Die Tamarillo wird immer beliebter bei Hobbygärtnern. Und das aus gutem Grund: Die Früchte der Baumtomate schmecken sehr fruchtig und lecker und sind eine Bereicherung für deine Küche. Wenn du aber bei „Baumtomate“ an Tomaten denkst, dann irrst du. Die Pflanze gehört zwar ebenfalls zu den Nachtschattengewächsen, ist aber sowohl im Wachstum als auch in der Frucht nicht mit einer Tomate zu vergleichen.
Was ist eine Baumtomate eigentlich?
Bei Baumtomate denkst du vermutlich an eine Tomatensorte, die auf Bäumen wächst. Ganz falsch ist das nicht, aber eben auch nicht ganz richtig. Die Baumtomate, botanisch als Tamarillo bekannt, gehört zwar zur Familie der Nachtschattengewächse, also zur gleichen Familie wie klassische Tomaten, Kartoffeln und Paprika. Tamarillos sind eher ein kleiner Baum oder großer Strauch als eine typische Gemüsepflanze. Wissenschaftlich werden sie als Solanum betaceum oder Cyphomandra betacea bezeichnet.
Die Früchte sind eiförmig und erinnern optisch an längliche Tomaten oder kleine Mangos. Ihre Schale kann rot, orange oder sogar gelb sein. Geschmacklich unterscheiden sich die Früchte von Tomaten. Das Fruchtfleisch ist fruchtig und leicht säuerlich. Es erinnert an eine Mischung aus Tomate, Maracuja und etwas Exotik, die sich schwer in Worte fassen lässt.
Sind Baumtomaten wirklich Tomaten?
Kurz gesagt: Nein. Auch wenn der Name das vermuten lässt, sind Tamarillos keine echten Tomaten. Sie sind eher entfernte Verwandte. Während deine Gartentomate einjährig wächst, ist die Baumtomate mehrjährig und verholzt mit der Zeit.
Ein wichtiger Unterschied liegt auch im Geschmack: Während klassische Tomaten eher mild bis süßlich sind, bringen Tamarillos eine deutlich intensivere, fruchtig-säuerliche Note mit. Genau das macht sie in der Küche so spannend.
Woher kommt die Tamarillo ursprünglich?
Die Tamarillo hat ihre Wurzeln in Südamerika, genauer gesagt in den Andenregionen von Ländern wie Peru, Ecuador und Bolivien. Dort wächst sie in Höhenlagen mit mildem Klima – nicht zu heiß, aber auch nicht frostig.
Später wurde sie vor allem in Neuseeland kultiviert und weiterentwickelt. Daher stammt auch der Name „Tamarillo“, der in den 1960er-Jahren gezielt eingeführt wurde, um die Frucht international besser vermarkten zu können.
Kannst du Tamarillo in Deutschland anbauen?
Jetzt wird es spannend, denn genau das ist eine der häufigsten Fragen, die wir immer wieder hören.
Ja, du kannst Tamarillos auch in Deutschland anbauen. Allerdings solltest du dir bewusst sein: Diese Pflanze ist ein echtes Sensibelchen, wenn es um Temperaturen geht.
Im Freiland funktioniert der Anbau nur eingeschränkt und meist auch nur im Sommer. Viel besser geeignet sind:
- Gewächshaus
- Wintergarten
- heller, geschützter Standort im Kübel
Wir empfehlen dir ganz klar den Kübelanbau. So kannst du flexibel reagieren, wenn das Wetter umschlägt, denn zu kalte Temperaturen mag die Pflanze gar nicht.
Lässt sich die Tamarillo einfach aus Samen anziehen?

Ja und genau das macht die Tamarillo für viele Hobbygärtner so spannend. Aus unserer Erfahrung können wir dir sagen: Die Anzucht aus Samen ist grundsätzlich unkompliziert, wenn du ein paar Dinge beachtest.
Die Samen keimen relativ zuverlässig, brauchen aber Wärme und Geduld. Ideal sind Temperaturen zwischen 20 und 25 °C – also klassische Bedingungen für die Anzucht auf der Fensterbank oder im Mini-Gewächshaus. Wichtig ist außerdem ein helles Plätzchen, denn Licht spielt eine große Rolle für die Keimung und das Wachstum der jungen Pflanzen. Baumtomaten sind Lichtkeimer.
So gehst du am besten vor: Du säst die Samen flach in Anzuchterde aus, bedeckst sie nur leicht mit Erde und hältst das Substrat gleichmäßig feucht – nicht nass. Nach etwa 2 bis 4 Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge. Sobald sie ein paar echte Blätter entwickelt haben, kannst du sie vorsichtig pikieren und in größere Töpfe setzen.
Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Pflanzen aus Samen sind oft etwas variabler als gekaufte Jungpflanzen. Das heißt, du weißt nie ganz genau, wie die spätere Frucht ausfällt – und genau das macht es auch so reizvoll.
Wichtig ist nur, dass du dir bewusst bist: Bis zur ersten Ernte dauert es länger als bei vorgezogenen Pflanzen. Dafür hast du aber von Anfang an alles selbst in der Hand und das ist für viele Gärtner das schönste Gefühl überhaupt.
Wo ist der beste Standort für deine Baumtomate?
Ideal sind natürlich Bedingungen, die dem Standort der Pflanzen entsprechen. An einem hellen Ort sind die Pflanzen gut aufgehoben.
Die Tamarillo liebt:
- viel Licht
- Wärme
- Schutz vor Wind
- gleichmäßige Bedingungen
Ein sonniger Platz auf der Terrasse ist im Sommer ideal. Auch in Gewächshäusern lassen sich die Tamarillos gut kultivieren. Wichtig ist aber, dass die Pflanze nicht dauerhaft praller Mittagssonne ausgesetzt ist – besonders junge Pflanzen können da empfindlich reagieren. Die Erde soll nährstoffreich sein. Am besten reicherst du sie mit Kompost an.
Wie pflegst du eine Baumtomate richtig?
Die Pflege ist kein Hexenwerk, aber sie verlangt etwas Aufmerksamkeit.
Beim Gießen gilt: den Boden gleichmäßig feucht halten. Es darf aber keine Staunässe entstehen. Die Wurzeln reagieren empfindlich, wenn sie zu nass stehen.
Düngen solltest du regelmäßig in der Wachstumsphase – etwa alle zwei Wochen mit einem ausgewogenen Flüssigdünger. Tamarillos sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe.
Ein Rückschnitt ist ebenfalls sinnvoll. Tamarillos wachsen schnell und können sonst recht ausladend werden. Durch das Schneiden förderst du außerdem die Verzweigung und damit auch den Fruchtansatz.
Sind Tamarillos selbstbefruchtend?
Ja, und das ist ein großer Vorteil.
Du brauchst also keine zweite Pflanze, um Früchte zu bekommen. Dennoch kann es helfen, wenn du ein wenig nachhilfst – besonders im Innenbereich. Ein leichtes Schütteln der Pflanze oder das Bestäuben mit einem Pinsel kann den Fruchtansatz verbessern.
Wann trägt die Baumtomate Früchte?
Geduld ist hier wichtig.
In der Regel beginnt die Tamarillo nach etwa 1,5 bis 2 Jahren Früchte zu tragen. Das hängt stark von den Bedingungen ab. Licht, Wärme und Pflege spielen eine entscheidende Rolle.
Die Blüte erscheint meist im späten Frühjahr oder Sommer. Die Früchte brauchen dann mehrere Monate, um auszureifen. Oft kannst du im Spätsommer oder Herbst ernten – manchmal auch erst im Winter, wenn die Pflanze im Haus steht.
Kannst du Tamarillos im Topf anbauen?

Absolut und wir würden sogar sagen: Es ist der beste Weg in unserem Klima, wenn die Pflanze im Kübel kultiviert wird.
Ein ausreichend großer Topf mit mindestens 10 – 20 Liter ist wichtig, damit sich die Wurzeln gut entwickeln können. Achte auf eine gute Drainage, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. So kannst du Staunässe vermeiden. Optimal ist es, wenn du Blähton oder eine andere Schicht einbringst.
Der große Vorteil: Du kannst deine Kübelpflanze flexibel bewegen – raus im Sommer, rein im Winter.
Ist die Baumtomate winterhart?
Leider nein. Und das ist auch der Punkt, an dem viele Hobbygärtner scheitern.
Die Tamarillo verträgt keinen Frost. Schon Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt können ihr zusetzen. Alles unter 0 °C wird kritisch und längerer Frost bedeutet meist das Ende der Pflanze.
Wenn du also langfristig Freude an deiner Baumtomate haben möchtest, musst du sie überwintern.
Wie erfolgt die Überwinterung von Baumtomaten?
Da Tamarillos nicht winterhart sind, musst du sie vor den ersten Frösten ins Winterquartier holen.
Wichtig ist:
- heller Standort (z. B. Wintergärten oder helles Treppenhaus),
- Temperaturen idealerweise zwischen 5 und 15 °C,
- wenig gießen, aber nicht komplett austrocknen lassen,
- keine Düngung im Winter.
Vor dem Einräumen solltest du die Pflanze leicht zurückschneiden. Das hilft, Platz zu sparen und die Pflanze kommt besser durch die dunkle Jahreszeit.
Möchtest du auch im Winter ernten, solltest du die Pflanze warm überwintern. Wichtig ist, dass du dann unbedingt auf Schädlinge wie Spinnmilben achtest, die sich im Warmen schnell entwickeln.
Wie kann man die Tomarillo vermehren?
Neben der Aussaat gibt es noch einen zweiten, oft sogar schnelleren Weg, deine Tamarillo zu vermehren: die Vermehrung über Stecklinge.
Dabei schneidest du im Frühjahr oder Sommer einen etwa 15–20 cm langen, gesunden Trieb von einer Pflanze ab. Wichtig ist, dass der Trieb nicht zu weich, aber auch nicht komplett verholzt ist – also schön halbreif. Die unteren Blätter entfernst du, sodass nur noch ein paar oben stehen bleiben.
Anschließend steckst du den Trieb in lockere, leicht feuchte Anzuchterde. Ein heller, warmer Standort ohne direkte Sonne ist ideal. Wenn du möchtest, kannst du ein kleines Mini-Gewächshaus nutzen oder eine durchsichtige Haube darüber setzen. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit und fördert die Wurzelbildung.
Nach ein paar Wochen bilden sich in der Regel die ersten Wurzeln. Du merkst das daran, dass der Steckling neue Blätter austreibt. Ab diesem Zeitpunkt kannst du ihn wie eine normale Jungpflanze weiterkultivieren.
Der große Vorteil dieser Methode: Du bekommst eine exakte Kopie deiner Mutterpflanze, inklusive aller Eigenschaften. Wenn du also eine besonders ertragreiche oder geschmacklich überzeugende Tamarillo hast, lohnt sich diese Art der Vermehrung ganz besonders.
Welche Krankheiten und Schädlinge befallen Tamarillos?

Die Tamarillo ist keine Mimose, aber auch kein Selbstläufer. Wenn die Bedingungen nicht stimmen, zeigt sie dir das ziemlich schnell. Dann haben auch Schädlinge leichtes Spiel. Besonders im Winterquartier sind Spinnmilben, weiße Fliegen und Blattläuse ein Thema. Diese lieben trockene Heizungsluft und schwache Pflanzen. Im Sommer draußen sind es eher Blattläuse oder gelegentlich Raupen, die sich an den Blättern bedienen. Dann hilft ein starker Wasserstrahl, die unerwünschten Bewohner zu beseitigen.
Bei den Krankheiten ist vor allem Staunässe dein größter Gegner. Zu nasse Erde führt schnell zu Wurzelfäule. Die Pflanze ist dann meist nicht mehr zu retten. Auch Pilzkrankheiten können auftreten, wenn die Pflanze zu dicht steht oder schlecht durchlüftet ist.
Welche zusätzlichen Tipps solltest du kennen?
Aus unserer Erfahrung können wir dir noch ein paar Dinge mit auf den Weg geben:
- Junge Pflanzen sind empfindlicher als ältere.
- Ein windgeschützter Standort ist Gold wert.
- Regelmäßiges Umtopfen fördert das Wachstum.
- Geduld zahlt sich immer aus.
Tamarillos sind keine „schnelle“ Pflanze – aber genau das macht sie auch so spannend.
Welche typischen Probleme treten beim Anbau auf?
Auch das gehört zur Realität im Garten dazu.
Typische Probleme sind:
- Blattfall bei zu wenig Licht,
- Wachstumsstopp bei Kälte,
- Schädlingsbefall (z. B. Spinnmilben im Winterquartier),
- Wurzelfäule bei Staunässe.
Unser wichtigster Rat: Beobachte deine Pflanze regelmäßig. Tamarillos zeigen dir recht deutlich, wenn ihnen etwas nicht passt.
Welche Nährwerte und Eigenschaften hat die Tamarillo?
Die Tamarillo ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Sie enthält viele Vitamine und Antioxidantien.
Hier eine kleine Übersicht:
| Nährstoff | Wirkung |
|---|---|
| Vitamin C | stärkt das Immunsystem |
| Vitamin A | gut für Haut und Augen |
| Kalium | unterstützt Herz und Kreislauf |
| Ballaststoffe | fördern die Verdauung |
Wie isst man eine Baumtomate?
Das ist ganz einfach. Die Schale der Tamarillo ist essbar, aber oft etwas bitter. Deshalb empfehlen wir dir, die Frucht roh einfach halb aufzuschneiden und das Fruchtfleisch auszulöffeln – ähnlich wie bei einer Kiwi. Wenn du den bitteren Geschmack magst, kannst du natürlich die Schale mitessen.
Der Geschmack des Fruchtfleisches ist einzigartig: fruchtig, leicht säuerlich und sehr aromatisch. Perfekt für alle, die etwas Neues ausprobieren möchten.
Welche Gerichte kannst du mit Tamarillo zubereiten?

Jetzt wird es kulinarisch. Die Tamarillo ist unglaublich vielseitig – von süß bis herzhaft. Besonders beliebt sind Chutneys oder Dips. Aus dem Fruchtsaft kannst du wunderbare Gelees zaubern. Auch im Salat oder als Beilage zu Desserts bereichen sie deine Rezepte. Du wirst im Internet zahlreiche Rezepte finden. Wir stellen dir hier zwei Rezepte vor.
Rezept 1: Tamarillo-Chutney
Ein echtes Highlight, besonders zu Käse oder Fleisch.
Du brauchst:
- 6 Tamarillos
- 1 Zwiebel
- 1 Apfel
- 100 ml Apfelessig
- 80 g Zucker
- Gewürze nach Geschmack (Ingwer, Chili, Salz)
Zubereitung:
Die Tamarillos schälen und klein schneiden. Zwiebel und Apfel ebenfalls würfeln. Alles zusammen mit Essig, Zucker und Gewürzen in einen Topf geben und etwa 20–30 Minuten köcheln lassen, bis eine dickliche Masse entsteht. Heiß in Gläser füllen – fertig.
Rezept 2: Tamarillo-Dessert mit Joghurt
Perfekt, wenn du es frisch und leicht magst.
Du brauchst:
- 3 – 4 Tamarillos
- Naturjoghurt
- Honig
- etwas Vanille
Zubereitung:
Die Tamarillos halbieren und das Fruchtfleisch herauslösen. Mit Joghurt, Honig und Vanille vermengen. Optional kannst du noch Nüsse oder Granola hinzufügen.
Sind Tamarillos giftig?
Das ist eine berechtigte Frage, weil die Tamarillo zur Familie der Nachtschattengewächse gehört, in der es durchaus auch giftige Vertreter gibt. Die gute Nachricht: Die reifen Früchte der Tamarillo sind unbedenklich und können ganz normal gegessen werden.
Allerdings gilt wie bei vielen Pflanzen dieser Familie: Unreife Früchte sowie andere Pflanzenteile wie die großen Blätter und Stängel enthalten Stoffe, die in größeren Mengen nicht verträglich sind. Deshalb solltest du wirklich nur die vollständig ausgereiften, eiförmigen Früchte verzehren und den Rest der Pflanze nicht nutzen.
Lohnt sich der Anbau der Baumtomate?
Auf jeden Fall.
Die Tamarillo ist keine Pflanze für Ungeduldige – aber sie belohnt dich mit etwas ganz Besonderem. Exotische Früchte aus dem eigenen Garten sind einfach ein Erlebnis.
Und genau das macht sicher auch für dich als Gärtner den Reiz aus: Neues ausprobieren, Erfahrungen sammeln und am Ende etwas ernten, das nicht jeder hat.
Wenn du also Lust auf ein kleines Abenteuer im Garten oder auf dem Balkon hast, dann gib der Baumtomate eine Chance. Du wirst überrascht sein, was in ihr steckt.