Bambus im Garten anbauen – Tipps, Tricks, Ratschläge

Grüne Bambusstämme mit frischen Blättern im Sonnenlicht.

Die eigenen Bambussprossen im Garten ernten? Kann man machen, doch eigentlich pflanzt man Bambus bei uns, weil er einen schnellen und dichten Sichtschutz bietet. Er ist immergrün, langlebig und wird sehr dicht. Je nach Bambus-Typ kann er aber auch zu einem Problem werden. Denn manche Arten bilden Wurzelausläufer, die sich problemlos durch den ganzen Garten ziehen können. Lass uns gemeinsam den Bambus mal etwas genauer anschauen.

Der Bambus im Steckbrief

  • Botanischer Name: Bambusoideae
  • Weitere Bezeichnungen: Gartenbambus, Zierbambus
  • Pflanzenfamilie: Süßgräser
  • Herkunft: Asien, je nach Art auch Amerika und Afrika
  • Wuchs: horstbildend oder ausläuferbildend
  • Höhe: je nach Art bis zu 5 Meter
  • Laub: wintergrün, schmale Blätter, verdunstet auch in der kalten Jahreszeit
  • Standort: sonnig bis halbschattig, windgeschützt
  • Boden: locker, humos, gleichmäßig feucht, durchlässig, keine Staunässe
  • Winter: winterhart, reagieren aber empfindlich auf Wintertrockenheit

Bambusart mit Bedacht wählen – welche passt zu dir?

Oft geht man in den Gartenmarkt und holt sich die Pflanzen, die einem gefallen. Beim Bambus solltest du aber genauer hinsehen, denn die Wahl entscheidet später darüber, ob du dich freust oder ob du fluchst.

Es gibt zwei Arten von Bambus: Die Pflanzen, die Horste bilden, und die, die Ausläufer bilden. Horstbildender Bambus bleibt am Platz. Er wird über die Jahre breiter, aber er wandert nicht quer durch deinen Garten. Das ist ideal, wenn Bambus nahe an Wegen, der Terrasse, der Beetkante oder am Teich stehen soll. Ausläuferbildender Bambus bildet dagegen Rhizome, die unterirdisch unterwegs sind und an anderer Stelle wieder austreiben. Wenn du dich für solch eine Pflanze entscheidest, brauchst du zwingend eine Wurzelsperre, sonst hast du irgendwann Bambus an Stellen, an denen du ihn niemals sehen wolltest.

So wählst du aus:

  • Wenig Zeit für Kontrolle und eher kleiner Garten: horstbildend
  • Große Fläche, richtig schnell viel Bambus: ausläuferbildend, aber nur mit Wurzelsperre
  • Terrasse oder maximaler Kontrollwunsch: Kübel

Standort und Boden – so wird er dicht und grün

Bambus ist pflegeleicht – es muss schon viel passieren, dass er bei dir nicht wachsen möchte. Was er nicht verzeiht: Staunässe und andauernde Trockenheit. Gerade die Trockenheit wird oft unterschätzt, weil Bambus auch im Winter über die Blätter Wasser verdunstet. Wenn dann die Wintersonne und der Wind dazukommen, sieht er im Frühling schnell recht mitgenommen aus. Diese Schäden haben also nichts mit der Kälte zu tun, sondern einfach damit, dass er zu wenig Wasser bekommen hat.

Aus diesem Grund ist ein windgeschützter Platz Gold wert. Beim Boden gilt: durchlässig, aber speicherfähig. Ist der Boden zu sandig, geht zu viel Wasser ungenutzt verloren, ist der Boden zu schwer, staut sich das Wasser.

 

Situation Das ist zu tun Effekt
Offene, zugige Lage Windgeschützt pflanzen oder Windbremse schaffen Weniger Wintertrockenheit
Sandiger Boden Humus einarbeiten, mulchen, Gießrhythmus anpassen Mehr Wasserspeicherung
Schwerer, nasser Boden Lockern, Struktur einarbeiten, eher erhöht pflanzen Weniger Staunässe
Halbschatten mit guter Feuchte Meist ideal Dichtes, sattes Laub

 

Bambus pflanzen – der Start entscheidet über die Dichte

Bambuspflanze wird mit Handschuhen und Pflanzschaufel ins Beet gesetzt.
Mit der richtigen Pflanzung wächst Bambus kräftig und sorgt für natürlichen Sichtschutz.

Wenn du Bambus im Topf kaufst und dann bei dir in den Garten setzt, passiert erst einmal nichts. Das glaubst du aber nur, denn man sieht es einfach nicht. Gerade in der Anfangsphase baut Bambus zuerst einmal Wurzeln und Rhizome auf. Das bedeutet, dass er zu Beginn noch nicht besonders dicht wird. Das ist kein Qualitätsmangel, das ist einfach so, denn er muss erst mal die Basis schaffen. Damit zum Start alles passt, gehst du folgendermaßen vor:

  1. Hebe das Pflanzloch großzügig aus – es sollte nicht nur so breit sein, wie der Topf.
  2. Wässere den Wurzelballen vor dem Einsetzen gut.
  3. Jetzt setzt du die Pflanze auf Bodenniveau und füllst das Pflanzloch mit Erde.
  4. Danach kräftig angießen und am besten gleich mulchen.
  5. In den nächsten 6 bis 8 Wochen solltest du deinen neuen Gartenmitbewohner gleichmäßig feucht halten.

Wichtig: Wurzelsperre bei ausläuferbildendem Bambus

Bambus, der Ausläufer bildet, kann zwar auch ohne Wurzelsperre gepflanzt werden, doch dann dauert es nicht lange und dein Garten ist mit Bambus übersät. Das will keiner! Also: Zwingend eine Wurzelsperre einbauen. Und da gibt es einiges zu beachten, damit du – trotz Sperre – nicht später doch noch Probleme bekommst.

Material

Eine stabile Rhizomsperre, die Bambuswurzeln gut in Schach hält, besteht aus HDPE (High Density Polyethylen). Dieser Kunststoff ist besonders fest, steif und widerstandsfähig gegen Witterung und Feuchtigkeit. Die Sperre besteht aus einem dicken, druckstabilen Band, das extra für Rhizome gemacht ist. Wichtig ist aber nicht nur das Band, sondern auch das passende Verschlusssystem, meist eine Verbindungsschiene. Die Nahtstelle ist die Stelle, die dein Bambus als erstes findet, wenn irgendwo ein Spalt bleibt.

Tiefe, Überstand, Fläche

Ein bewährter Bereich einer Bambus-Wurzelsperre liegt zwischen 60 und 70 Zentimetern Tiefe. Zwar verlaufen viele Rhizome direkt unter der Erdoberfläche, können aber auch tiefer nach unten vordringen. Beim Setzen sollten sie gleichmäßig tief sein, ohne flache Stellen. Oben sollte ein kleiner Rand über Bodenniveau stehen bleiben. Das hat zwei Vorteile. Die Rhizome wachsen nicht so leicht darüber, außerdem kannst du später kontrollieren, ob sich an der Kante etwas hochschiebt.

Kommen wir zu dem Punkt, den viele zu knapp einplanen: die Innenfläche. Ein zu kleiner Ring macht den Bambus innen extrem dicht. Das sieht erst einmal toll aus, kann aber später Druck erzeugen und den Pflegeaufwand erhöhen. Lieber großzügig planen, gerade bei Hecken oder längeren Pflanzstreifen.

Der Einbau der Sperre in der Praxis

Damit deine Wurzelsperre genau das macht, was sie soll, gehe folgendermaßen vor:

  1. Stecke den Bereich ab und plane großzügig.
  2. Hebe einen Graben aus, der möglichst gleichmäßig tief ist.
  3. Setze die Sperre ein, richte sie aus und schließe dicht mit den Verbindungen ab.
  4. Verfülle den Graben wieder mit Erde und drücke alles rundherum fest an, damit nichts verrutscht.
  5. Lasse oben sichtbar eine Kante und merke dir, wo die Nahtstelle ist, denn dort solltest du später zuerst kontrollieren, ob etwas durchwächst.

 

Punkt Empfehlung Fehler
Material HDPE-Rhizomsperre, stabiles System Dünne Folie oder Teichfolie
Einbautiefe Meist 60 bis 70 Zentimeter, gleichmäßig Zu flach oder zu ungleichmäßig
Nahtstelle Verbindungsschiene, komplett dicht Kleiner Spalt, der später zum Durchstoßen reicht
Fläche innen Lieber großzügiger planen Zu kleiner Ring, zu viel Druck
Kontrolle Naht und Kante ein paar Mal pro Saison Gar nicht nachschauen, bis Austriebe da sind

 

Pflege – nicht viel, aber zum richtigen Zeitpunkt

Wenn dein Bambus sich gut eingelebt hat, dann besteht die weitere Pflege vor allem daraus, ihn bei längeren Trockenphasen zu gießen. Auch das gelegentliche Auslichten sollte auf der To-do-Liste stehen.

Beim Gießen gilt: Bambus mag es gleichmäßig. Wenn er immer wieder stark austrocknet, wird er auf Dauer Lücken zeigen und bekommt schneller braune Spitzen. Im Winter lohnt sich ein einfacher Trick: An frostfreien Tagen gießen, wenn es länger trocken ist und die Sonne scheint.

Wenn du ab und zu schwache und krumme Halme bodennah herausnimmst, wirkt der Bambus gleich kompakter und schöner. Dein Bambus bekommt mehr Struktur und mehr Luft. Übrigens: Es wird immer wieder empfohlen, Bambus zu düngen – das ist aber aus eigener Erfahrung eigentlich nicht nötig.

Bambus im Kübel – auch das funktioniert

Im Kübel ist Bambus besonders einfach zu halten, denn Ausläufer kann er hier nicht bilden. Dafür musst du aber zuverlässig gießen, denn der Vorrat im Topf ist begrenzt. Achte auf ein Abzugsloch, damit sich keine Staunässe bildet und darauf, dass der Kübel eine ausreichende Größe hat und sich dein Bambus gut entwickeln kann.

Auch eine Drainage und ein Substrat, das gut das Wasser hält, ohne dass die Pflanze zu nass steht, sind sinnvoll. Im Winter ist der Topf der Schwachpunkt, weil er schneller durchfriert. Ein windgeschützter Platz und etwas Isolation helfen. Auch hier gilt: an frostfreien Tagen nicht austrocknen lassen.

Probleme beim Bambus – das steckt dahinter

Trockene Bambusblätter am Boden zwischen grünen Bambusstämmen
Zu viel altes Laub und fehlende Pflege schwächen Bambus und fördern Krankheiten.

Auch wenn Bambus pflegeleicht ist, kann es zu Problemen bekommen. Diese sind aber relativ gut einzuordnen und schnell zu erkennen:

  • Eingerollte Blätter: fast immer Trockenstress, im Sommer durch Durst, im Winter durch Wind und Sonne
  • Braune Spitzen: meist ungleichmäßiges Gießen oder Wintertrockenheit
  • Viele gelbe Blätter: in Maßen normal, bei massenhaftem Auftreten ist der Boden zu nass, Nährstoffe fehlen oder im Kübel ist es zu eng
  • Austriebe außerhalb des Bereichs: bei ausläuferbildendem Bambus sofort handeln und Sperre prüfen, vor allem Naht und Kante

Bambus als Gestaltungselement

Bambus wirkt am stärksten, wenn man ihn auch sehen kann. Davor ein bisschen Abstand, ein ruhiger Hintergrund und ein sauberer Rand am Boden reichen schon, damit die Halme nicht untergehen, sondern als klarer, grüner Blickfang funktionieren.