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Gartenratgeber

Quecke – das Wurzelgras mit Wucherpotenzial

Die Optik kann in der Natur täuschen, das zeigen uns Quecken sehr eindringlich. Denn ein paar grüne Halme zwischen Stauden, am Beetrand oder im Rasen sehen nicht nach…

Blühende Quecke (Elymus repens) mit grünen Halmen und Ähren auf einer natürlichen Wiese.

Die Optik kann in der Natur täuschen, das zeigen uns Quecken sehr eindringlich. Denn ein paar grüne Halme zwischen Stauden, am Beetrand oder im Rasen sehen nicht nach einem großen Problem aus. Doch darin liegt die Tücke: Während du oben ein paar Grashalme siehst, verzweigen sich unter der Erde die Wurzeln und bilden bis zu 1 Meter lange Rhizome.

Nun gut, wirst du vielleicht denken, dann ziehe ich es einfach aus der Erde. Kannst du natürlich tun, doch davon verschwindet die Quecke meist nicht. Wenn du allerdings früh genug reagierst, kannst du sie in den Griff bekommen. Wichtig dabei ist, dass du die Rhizome vollständig entfernst und die Fläche danach regelmäßig kontrollierst.

Quecke in der Übersicht

Von der Quecke gibt es über 200 Arten – vor allem die Kriech-Quecke hat es in sich. Botanisch nennt man sie Elymnus repens, auf Deutsch wird sie auch Gemeine Quecke genannt. Sie gehört zu den Süßgräsern und kann bis zu 120 Zentimeter hoch werden. Im Sommer bildet sie schmale Ähren aus. Wie schon erwähnt, ist bei der Quecke nicht der sichtbare Halm entscheidend, sondern das, was sich unterirdisch tut. Wenn du Quecken entfernst, dann versuche immer, die komplette Wurzel mit zu entfernen, da sich sonst neue Triebe bilden.

Daran erkennst du die Quecke im Garten

Im Rasen sind Quecken schwerer zu erkennen, weil sie zwischen anderen Gräsern wächst – erst wenn sie Ähren ausbildet, verrät sie sich selbst. Anders sieht es im Beet aus, denn hier tauchen einzelne Halme oder Grasgruppen zwischen den Pflanzen auf, die dort nichts zu suchen haben. Typischen Hinweise auf Quecken sind:

  • Lange, schmale Blätter mit grasartigem Wuchs
  • Aufrechte Halme, die später Ähren bilden können
  • Helle, feste Wurzelstränge dicht unter der Erdoberfläche
  • Neue Triebe in kleinen Reihen oder lockeren Gruppen
  • Grasbüschel, die nach dem Jäten schnell wieder erscheinen

Ziehst du nur die Halme aus der Erde, reißt die Pflanze leicht von den Wurzeln ab, die im Boden zurückbleiben und wieder austreiben.

Quecken im Beet entfernen

Wenn du Quecken im Beet findest, dann reiß diese nicht einfach so aus der Erde. Damit keine Wurzeln zurückbleiben, lockere die betroffene Stelle vorsichtig auf und ziehe die hellen Ausläufer möglichst am Stück raus. Eine Grabegabel ist dafür das sinnvollste Werkzeug. Sie hebt den Boden an, ohne ihn so stark zu zerschneiden, wie ein Spaten oder eine Hacke. Arbeite langsam und in kleinen Abschnitten, besonders dort, wo die Quecke zwischen Gemüse, Blumen oder jungen Stauden sitzt. So gehst du vor:

  1. Betroffene Stelle großzügig freilegen
  2. Erde mit der Grabegabel vorsichtig lockern
  3. Ausläufer mit den Fingern verfolgen
  4. Bruchstücke sofort absammeln
  5. Anhaftende Erde von den Wurzelstücken abklopfen
  6. Fläche nach einigen Wochen erneut kontrollieren

Gerade an Beeträndern lohnt sich ein genaues Arbeiten. Vor dort aus wächst die Quecke gerne wieder in die Pflanzfläche hinein. Bleibt ein Stück unbemerkt im Boden, ist das noch kein Drama, aber du solltest die Stelle danach im Blick behalten.

Der beste Zeitpunkt für die Entfernung

Am leichtesten lassen sich Quecken entfernen, wenn der Boden leicht feucht ist. Nach Regen oder nach gründlichem Wässern lösen sich die Ausläufer besser aus der Erde. Bei trockenem Boden brechen sie schneller ab und du musst später an derselben Stelle noch einmal ran.

Praktisch sind Frühling und Herbst. Dann sind viele Beete noch nicht voll bepflanzt oder schon wieder freier. Du kommst besser an die Wurzeln heran und beschädigst weniger Nachbarpflanzen.

Auch junge Austriebe solltest du nicht stehen lassen. Solange sie noch klein sind, lassen sie sich leichter aus dem Boden holen und haben noch nicht wieder viel Kraft gesammelt. Eine kurze Kontrolle nach zwei bis drei Wochen spart später unnötige Arbeit.

Quecke zwischen Stauden

Zwischen Stauden wird die Entfernung schwieriger, weil sich die Ausläufer in den Wurzelballen schieben können. Einzelne Triebe am Rand kannst du vorsichtig freilegen und herausziehen. Sitzt die Quecke bereits mitten in der Staude, bringt oberflächliches Zupfen wenig.

Dann ist es besser, die Staude im Frühling oder im Herbst herauszunehmen. Schüttle den Wurzelballen vorsichtig aus und entferne die Queckenstücke. Große Stauden kannst du bei dieser Gelegenheit teilen. Danach wird die Pflanze wieder eingesetzt und gut angegossen.

Situation Vorgehen
Einzelne Triebe am Rand Erde lockern und Ausläufer herausziehen
Quecke im Wurzelballen Staude aufnehmen und Ballen säubern
Stark durchsetztes Staudenbeet Abschnittsweise sanieren
Frisch geteilte Stauden Vor dem Einpflanzen gründlich prüfen

Das hört sich mühsam an und ist es auch, aber so wird verhindert, dass die Quecke über Jahre unsichtbar im Staudenhorst weiterwächst.

Freie Flächen nach der Entfernung nutzen

Nahaufnahme einer blühenden Quecke (Elymus repens) mit grünen Ähren und gelben Staubbeuteln.
Die gut sichtbaren Blüten der Quecke erleichtern die Bestimmung dieses ausdauernden Wildgrases.

Ist ein Beet gerade nicht bepflanzt, solltest du die Quecke nicht nur oberirdisch kürzen, denn dann kannst du in die Tiefe gehen. Wie du vorgehst, haben wir weiter oben beschrieben. Auf einem leeren Beet geht das deutlich einfacher als zwischen Stauden oder Gemüsereihen.

Danach bleibt die Fläche am besten nicht nackt liegen. Eine dünne Mulchschicht, eine schnelle Zwischenkultur oder eine Gründüngung schützt den Boden und macht neue Queckentriebe schneller sichtbar. Sobald wieder grüne Spitzen auftauchen, kannst du gezielt nacharbeiten.

Immer wieder liest man, dass man gegen Unkraut Pappe als Sperre einsetzen kann. Ja, das ist prinzipiell möglich. Aber: Da wir in der Regel nicht wissen, ob und womit Pappe behandelt wurde, können dadurch Schadstoffe in die Umwelt gelangen.

Quecken im Rasen

Im Rasen kann sich die Quecke leichter verbergen als im Beet. Bei kleinen Stellen kannst du die betroffene Rasensode flach ausstechen. Danach lockerst du den Boden darunter, entfernst die Ausläufer und setzt die Sode wieder ein. Alternativ wird die Stelle neu eingesät.

Bei größerem Befall ist eine Teilerneuerung sinnvoller als ständiges Herumzupfen. Dann wird der betroffene Bereich abgetragen, gründlich gesäubert und neu aufgebaut. Das klingt erst mal aufwendig, bringt aber schneller Ruhe in die Fläche.

Danach zählt ein dichter Rasen. Lücken solltest du nachsäen, damit die Quecke nicht sofort wieder Platz findet. Regelmäßiges Mähen hilft zusätzlich, weil der Rasen gleichmäßiger wächst und neue Problemstellen früher auffallen.

Diese Fehler solltest du vermeiden

Bei der Queckenentfernung ist sauberes Arbeiten wichtiger, als Kraftanwendung. Manche Methoden sehen gründlich aus, verteilen das Problem aber nur im Boden.

Fehler Folge Abhilfe
Hacken Ausläufer werden zerteilt Erde vorsichtig lockern
Fräsen Kleine Stücke verteilen sich großflächig Fläche abschnittsweise säubern
Nur Halme ziehen Unterirdische Teile bleiben zurück Ausläufer freilegen
Offene Erde liegen lassen Neue Triebe bekommen Platz Mulchen oder bepflanzen
Wurzelreste verschleppen Quecke taucht an anderer Stelle auf Reste getrennt sammeln

Besonders die Bodenfräse ist bei der Quecke keine gute Idee. Sie spart zwar Kraft, aber sie verteilt kleine Stücke quer durch das Beet. Danach hast du nicht weniger Arbeit, sondern mehr Stellen, an denen neue Triebe auftauchen können.

Salz, Essig und kochendes Wasser

Salz und Essig gehören nicht ins Beet. Beide treffen nicht gezielt nur die Quecke, sondern belasten auch den Boden, die umliegenden Pflanzen und die Bodenlebewesen. Auf befestigten Flächen sind solche Anwendungen zusätzlich rechtlich problematisch.

Kochendes Wasser ist ebenfalls keine gute Lösung, wenn du es zwischen anderen Pflanzen verwendest. Es verbrüht zwar das Grün, kann aber Nachbarpflanzen schädigen und erreicht die unterirdischen Ausläufer nicht immer zuverlässig. Zwischen Stauden, Gemüse und Rasenkanten ist vorsichtiges Ausgraben also sinnvoller.

Gründüngung und dichter Bewuchs

Nach dem Entfernen solltest du die Fläche nicht lange offen liegenlassen. Freie Erde bietet neuen Trieben Platz und Licht. Eine dichte Bepflanzung, Mulch oder eine passende Gründüngung helfen dabei, den Boden zu beschatten.

Gründüngung beseitigt die Quecke aber nicht allein. Sie ist eine Ergänzung, wenn die Fläche vorher gründlich gesäubert wurde. Wichtig ist eine geschlossene Pflanzendecke. Lückige Reihen bringen wenig, weil dort weiterhin Licht auf den Boden fällt.

Im Gemüsegarten können schnell wachsende Zwischenkulturen oder Mulch zwischen den Reihen helfen. In Staudenbeeten sind bodendeckende Pflanzen sinnvoll, sobald die Quecke weitgehend entfernt ist.

Quecken vorbeugen

Ganz ausschließen lässt sich die Quecke im Garten natürlich nicht. Sie kann von Rändern, Nachbarflächen oder über durchsetzte Erde einwandern. Du kannst ihr den Start aber deutlich erschweren, indem du auf folgende Maßnahmen setzt:

  • Beetränder regelmäßig kontrollieren
  • Neue Grasbüschen früh entfernen
  • Stauden vor dem Einpflanzen prüfen
  • Erde mit verdächtigen Wurzelstücken nicht weiterverteilen
  • Offene Flächen mulchen
  • Rasenlücken nachsäen
  • Rasenkanten sauber abstechen

Achte besonders auf Übergänge zwischen Rasen und Beet. Dort wächst die Quecke gerne unbemerkt weiter und schiebt sich nach und nach in die Pflanzfläche.

Wohin mit entfernten Quecken?

Frische Ausläufer solltest du nicht direkt auf den Kompost werfen. Sie können weiterwachsen, wenn sie feucht bleiben oder später wieder im Garten verteilt werden. Klopfe die Erde ab und sammle die Reste getrennt. Kleinere Mengen kannst du in der Sonne gründlich vertrocknen lassen. Bei starkem Befall ist die Entsorgung über die Biotonne sicherer.

Garten ohne Quecken-Dauerbaustelle

Die Queckenbekämpfung ist keine Arbeit, die nach einem einzigen Durchgang sicher erledigt ist. Der erste Schritt räumt die Fläche auf, die nächsten Kontrollen verhindern den Neustart. Später reichen dafür oft wenige Minuten aus, wenn du neue Triebe frühzeitig bemerkst. Mit der Zeit wird dann der Abstand zwischen den Nacharbeiten immer größer. Dann bleibt das Beet nicht sauber, weil du der Quecke konsequent den Platz genommen hast.

Foto: Adobe Stock
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Redaktion Garten

Als Kind weiß man immer ganz genau, was man später mal werden will – war bei mir nicht anders. Allerdings wurde ich dann weder Schornsteinfeger, noch Astrologe und auch kein Zahnarzt. Stattdessen landete ich als Moderator beim Radio und als Redakteur beim TV. Der Schritt ins Internet war dann nicht mehr weit – so habe ich mich 2008 als Redakteur und Texter selbstständig gemacht. Zu den flinken Fingern gesellte sich noch der Grüne Daumen – Beruf und Leidenschaft lagen nah zusammen. Ich landete schließlich bei Caipi und verbinde nun meine Erfahrungen als Texter und Hobbygärtner. Von meinem Arbeitsplatz aus sehe ich direkt in meinen Garten, was kann es Schöneres geben?

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