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Juni

Dein Balkon im Juni – Blüten, Pflege und erste Ernten

Der Sommer kann kommen, der Balkon ist bereit! Viele Arbeiten hast du bereits erledigt, die meisten Kästen sind bestückt, die Blumenkübel stehen an ihrem Platz und die ersten…

Dein Balkon im Juni – Blüten, Pflege und erste Ernten

Der Sommer kann kommen, der Balkon ist bereit! Viele Arbeiten hast du bereits erledigt, die meisten Kästen sind bestückt, die Blumenkübel stehen an ihrem Platz und die ersten Pflanzen zeigen deutlich, ob Standort, Erde und Pflege passen. Während viele Frühlingspflanzen bereits durch sind, brauchen jetzt die Sommerblumen Pflege. Auch bei Gemüse und Obst solltest du nicht einfach darauf hoffen, dass das schon irgendwie wird. Und wenn sich Hitze, Gewitter und natürlich der bevorstehende Urlaub ankündigen, ist ebenfalls einiges zu tun.

Verblühtes raus, freie Plätze neu nutzen

Viele Frühlingsblüher haben jetzt im Juni ihren großen Auftritt hinter sich Einjährige Pflanzen, die schlapp und unansehnlich geworden sind, kannst du aus den Kästen nehmen. Zwiebelblumen wie Tulpen, Narzissen oder Hyazinthen bleiben dagegen so lange stehen, bis das Laub gelb geworden ist, damit die Zwiebeln Kraft für die nächste Saison tanken können.

Freie Stellen musst du nicht sofort bei der nächsten großen Pflanzaktion vollstopfen. Gerade auf dem Balkon ist weniger manchmal mehr. Ein paar kompakte Sommerblumen, ein paar Kräuter und schnell wachsende Salatsorten reichen oft schon aus, damit ein Kasten wieder ordentlich aussieht und trotzdem pflegeleicht bleibt.

Platz Geeignete Pflanzen Hinweise
Kleine Lücken Tagetes, Kresse, Rauke Schnell und unkompliziert
Halbschatten Fuchsien, Fleißiges Lieschen, Pflücksalate Vor heißer Mittagssonne schützen
Sonnige Ecken Kapuzinerkresse, Lavendel, Verbenen Nicht zu eng setzen
Tiefer Topf Mangold, Buschbohnen, Paprika Brauchen mehr Wurzelraum
Freier Kübel Tomaten, Gurken, Zwergsonnenblumen Sonnigen, geschützten Standort wählen und Stütze einplanen

Bei gemischten Kästen solltest du genauer hinsehen. Pflanzen, die andere komplett bedrängen, werden gekürzt oder herausgenommen. So bleibt Luft zwischen den Blättern und der Kasten kippt nicht in ein feuchtes Durcheinander.

Sommerblumen, die lange blühen

Im Juni zeigen viele Sommerblumen, was sie können. Damit das auch lange so bleibt, solltest du Verblühtes regelmäßig entfernen. Das gilt besonders für Geranien, Margeriten, Petunien, Verbenen, Wandelröschen und viele andere Dauerblüher. Alte Blütenstände kosten Kraft und sehen nach ein paar Regentagen einfach nicht mehr schön aus.

Bei manchen Pflanzen reicht das Ausputzen alleine aber nicht aus. Zu lange Triebe kannst du leicht einkürzen, damit die Pflanzen dichter bleiben. Schneide dabei gezielt einzelne Triebe zurück und rasiere nicht den ganzen Kasten auf einmal ab. Sonst nimmst du dir unnötig viele Knospen und die Pflanze blüht nur noch spärlich. Das kommt im Juni weg:

  • Verblühte Blütenstände
  • Matschige Blätter im Inneren dichter Kästen
  • Abgebrochene Triebe
  • Vertrocknete Reste von Frühlingspflanzen
  • Einzelne Triebe, die andere Pflanzen überwachsen

Tomaten, Gurken und Erdbeeren brauchen Führung

Auf dem Naschbalkon gibt es im Juni ein bisschen was zu erledigen. Tomaten bilden kräftige Triebe, Gurken suchen Halt und Erdbeeren liefern je nach Sorte die ersten Früchte. Damit später nicht alles quer über den Balkon hängt, holen wir uns ein paar Utensilien und legen los.

Stabtomaten bindest du früh an. Die Triebe sind anfangs recht weich und können vor allem bei Wind schnell brechen – also das Anbinden nicht vergessen. Seitentriebe in den Blattachseln entfernst du bei Stabtomaten regelmäßig. Bei Busch- und Balkontomaten ist das nicht nötig, denn sie sind auf einen kompakten Wuchs gezüchtet. Hast du einen relativ windgeschützten Balkon, kannst du die Blüten deiner Tomaten von Zeit zu Zeit etwas mit dem Finger antippen. Das unterstützt die Bestäubung.

Gurken ziehst du an Schnüren oder an einem Gitter nach oben. Das spart Platz und hält Früchte sauberer. Erdbeeren kannst du jetzt laufend ernten, sind darunter beschädigte Früchte, werden diese entsorgt. Liegen die Früchte direkt auf der feuchten Erde, gibst du eine Schicht Stroh oder Holzwolle darunter.

Düngen im Juni ohne Aktionismus

Viele Balkonpflanzen verbrauchen jetzt deutlich mehr Nährstoffe als im Frühling. Das betrifft besonders üppig blühende Sommerblumen und Gemüse im Kübel. Trotzdem ist mehr Dünger nicht immer automatisch besser. Wenn du zu stark düngst, förderst du weiches Wachstum, Salzstress im Topf und bei manchen Blüten können dadurch weniger anstatt mehr Blüten gebildet werden.

Frisch gekaufte oder gerade in neue Erde getopfte Pflanzen müssen in der Regel nicht sofort gedüngt werden – die Nährstoffe der Erde reichen hier aus. Nach einigen Wochen kannst du dann zum Dünger greifen und diesen einarbeiten. Besonders praktisch auf dem Balkon ist Flüssigdünger, der sich gut dosieren und schnell anpassen lässt.

Gruppe Versorgung Beispiele
Dauerblüher Regelmäßig Petunien, Geranien und Zauberglöckchen haben einen hohen Bedarf
Fruchtgemüse Regelmäßig Tomaten, Gurken, Paprika und Chili brauchen Nachschub
Blattgemüse Mäßig Bei Pflücksalaten und Mangold nicht übertreiben
Mediterrane Kräuter Sparsam Rosmarin, Salbei und Thymian kommen mit wenig aus
Frisch umgetopft Pausieren Vorgedüngte Erde reicht anfangs aus

Bilden sich gelbe Blätter, heißt das noch lange nicht, dass du sofort wieder düngen musst. Es kann auch andere Ursachen haben, wie zum Beispiel zu feuchte Erde, zu wenig Licht oder zu hartes Leitungswasser.

Schnittarbeiten bündeln

Neben dem Schnitt von Verblühtem gibt es noch ein paar weitere Pflanzen, die du schneiden kannst. Etwa Hochstämmchen, Formgehölze und spezielle Kübelgehölze – also schnapp dir deine Schere und los geht´s.

Hochstämmchen wie Wandelröschen, Strauchmargeriten oder Fuchsien bleiben schöner, wenn du die Krone nachschneidest. Lange Triebe werden eingekürzt, Triebe am Stamm entfernst du direkt am Ansatz. So behält die Pflanze ihre Form und wird nicht kopflastig.

Formgehölze im Kübel, darunter Buch, Eibe, Liguster oder Berg-Ilex, kannst du im Juni ebenfalls schneiden. Warte auf einen Tag, der bedeckt ist und nicht zu heiß, denn sonst könnten die Pflanzen an den frischen Schnittstellen unnötig leiden. Schneide nicht zu tief in die Form, sondern arbeite vorsichtig nach.

Goldregen im Kübel wird nach der Blüte ausgelichtet oder gekürzt, falls er zu groß wird. Dabei entfernst du störende, alte oder ungünstig wachsende Triebe. Denke daran: Goldregen ist giftig, sinnvoll ist es daher, mit Handschuhen zu arbeiten und das Schnittgut vor Kindern und Haustieren zu entfernen.

Kletterpflanzen in die richtige Richtung schicken

Zuckererbsen als Kletterpflanzen am Rankgitter auf dem Balkon.
Rankende Gemüsepflanzen sorgen für frisches Grün und eine reiche Ernte auf kleinem Raum.

Deinen Kletterpflanzen kannst du förmlich zusehen, wie sie täglich nach oben wachsen. Kapuzinerkresse, Prunkwinde, Schwarzäugige Susanne, Clematis oder Feuerbohne brauchen jetzt Führung, sonst suchen sie sich ihren eigenen Weg. Der führt gerne mal zur Markise, zum Nachbarbalkon oder in einen Kasten, in dem sie nichts verloren haben.

Leite junge Triebe locker an Schnüren, Gittern oder Rankstäben entlang. Binde sie weich an und lass Platz für weiteres Wachstum. Zu straffe Schlaufen schneiden später ein. Wächst eine Pflanze zu dicht, kannst du einzelne Triebe entfernen oder kürzen.

Bei Sichtschutzpflanzen ist Ordnung besonders wichtig. Bei Kletterpflanzen solltest du daher die Triebe regelmäßig ordnen. Werden sie zu dicht oder hängen sie weit über das Geländer, brechen sie bei Wind leichter ab und lassen sich später nur mühsam entwirren.

Schädlinge sitzen an den frischen Trieben

Neben Blattläusen können auch Thripse, Weiße Fliegen oder Spinnmilben auftreten. Dichte Bepflanzung, trockene Luft und geschwächte Pflanzen machen es den Schädlingen besonders einfach. Kontrolliere deshalb vor allem junge Triebe, Knospen und Blattunterseiten. Und achte auf folgende Warnzeichen:

  1. Klebrige Blätter
  2. Eingerollte Triebspitzen
  3. Helle Sprenkel auf den Blättern
  4. Feine Gespinste
  5. Kleine weiße Insekten, die beim Berühren der Pflanze auffliegen
  6. Schwarze Beläge

Juni-Saaten für freie Töpfe

Im Juni kannst du freie Töpfe und Lücken noch gut für kleine Aussaaten nutzen. Auf dem Balkon eignen sich vor allem Pflanzen, die wenig Platz brauchen, schnell wachsen oder im Topf zuverlässig nachkommen.

Aussaat Standort Hinweis
Basilikum Warm und geschützt Gleichmäßig feucht halten
Buschbohnen Sonnig Tiefer Kübel, keine flache Schale
Dill Sonnig bis halbschattig Direkt säen, ungern umsetzen
Kapuzinerkresse Sonnig bis halbschattig Rankend oder hängend ziehen
Koriander Halbschattig Besser in kleinen Sätzen säen
Mangold Sonnig bis halbschattig Braucht ausreichend Tiefe
Pflücksalat Halbschattig Bei Hitze schattiger stellen
Radieschen Sonnig bis halbschattig Sommersorten wählen
Rauke Halbschattig Bei Hitze schneller scharf
Schnittlauch Sonnig bis halbschattig Keimung braucht Geduld
Tagetes Sonnig Füllt Lücken und blüht später

Säe lieber kleine Mengen nach, dann ist nicht alles gleichzeitig erntereif und der Balkon bleibt nutzbar. Bei Hitze trocknen Saatschalen und flache Kästen schnell aus, deshalb ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit hier wichtiger als bei großen Kübeln.

Vorbereitung: Heiße Tage und Urlaubszeit

Für viele steht im Juni schon der Urlaub an. Dann müssen deine Balkonpflanzen eine gewisse Zeit ohne dich klarkommen. Das bedeutet: Rechtzeitig planen! Für eine kurze Abwesenheit helfen schattigere Standorte, größere Untersetzer bei robusten Pflanzen, Tonkegel oder Wasserspeicherkästen. Für empfindliche Pflanzen ist eine Person zum Gießen die beste Lösung. Stell die Töpfe so zusammen, dass alles gut erreichbar ist und niemand lange suchen muss.

Vor einer Hitzewoche kannst du außerdem empfindliche Pflanzen etwas aus der prallen Sonne nehmen. Besonders junge Nachpflanzungen, Salate, Fuchsien und frisch gesetzte Kräuter danken es dir. Ein Sonnenschirm schützt nicht nur den Sitzplatz, sondern bei Bedarf auch ein paar Pflanzen.

Gewitterfest machen

Das Juniwetter kann schnell umschlagen. Ein kräftiger Regenschauer ist für Pflanzen im Topf nicht automatisch angenehm. Wind wirft leichte Kübel gerne um, Hagel zerschlägt Blätter und vollgelaufene Untersetzer sorgen für Stress bei Wurzeln. Vor angekündigten Gewittern lohnt ein kurzer Rundgang:

  • Leichte Töpfe geschützter stellen
  • Hängeampeln abnehmen oder sichern
  • Hohe Tomaten und Gurken zusätzlich anbinden
  • Lose Übertöpfe und Gurken wegräumen
  • Markise einfahren
  • Geländerkästen zusätzlich sichern
  • Untersetzer nach Starkregen leeren
  • Abgebrochene Triebe zeitnah entfernen

Kleine Arbeiten, die schnell erledigt sind und lange Aufräumarbeiten verhindern.

Balkonarbeiten im Juni – was sonst noch zu tun ist

Neben den ausführlich beschriebenen Arbeiten, sind noch weitere Dinge sinnvoll, die du im Juni für deine Pflanzen tun kannst. Hier ein Überblick:

  • Halte Wasserschalen für Vögel und Insekten sauber und befülle sie stets frisch.
  • Entferne welke Blätter aus dichten Pflanzkästen.
  • Spanne Rankhilfen nach und lockere Bindungen, falls diese einschneiden.
  • Schneide Erdbeerausläufer ab oder nutze sie gezielt für die Vermehrung.
  • Reinige deinen Balkonboden, wenn dieser durch Erde vom Umtopfen oder Ausputzen verschmutzt ist.
  • Hole Sitzpolster bei Regenwarnung rechtzeitig nach drinnen, ebenso alles Lose, wenn ein Gewitter inklusive Sturm angesagt ist.
  • Reinige leere Töpfe und halte sie für eventuelle Nachsaaten bereit.
  • Kürze stark wachsende Pflanzen so ein, dass sie nicht im Weg sind und niemanden stören.
  • Bei schweren Kästen solltest du Geländer, Haken und Halterungen besonders auf Stabilität kontrollieren.

Die Juni-To-do-Liste im Überblick

Bereich Arbeiten Hinweise
Frühlingsblüher Verblühtes entfernen, Zwiebelpflanzen einziehen lassen Laub erst nach dem Vergilben entfernen
Nachpflanzung Lücken mit Sommerblumen, Kräutern oder Salat füllen Kleine Lösungen reichen auf dem Balkon meist aus
Blütenpflege Verblühtes ausputzen und lange Triebe einkürzen Nicht alle Pflanzen gleichzeitig stark schneiden
Naschbalkon Tomaten anbinden, Gurken leiten, Erdbeeren ernten Gleichmäßige Versorgung ist jetzt wichtig
Düngung Starkzehrer regelmäßig, Kräuter sparsam versorgen Frisch getopfte Pflanzen erst später düngen
Schnitt Hochstämmchen, Formgehölze und Goldregen kontrollieren Bei Goldregen Handschuhe tragen
Kletterpflanzen Triebe führen, locker anbinden und bei Bedarf kürzen Sichtschutz früh anbringen
Schädlinge Pflanzen auf Blattläuse, Weiße Fliegen, Thripse und Spinnmilben überprüfen Besonders Blattunterseiten kontrollieren
Ameisen Leimringe anbringen Blattläuse zusätzlich bekämpfen
Aussaat Kleine Mengen in freie Töpfe oder Kästen säen Bei Hitze gleichmäßig feucht halten
Urlaub Bewässerung und Schattierung vorbereiten Vorher testen, nicht erst am Abreisetag
Gewitter Kübel sichern, Untersetzer leeren, Markise einfahren Nach Starkregen auf Schäden prüfen

Zwischen Gießkanne und Sommerabend

Die große Sommer-Pflanzaktion ist erledigt, der Juni steht also im Zeichen von Nachbesserungen und kleineren Arbeiten, denn was jetzt anfällt, passiert eher nebenbei. Mit ein paar wenigen Handgriffen hältst du deinen Balkon in Schuss und kannst dich an lauen Sommerabenden gemütlich zurücklehnen und genießen.

H
Redaktion Garten

Als Kind weiß man immer ganz genau, was man später mal werden will – war bei mir nicht anders. Allerdings wurde ich dann weder Schornsteinfeger, noch Astrologe und auch kein Zahnarzt. Stattdessen landete ich als Moderator beim Radio und als Redakteur beim TV. Der Schritt ins Internet war dann nicht mehr weit – so habe ich mich 2008 als Redakteur und Texter selbstständig gemacht. Zu den flinken Fingern gesellte sich noch der Grüne Daumen – Beruf und Leidenschaft lagen nah zusammen. Ich landete schließlich bei Caipi und verbinde nun meine Erfahrungen als Texter und Hobbygärtner. Von meinem Arbeitsplatz aus sehe ich direkt in meinen Garten, was kann es Schöneres geben?

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