Rote Geranien werden in einen Balkonkasten mit frischer Erde gepflanzt.

Balkonkästen bepflanzen – die Planung entscheidet

Wenn die Saison auf dem Balkon beginnt, werden die Blumenkästen wieder mit Erde befüllt, Pflänzchen rein und gut gießen. Die Freude auf eine üppige Blütenpracht kann aber schon zu diesem Zeitpunkt deutlich gedämpft werden, denn auf ein paar Punkte solltest du achten. Wichtig ist nämlich das Zusammenspiel von Licht, Wind, Erde, Wasser, Pflanzen und natürlich dem eigentlichen Blumenkasten. Auf dem Balkon trocknet zum Beispiel alles schneller aus als im Beet. Dazu kommen Hitze an der Hauswand, Zugluft in oberen Stockwerken und die Frage, wie sicher die Kästen überhaupt angebracht sind.

Den Balkon unter die Lupe nehmen

Bevor du Kästen, Halterungen und Pflanzen kaufst, lohnt sich ein nüchterner Blick auf den Freisitz. Ein Südbalkon stellt andere Anforderungen als ein Nordbalkon. Ein offener Balkon ohne Dach bekommt mehr Regen, aber auch mehr Wind. Unter einem Dach bleibt die Erde bei Schauerwetter trocken. Auch das Gewicht spielt mit hinein: Erde, Wasser und ausgewachsene Pflanzen bringen schon ein paar Kilo mit. Außen angebrachte Kästen sind zudem ein anderes Thema, als Kästen auf der Innenseite des Geländers. Bevor du einkaufen gehst, achte also auf folgende Punkte:

  1. Wie viele Stunden Sonne bekommt der Balkon täglich ab?
  2. Ist der Balkon offen und windig oder ist er geschützt?
  3. Befindet sich über deinem Freisitz ein Dach?
  4. Soll der Kasten innen oder außen am Geländer angebracht werden?
  5. Trägt das Geländer die Halterung sauber und ohne Spiel?
  6. Wie weit ragen Kästen und Bepflanzung später in einen Laufweg hinein?

Balkonkästen – nicht nur auf die Länge achten

Wie lang ist der Balkonkaste und wie viele davon kann ich installieren – eine wichtige Frage, die aber nicht die einzige bleiben sollte. Wichtig sind nämlich auch die Tiefe und das Volumen. Tiefe Kästen halten Wasser länger, geben den Wurzeln mehr Platz und verzeihen im Sommer eher mal ein paar Stunden Hitze. Flache Modelle trocknen dagegen deutlich schneller aus und du musst häufiger zur Gießkanne greifen. Auch hohe, sehr schmale Gefäße sind nicht ideal, weil sie windanfälliger sind. Bei Material und Farbe lohnt sich ebenfalls ein genauer Blick: Terrakotta trocknet schneller aus, Metall heizt sich stark auf, dunkle Gefäße ebenfalls. Für sonnige Balkone sind helle Kästen mit genug Erdvolumen damit die pflegeleichtere Lösung. Bei der Kaufentscheidung helfen dir diese Punkte:

  • Der Kasten sollte eine Tiefe von mindestens 20 Zentimetern haben, bei stark wachsenden Sommerblumen sogar noch mehr.
  • Es müssen Ablauflöcher vorhanden sein – Kästen haben dazu meist vorgestanzte Löcher, die du einfach öffnen kannst.
  • Wähle stabile Halterungen für deine Balkonkästen aus und zwar passend zum Geländer.
  • Für heiße Standorte wählst du am besten helle Balkonkästen.
  • Für windige Balkone sollten die Kästen nicht zu schmal und nicht zu hoch sein.

Balkonkästen – auf die Erde kommt es an

Wenn wir uns etwas sparen können, tun wir das gerne. Bei der Erde für Balkonkästen lohnt es sich aber, den einen oder anderen Euro mehr auszugeben. Billige, feine Erde sackt nämlich schneller zusammen, speichert Wasser ungleichmäßig und macht das Gießen unnötig schwierig. Sinnvoll ist lockere, strukturstabile Balkonerde. Außerdem ist torffreie Erde die bessere Wahl – zum Schutz unserer Moore. Torffreie Mischungen bestehen zum Beispiel aus Holzfasern, Rindenhumus oder Kompost. Sie sind für Balkonkästen gut geeignet, brauchen aber ein wachsames Auge beim Gießen und Düngen, weil sie Wasser und Nährstoffe anders halten als torfhaltige Erde. Beim Befüllen der Blumenkästen reicht ein einfacher Aufbau:

  1. Prüfe die Ablauflöcher, diese sollten offen und frei von Hindernissen sein.
  2. Fülle nun den Blumenkasten mit der Erde und lass oben einen Gießrand frei.
  3. Drücke deine Pflanzen nach dem Einsetzen gut an und fülle gegebenenfalls noch etwas Erde nach.
  4. Danach einmal gründlich einschlämmen.

Eine Drainage im Kasten ist nicht nötig, wichtig ist, dass Wasser durch die Löcher abließen kann. Eine gute Lösung, vor allem auf sonnigen Balkonen oder dann, wenn du wenig Zeit hast, sind sogenannte Wasserspeicherkästen. Für längere Abwesenheit sind auch Tropf- oder automatische Bewässerungssysteme sinnvoll. Damit lassen sich sogar längere Urlaubszeiten gut überbrücken.

Welche Pflanzen zu welchem Balkon passen

Die Pflanzenauswahl sollte sich zuerst nach der Balkonlage richten. Wenn du sonnenliebende Arten in den Schatten setzt, bekommst du lange Triebe und wenig Blüten. Umgekehrt leiden Schattenpflanzen in der Sonne schnell. Auf sonnigen Balkonen funktionieren besonders gut robuste, hitzetolerante Arten. Hier eine kleine Aufstellung von beliebten Balkonpflanzen und zu welcher Balkonlage sie am besten passen.

Balkonlage Gute Pflanzen Ungünstige Pflanzen
Sonnig und heiß Geranien, Verbenen, Kapkörbchen, Zinnien, Thymian, Lavendel Empfindliche Schattenpflanzen, sehr durstige Mischungen in kleinen Kästen, darunter Fuchsien, Fleißiges Lieschen, Begonien, Farbe, Efeu
Halbschattig Fuchsien, Begonien, Fleißiges Lieschen, Lobelien, Elfenspiegel Ausgesprochene Sommerpflanzen wie Lavendel, Thymian, Zinnien, Portulakröschen, Kapkörbchen
Schattig Begonien, Fuchsien, Efeu, Purpurglöckchen, Günsel Sonnenanbeter: Geranien, Lavendel, Thymian, Zinnien, Verbenen
Windig und offen Geranien, Efeu, Kapkörbchen, Verbenen, Bidens Zarte, großblütige oder sehr lang hängende Arten, darunter Petunien, Fuchsien, Hänge-Begonien, Lobelien, Elfenspiegel

Möchtest du mit deiner Balkonbepflanzung auch Insekten etwas Gutes tun, sind einfach blühende Sorten und Kräuter eine gute Wahl. Damit wird der Balkon nicht nur bunt, sondern auch nützlich.

Wie viele Pflanzen in einen Kasten passen

Blumen werden mit Abstand in einen Balkonkasten mit frischer Erde gepflanzt.
Ausreichend Pflanzabstand sorgt für gesundes Wachstum und üppige Blüten.

Zwar sieht es toll aus, wenn die Pflanzen dicht beieinanderstehen und einen Blütenteppich bilden, das kann aber schnell zu Problemen führen. Denn sie machen sich gegenseitig Licht, Wasser und Platz streitig. Nach Regen kann das Laub schlechter abtrocknen, nach Hitze dürstet es die Pflanzen schnell nach Wasser. Lass den Jungpflanzen daher ausreichend Raum für den späteren Wuchs. Bei vielen Sommerblumen sind 10 bis 15 Zentimeter ein brauchbarer Richtwert. Ein Meter Kastenlänge reicht je nach Art somit für ca. 6 bis 8 Pflanzen. Lieber bleibt am Anfang etwas Erde sichtbar, als dass sie später wieder sichtbar wird, weil deine Blumen eingehen.

Gießen mit System

Hat dein Freisitz kein Dach und es regnet, brauchst du weniger oft zur Gießkanne greifen, als wenn deine Pflanzen gut geschützt stehen. Ein kurzer Regen reicht aber oftmals gar nicht aus, weil nur die Oberfläche feucht wird. Sinnvoll ist es daher, immer wieder die Fingerprobe durchzuführen. Steck deinen Finger rund 2 bis 3 Zentimeter in die Erde – ist diese dort trocken, solltest du gießen. An warmen und windigen Tagen kann das durchaus täglich der Fall sein, in Hitzephasen und bei kleinen Kästen auch öfter. Wichtig beim Gießen ist auch das „Wie“:

  • Gieße morgens oder abends und keinesfalls in der prallen Mittagshitze.
  • Gieße langsam und durchdringend, nur kurz anfeuchten bringt wenig.
  • Gieße direkt auf die Erde und nicht über Blätter oder gar Blüten.
  • Kontrolliere nach heißen Tagen und verlasse dich nicht auf dein Gefühl.
  • Bei längerer Abwesenheit sollte jemand für dich einspringen oder du verwendest automatische Gießsysteme oder Wasserspeicher.

Tipp: Wie im Blumenbeet kannst du auch im Balkonkasten eine dünne Mulchschicht auftragen, die verhindert, dass die Erde zu schnell austrocknet.

Düngen nicht vergessen

Was im Beet oftmals gar nicht nötig ist, solltest du im Balkonkasten nicht vergessen. Da Pflanzen im Kasten nur einen begrenzten Platz und somit auch nur begrenzte Nährstoffe haben, solltest du hin und wieder düngen. Frische Balkonerde bringt zwar einen Startvorrat mit, der hält aber nicht die ganze Saison. Stark blühende Sommerblumen brauchen ab einem bestimmten Punkt Nachschub. Wenn du das ignorierst, bekommen deine Pflanzen blasse Blätter, weniger Blüten und einen schwächeren Wuchs. Bei torffreier Erde zeigt sich das noch schneller, weil das Speichervermögen anders ist.

Praktisch sind dabei zwei Wege: Langzeitdünger direkt beim Pflanzen einarbeiten oder später regelmäßig mit Flüssigdünger nachlegen. Beides zusammen brauchst du nicht in voller Stärke. Entscheidend ist, dass deine Pflanzen den Sommer über immer ausreichend Nährstoffe haben.

Balkonkasten sicher befestigen

Blumenkästen am Balkon sind kein rechtsfreier Raum. Gerade Kästen, die außen angebracht werden, müssen gesichert sein und den Vorgaben im Mietvertrag entsprechen (es kann auch verboten sein, Kästen überhaupt anzubringen, daher genau nachlesen, informieren und sich gegebenenfalls mit dem Vermieter kurzschließen). Keine gute Idee sind wackelige Universalhalter, vor allem dann nicht, wenn Passanten die Kästen um die Ohren fliegen könnten. Spare dir also unnötigen Ärger:

  • Hänge Kästen nicht nur ein, sondern fixiere sie stabil.
  • Kontrolliere nach dem Bepflanzen und nach starken Winden die Halterungen.
  • Achte darauf, dass beim Gießen kein Wasser auf tiefere Balkone trifft.
  • Entferne Verblühtes regelmäßig, bevor es ständig beim Nachbarn landet.
  • Montiere die Kästen außen so, dass beim Einsetzen und Herausnehmen nichts kippen kann.

Freude mit deinen Balkonkästen

Ein gut geplanter Balkonkasten macht aus einem Balkon zwar keinen zweiten Garten, aber er bringt Farbe, Struktur und Leben auf kleinen Raum. So kannst du dich über die ganze Saison hinweg über eine Blütenpracht freuen, bei der dich deine Nachbarn neidisch beäugen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert