiten.
5. Mangold-Lasagne mit Béchamel und Orange
Zeit: ca. 1 Stunde 30 Minuten
Schwierigkeitsgrad: aufwendig
Portionen: 4–6
Zutaten
Für die Mangoldfüllung:
- 700 g Mangold
- 1 große Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 2 EL Olivenöl
- 50 g Pinienkerne
- 1 Bio-Orange
- Salz und Pfeffer
- Muskat
Für die Béchamelsauce:
- 50 g Butter
- 50 g Mehl
- 600 ml Milch
- 100 ml Orangensaft
- Salz
- Pfeffer
- Muskat
Außerdem:
- ca. 10–12 Lasagneplatten
- 150 g geriebener Parmesan
- 150 g Mozzarella
Zubereitung
- Mangold gründlich waschen. Stiele von den Blättern trennen. Stiele fein schneiden und Blätter grob hacken.
- Zwiebel und Knoblauch fein würfeln.
- Olivenöl erhitzen und zunächst Zwiebel und Mangoldstiele etwa 5 Minuten anbraten.
- Knoblauch und Mangoldblätter dazugeben. Weitere 3–4 Minuten dünsten.
- Pinienkerne kurz ohne Fett rösten und unter den Mangold geben.
- Etwas Schale der Bio-Orange fein abreiben und ebenfalls unterheben. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
- Für die Béchamelsauce Butter in einem Topf schmelzen. Mehl einrühren und kurz anschwitzen.
- Milch nach und nach unter kräftigem Rühren hinzufügen, damit keine Klümpchen entstehen.
- Orangensaft dazugeben und die Sauce einige Minuten leicht köcheln lassen, bis sie cremig wird. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
- Backofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Etwas Béchamelsauce auf dem Boden einer Auflaufform verteilen.
- Darauf Lasagneplatten, Mangold, Béchamel und etwas Parmesan schichten. So fortfahren, bis alles verbraucht ist.
- Die letzte Nudelschicht großzügig mit Béchamel bedecken.
- Mozzarella und restlichen Parmesan darüber verteilen.
- Lasagne etwa 35–40 Minuten backen.
- Vor dem Anschneiden 5–10 Minuten ruhen lassen.
Die Orange klingt zunächst ungewöhnlich, passt aber erstaunlich gut zum leicht erdigen Geschmack des Mangolds. Wer skeptisch ist, kann zunächst nur 50 ml Orangensaft und etwas Abrieb verwenden.
Du siehst, aus Mangold können einfache, schnelle Gerichte aber auch Gourmetrezepte entstehen.
Welche Rezepte mit Mangold hast du schon ausprobiert? Schreibe es uns in die Kommentare!




