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Kräuter

Die Basilikum-Falle – diese 10 Pflegefehler ruinieren dein Küchenkraut

Ist von Basilikum die Rede, denken wir zuerst an die mediterrane Küche und an Länder wie Italien oder Frankreich. Dabei stammt Basilikum ursprünglich aus den tropischen Regionen Asiens…

Frische grüne Basilikumblätter in dichtem Wuchs

Ist von Basilikum die Rede, denken wir zuerst an die mediterrane Küche und an Länder wie Italien oder Frankreich. Dabei stammt Basilikum ursprünglich aus den tropischen Regionen Asiens und Afrikas. Kein Wunder also, dass das Kraut Wärme liebt und sich bei Temperaturen unter 10 Grad nicht besonders wohlfühlt.

Viele kennen vor allem das Basilikum aus dem Supermarkt. Dabei handelt es sich meist um Genoveser Basilikum, das häufig nur eine kurze Lebensdauer hat. Anders sieht es bei Basilikum aus der Gärtnerei aus. Buschbasilikum, rotes Basilikum oder Thai-Basilikum werden gezielt herangezogen und sind daher meist langlebiger.

Mittlerweile gibt es sogar mehrjährige Arten wie das Afrikanische Strauchbasilikum. Da es keinen Frost verträgt, solltest du es nach der Saison ins Haus holen und ihm einen hellen Platz bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad geben. Du kannst es auch zurückschneiden. Strauchbasilikum verholzt mit der Zeit und wächst durch den Schnitt buschiger. Egal, für welches Basilikum du dich entscheidest: Bei der Pflege gibt es einige Fehler, die du besser vermeiden solltest.

Fehler 1: Beim Anbau nicht auf die Temperaturen achten

Möchtest du Basilikum im Garten oder im Topf auf dem Balkon anbauen, solltest du die Temperaturen immer im Auge behalten. Besonders wichtig ist das im Frühling und im Herbst.

Da Basilikum aus tropischen Regionen stammt, verträgt es keine Kälte. Sinken die Temperaturen unter 10 Grad, gerät die Pflanze unter Stress. Das Wachstum stoppt, die Blätter können vergilben und die Wurzeln werden anfälliger für Fäulnis. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können das Kraut bereits innerhalb einer Nacht absterben lassen. Beachte deshalb folgende drei Punkte:

  1. Möchtest du Basilikum selbst aussäen, solltest du es zunächst im Haus vorziehen. Eine Direktsaat im Freiland gelingt erst zuverlässig, wenn der Boden ausreichend warm ist.
  2. Pflanze Basilikum erst nach den Eisheiligen im Mai nach draußen, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind.
  3. Möchtest du dein Basilikum überwintern, solltest du es bereits vor den ersten kühlen Nächten ins Haus holen.

Fehler 2: Zu viel oder zu wenig gießen

Basilikum besitzt ein flaches und empfindliches Wurzelsystem. Deshalb reagiert es sowohl auf Trockenheit als auch auf Staunässe sehr schnell. Das richtige Gießen ist daher besonders wichtig.

  • Gieße nicht zu viel. Stehen die Wurzeln dauerhaft im Wasser, entsteht Sauerstoffmangel und es kann zu Wurzelfäule kommen. Die Blätter werden gelb und die Pflanze kippt im schlimmsten Fall plötzlich um. Halte die Erde deshalb locker und durchlässig. Entferne bei Topfpflanzen überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer und gieße lieber häufiger kleinere Mengen als auf einmal viel zu viel.
  • Man könnte annehmen, dass Basilikum mit Trockenheit gut zurechtkommt, weil es aus warmen Regionen stammt. Das ist allerdings nicht der Fall. Wird zu selten gegossen, lässt das Kraut schnell die Blätter hängen. Trocknet die Erde vollständig aus, können die feinen Wurzeln absterben. Sorge deshalb für eine gleichmäßige Feuchtigkeit und gieße am besten morgens oder abends, aber nicht in der prallen Mittagssonne. Basilikum im Topf solltest du im Sommer täglich kontrollieren.

Fehler 3: Mit zu kaltem Wasser gießen

Wärme ist beim Basilikum das A und O. Das bedeutet, dass das Kraut nicht nur warme Temperaturen liebt, sondern auch beim Gießwasser empfindlich reagieren kann.

Sehr kaltes Leitungswasser kann für die Pflanze einen Temperaturschock bedeuten. Die feinen Wurzeln reagieren empfindlich und die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen kann beeinträchtigt werden.

Lass das Wasser deshalb vor dem Gießen etwas stehen, damit es sich erwärmen kann. Ideal ist abgestandenes Wasser mit Zimmertemperatur. Da die Temperaturen morgens und abends niedriger sind als in der Mittagshitze, sind diese Tageszeiten zum Gießen besonders gut geeignet.

Fehler 4: Auf Dünger verzichten oder zu viel düngen

Basilikum wächst schnell und benötigt entsprechend viele Nährstoffe. Ganz ohne Dünger geht es daher meist nicht – zu viel davon ist allerdings ebenso schädlich. Fehlen Nährstoffe, zeigen sich häufig hellgrüne oder gelbe Blätter. Die Pflanze bleibt klein und schwach und das Aroma kann nachlassen.

Wird zu viel gedüngt, besonders mit Stickstoff, entstehen große und weiche Blätter, die jedoch weniger aromatisch sein können. Eine Überdüngung macht die Pflanze außerdem anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Die Salze aus mineralischen Düngern können zudem die empfindlichen Wurzeln schädigen.

Basilikum im Topf solltest du regelmäßig düngen. Etwa alle zwei Wochen kannst du einen schwach dosierten Flüssigdünger für Kräuter oder Gemüse verwenden.

Im Garten kannst du vor dem Pflanzen etwas Kompost oder einen organischen Langzeitdünger wie Hornspäne in die Erde einarbeiten. Im Laufe des Sommers kannst du noch ein- bis zweimal mit einem Kräuter- oder Gemüsedünger nachhelfen.

Fehler 5: Basilikum nach dem Kauf nicht umtopfen

Person nimmt eine Basilikumpflanze mit Wurzelballen aus einem Pflanztopf
Basilikum sollte umgetopft werden, damit die Pflanze kräftig wächst und sich gesund entwickeln kann.

Basilikum aus der Gärtnerei muss in der Regel nicht sofort umgetopft werden. Möchtest du allerdings länger etwas von deinem Supermarkt-Basilikum haben, solltest du ihm nach dem Kauf mehr Platz geben. In einem Topf stehen meist viel zu viele junge Pflanzen. Sie konkurrieren nicht nur um Platz, sondern auch um Wasser, Licht und Nährstoffe.

Hinzu kommt, dass häufig einfache Anzuchterde verwendet wird. Sie enthält nur wenige Nährstoffe, ist oft sehr torfreich und kann Wasser nur schlecht oder ungleichmäßig speichern. Gleichzeitig bleibt kaum Platz für die schnell wachsenden Wurzeln. Ohne Umtopfen geht das Basilikum deshalb häufig schon nach kurzer Zeit ein.

Besonders sinnvoll ist es, den dichten Wurzelballen vorsichtig zu teilen und daraus zwei oder mehrere Pflanzen zu machen. Setze diese anschließend in größere Töpfe mit frischer Kräuter- oder Gemüseerde.

Fehler 6: Basilikum falsch ernten und schneiden

Bei der Ernte passiert immer wieder derselbe Fehler: Es werden nur einzelne Blätter abgezupft, meist die besonders großen im unteren Bereich der Pflanze. Das Ergebnis sind lange, kahle Stängel. Wer Basilikum auf diese Weise erntet, hat bald eine vergreiste Pflanze, die kaum noch neu austreibt.

Auch beim Schneiden gibt es einiges zu beachten. Schneidest du zu tief oder in bereits stark verholzte Bereiche, kann der gesamte Trieb absterben. Wird Basilikum dagegen überhaupt nicht geschnitten, beginnt es schnell zu blühen und die Blätter können an Aroma verlieren. So geht es richtig:

  • Ernte nicht nur einzelne Blätter, sondern schneide ganze Triebspitzen ab. Setze die Schere dabei immer knapp oberhalb eines Blattpaares an. Dort wachsen anschließend zwei neue Seitentriebe, wodurch das Basilikum buschiger wird.
  • Je regelmäßiger du Basilikum schneidest, desto stärker verzweigt es sich. Übertreiben solltest du es allerdings nicht.
  • Entferne Blütenknospen rechtzeitig, wenn du möglichst lange aromatische Blätter ernten möchtest.
  • Ernte von oben nach unten und beginne mit den jüngeren Trieben. So bleibt genügend Blattmasse stehen und die Pflanze kann gesund weiterwachsen.

Fehler 7: Blüten einfach stehen lassen

Blüten können beim Basilikum zum Problem werden, da sie den Geschmack der Blätter beeinflussen. Diese können weniger aromatisch oder leicht bitter werden. Zudem beendet die meist einjährige Pflanze nach der Samenreife allmählich ihren Lebenszyklus. Möchtest du möglichst lange Blätter ernten, solltest du Blütenknospen frühzeitig entfernen.

Basilikum beginnt vor allem dann zu blühen, wenn es längere Zeit nicht geschnitten wird. Erntest du regelmäßig ganze Triebspitzen, kannst du die Blüte hinauszögern. Bereits sichtbare Knospen lassen sich vorsichtig mit den Fingern ausknipsen oder mit einer Schere entfernen.

Beim Strauch- und Thai-Basilikum sind die Blüten ebenfalls aromatisch und essbar. Möchtest du allerdings einen kräftigen und buschigen Wuchs fördern, solltest du auch diese Pflanzen regelmäßig zurückschneiden.

Fehler 8: Einen zu kleinen Topf wählen

Verwende für dein Basilikum immer einen ausreichend großen Topf. Dass Supermarkt-Basilikum nach dem Kauf mehr Platz bekommen sollte, wurde bereits erwähnt. Aber auch bei Strauchbasilikum spielt die Größe des Gefäßes eine wichtige Rolle.

  • Basilikum bildet viele feine Wurzeln. In einem engen Gefäß stößt die Pflanze schnell an ihre Grenzen und wächst kaum noch weiter.
  • Ein geringes Erdvolumen kann nur wenig Wasser speichern. Gerade im Sommer trocknet der Wurzelballen dadurch sehr schnell aus.
  • Wenig Erde bedeutet außerdem einen begrenzten Vorrat an Nährstoffen.
  • Verdichtete Erde in einem kleinen Topf lässt nur wenig Luft an die Wurzeln. Dadurch können Wurzelfäule und Schimmel begünstigt werden.

Wähle einen Topf mit einem Durchmesser von mindestens 15 bis 20 Zentimetern. Größere und stark wachsende Basilikumsorten benötigen entsprechend mehr Platz. Der Topf sollte außerdem mindestens 15 Zentimeter tief sein.

Achte auf Abzugslöcher und eine Drainageschicht, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann und keine Staunässe entsteht.

Fehler 9: Beim Überwintern den falschen Standort wählen

Soll dein Basilikum den Winter überstehen und dich auch in der nächsten Saison begleiten, muss es rechtzeitig ins Haus. Dort benötigt es passende Licht- und Temperaturverhältnisse. Typische Fehler sind:

  • Der Standort ist zu dunkel. Basilikum braucht viel Licht. Steht es zu dunkel, bildet es lange, dünne Triebe und wird blass und schwach. Ein Wintergarten, ein helles Süd- oder Westfenster oder eine Pflanzenlampe können helfen.
  • Die Luft ist zu trocken. Basilikum mag zwar Wärme, trockene Heizungsluft bekommt ihm allerdings schlecht. Die Blätter können sich einrollen und Spinnmilben breiten sich leichter aus.
  • Der Standort ist zu kalt. Unter 15 Grad sollte Basilikum nach Möglichkeit nicht überwintern. Auch kalte Zugluft solltest du vermeiden.
  • Temperatur und Licht passen nicht zusammen. Steht das Basilikum warm, bekommt aber zu wenig Licht, wächst es dünn und instabil. Ein sehr heller, aber kalter Standort kann die Pflanze ebenfalls schwächen.

Besonders gut lassen sich mehrjährige Basilikumarten wie das Afrikanische Strauchbasilikum überwintern. Einjährige Sorten sind dafür weniger geeignet.

Fehler 10: Die Schädlingskontrolle vernachlässigen

Basilikum besitzt zarte und weiche Blätter und ist deshalb auch bei zahlreichen Schädlingen beliebt. Da du das Kraut selbst essen möchtest, solltest du einen Befall möglichst früh erkennen.

Besonders häufig treten Blattläuse, Weiße Fliegen, Spinnmilben und Thripse auf. Das gilt vor allem bei der Haltung im Haus und nicht nur im Sommer, sondern auch während der Überwinterung. Im Freien wird Basilikum dagegen gerne von Schnecken angefressen.

Kontrolliere die Pflanzen deshalb regelmäßig, damit sich Schädlinge nicht unbemerkt ausbreiten können. Entdeckst du einen Befall, solltest du möglichst schnell handeln.

Gerade im Winter sind eine ausreichende Luftfeuchtigkeit und eine gute Luftzirkulation wichtig. Entferne stark befallene Blätter und spüle die Pflanze vorsichtig mit lauwarmem Wasser ab. Bei einem stärkeren Befall kannst du geeignete biologische Pflanzenschutzmittel oder Nützlinge einsetzen.

H
Redaktion Garten

Als Kind weiß man immer ganz genau, was man später mal werden will – war bei mir nicht anders. Allerdings wurde ich dann weder Schornsteinfeger, noch Astrologe und auch kein Zahnarzt. Stattdessen landete ich als Moderator beim Radio und als Redakteur beim TV. Der Schritt ins Internet war dann nicht mehr weit – so habe ich mich 2008 als Redakteur und Texter selbstständig gemacht. Zu den flinken Fingern gesellte sich noch der Grüne Daumen – Beruf und Leidenschaft lagen nah zusammen. Ich landete schließlich bei Caipi und verbinde nun meine Erfahrungen als Texter und Hobbygärtner. Von meinem Arbeitsplatz aus sehe ich direkt in meinen Garten, was kann es Schöneres geben?

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