Grüne Gurken hängen reif an der Pflanze im Gewächshaus.

Gurken – viel mehr als nur die lange Grüne

Wenn du an Gurken denkst, kommt dir mit Sicherheit erst mal die klassische Salatgurke in den Sinn. Und natürlich die Gewürzgurke aus dem Glas. Doch das war es noch lange nicht mit dem beliebten und gesunden Gartengemüse. Neben langen, glatten Gewächshausgurken gibt es kurze Freilandtypen, knackige Einlegegurken, kleine Snackgurken für den Balkon und einige besondere Formen, die mit Farbe oder Wuchs aus der Reihe tanzen. Für Hobbygärtner ist das praktisch, denn so findet sich fast für jeden Platz und für jede Küche der passende Gurken-Typ.

Die Gurke hat eine lange Kulturgeschichte und stammt ursprünglich aus Asien, genauer aus dem süd- bis ostasiatischen Raum (Nordindien, Himalaya). Heute ist sie aus dem Sommergarten kaum wegzudenken. Kein Wunder: Mit ausreichend Wärme, Wasser und guter Erde wächst sie zügig, trägt reichlich und landet – je nach Typ – frisch im Salat, im Glas oder direkt vom Beet in der Hand.

Dein schneller Gurken-Guide

Gurkenart Beschaffenheit Typischer Anbau Verwendung
Schlangengurken Mild, saftig, zart Gewächshaus, geschützter Standort Salate, Rohkost, Sandwiches
Freilandgurken Frisch, etwas kräftiger, fester Beet, Hochbeet Salate, Frischverzehr
Einlegegurken Fest, knackig Freiland Essig- und Gewürzgurken
Schälgurken Mild, saftig, oft großfruchtig Freiland Senfgurken, Schmorgurken
Mini- und Snackgurken Zart, knackig, mild Beet, Kübel, Hochbeet Naschen, Lunchbox, Salat
Buschgurken Frisch, wachsen platzsparend Balkon, Kübel, kleine Beete Frischverzehr, auf kleiner Fläche
Asiatische Gurken Sehr knackig, teils leicht süßlich Warmes Beet, Gewächshaus Salate, Rohkost, schnelle Küche
Zitronengurken Mild, frisch Freiland, Kübel Salate, Einlegen
Weiße Gurken Zart, mild Freiland Frischverzehr, Einlegen
Armenische Gurken Saftig, fein, leicht süßlich Sehr warm, geschützt Rohkost, Salate
Mexikanische Minigurken Knackig, leicht säuerlich Rankhilfe im Beet oder Kübel Naschen, Salate, Einlegen

Die wichtigsten Gurkenarten im Detail

Viele kleine grüne Gurken liegen dicht beieinander in einer Ernte.
Eine vielfältige Gurkenernte bietet frische Zutaten für Küche und Vorrat.

Schlangengurken – lang, glatt und klassisch

Schlangengurken sind die bekannten langen Salatgurken mit glatter Schale und saftigem Fruchtfleisch. Sie mögen es warm und fühlen sich im Gewächshaus oder an einem sehr geschützten Standort am wohlsten. Für den Garten sind sie interessant, wenn du zarte Gurken für Salate und für die kalte Küche ernten willst. Typische Sorten in dieser Gruppe sind Helena, Dominica und Midios. Gerade diese Gurken liefern lange, gleichmäßige Früchte und passen gut in den klassischen Gewächshausanbau. Ernten kannst du Schlangengurken meist von Ende Mai bis in den September hinein.

Freilandgurken – robust für draußen

Freilandgurken kommen mit dem Leben im Beet besser zurecht als viele reine Gewächshaussorten. Ihre Früchte sind häufig etwas kürzer, fester und geschmacklich in der Regel kräftiger. Für Gärten ohne Gewächshaus sind sie daher eine gute Wahl. Sie brauchen trotzdem Wärme und einen sonnigen Platz, stecken aber wechselhaftes Sommerwetter besser weg. Bewährte Sorten in diesem Bereich sind Tanja, Persika und Gergana. Vor allem Tanja gilt seit Jahren als verlässliche Landgurke für draußen. Freilandgurken sind von Juli bis September erntereif.

Einlegegurken – klein, knackig und ideal fürs Glas

Einlegegurken werden jung geerntet, damit sie schön fest bleiben. Genau darin liegt ihre Stärke. Sie eignen sich für Essiggurken, Gewürzgurken, Cornichons und Relish. Wer regelmäßig pflückt, sorgt dafür, dass die Pflanzen immer neue Früchte ansetzen. Für den Hausgarten sind Vorgebirgstrauben, Vert Petit de Paris und Delikateß bekannte Sorten. Vorgebirgstrauben liefert klassische Einlegegurken, Vert Petit de Paris bleibt klein und fein, und Delikateß ist angenehm vielseitig. Von Juli bis September lassen sich Einlegegurken ernten.

Schälgurken – die großen für Senfgurken und warme Gerichte

Schälgurken werden größer und reifer geerntet als Einlegegurken. Sie haben mehr Fruchtfleisch, eine festere Schale und landen deshalb häufig geschält in der Küche. Dort machen sie sich als Senfgurken, Schmorgurken oder in kräftigeren Sommergerichten gut. Im Garten brauchen sie einen nahrhaften Boden und gleichmäßige Feuchtigkeit. Sorten wie Dickfleischige Gelbe oder Delikateß passen in diesen Bereich. Delikateß ist dabei ein guter Allrounder, weil sie jung eingelegt und später auch als Schälgurke verwendet werden kann. Schälgurken sind etwas später dran bei der Ernte, sie sind zwischen Mitte August und Ende Oktober reif.

Mini- und Snackgurken – klein, praktisch und schnell vernascht

Mini- und Snackgurken sind perfekt, wenn du Gurken direkt von der Pflanze essen möchtest. Sie bleiben deutlich kleiner als Schlangengurken, haben meist eine zarte Schale und schmecken mild und frisch. Gerade für Balkon, Hochbeet und Kübel sind sie interessant. Typische Sorten sind Beth Alpha, La Diva und Iznik. Beth Alpha bringt aromatische, kleine Früchte, La Diva wächst zuverlässig im Beet und unter Glas, und Iznik passt mit ihrem kompakten Wuchs sehr gut in Töpfe. Ab Juni und dann bis in den September kannst du Mini- und Snackgurken ernten.

Buschgurken – viel Ernte auf wenig Platz

Buschgurken sind keine eigene Gurkenart, sondern kompakt wachsende Gurkentypen. Für kleine Beete, Kübel und Balkone sind sie sehr praktisch, weil sie nicht sofort meterlang durch die Gegend ranken. Dadurch lassen sie sich leichter unterbringen und einfacher pflegen. Wer wenig Platz hat und trotzdem Gurken ernten möchte, fährt mit ihnen oft am besten. Sorten wie Picklebush, Bush Champion oder Antje zeigen, wie gut das auf kleiner Fläche funktionieren kann. Die Erntezeit liegt bei Buschgurken zwischen Juli und September.

Asiatische Gurken – schlank, knackig und etwas anders

Asiatische Gurken bringen Abwechslung ins Beet. Viele sind länger, schmaler oder gerippter als die bekannten Salatgurken. Ihr Fruchtfleisch bleibt sehr knackig, der Geschmack wirkt frisch und mitunter leicht süßlich. Sie passen roh auf den Teller, in sommerliche Salate oder in schnelle Pfannengerichte. Typische Sorten sind Saikó, Shintokiwa und Chinesische Schlange. Wer Lust auf etwas mehr Vielfalt hat, bekommt hier spannende Formen, die im Garten sofort auffallen. Von Juli bis September lassen sich Asiatische Gurken ernten.

Zitronengurken – rund und gelb, aber ganz klar Gurke

Zitronengurken sehen aus, als hätten eine Gurke und eine kleine Zitrone kurz die Plätze getauscht. Geschmacklich bleiben sie aber bei der Gurke: mild, frisch und saftig. Ihre runde Form macht sie im Beet und später auf dem Teller zu einem echten Hingucker. Gleichzeitig sind sie keineswegs bloß etwas fürs Auge, sondern ganz normale Küchengurken. Häufige Sorten in dieser Gruppe sind Lemon, Crystal Lemon und Limona. Ihre Reife erreichen Zitronengurken in den Monaten Juli, August und September.

Weiße Gurken – auffällig im Beet, mild in der Küche

Weiße Gurken heben sich sofort von den üblichen grünen Sorten ab. Ihre Früchte reifen hellgrün bis cremeweiß aus und schmecken angenehm mild. Sie eignen sich für den Frischverzehr und lassen sich auch einlegen. Im Garten bringen sie optisch etwas Neues, ohne beim Anbau besondere Kapriolen zu verlangen. Bekannte Sorten sind White Wonder und Weiße Apfelgurke. White Wonder zählt zu den Klassikern, die Weiße Apfelgurke fällt zusätzlich durch ihre rundere Form auf. Ab Juni kann es bereits mit der Ernte losgehen, teilweise kann sie bis in den Oktober reichen.

Armenische Gurken – eine Gurkenmelone für warme Plätze

Die Armenische Gurke wird im Gartenalltag meist einfach zu den Gurken gerechnet, botanisch gehört sie allerdings zur Melonengruppe. Für die Küche spielt das kaum eine Rolle, denn sie wird ähnlich verwendet wie eine Gurke. Die Früchte sind lang, hellgrün, oft leicht gerippt und angenehm saftig. Sie braucht mehr Wärme als viele andere Arten und fühlt sich an geschützten Standorten besonders wohl. Sortenbeispiele sind Armenian Pale Green und Striped Armenian. Von Ende Juni bis Ende September kannst du Armenische Gurken ernten.

Mexikanische Minigurken – klein, rankfreudig und ziemlich charmant

Die Mexikanische Minigurke gehört ebenfalls nicht zur klassischen Gartengurke, wird im Naschgarten aber gern in einem Atemzug mit ihr genannt. Die kleinen Früchte sehen aus wie Mini-Wassermelonen, schmecken frisch und leicht säuerlich und hängen in großer Zahl an rankenden Pflanzen. Sie eignen sich zum Naschen, für Salate und auch zum Einlegen. Im Handel tauchen sie als Mexikanische Minigurke, Cucamelon oder Cocktailgurke auf. Gerade an Zäunen, Spalieren und Rankhilfen machen sie richtig was her. Die Mexikanischen Minigurken sind von Juli bis Oktober reif.

Gurken – mehr Abwechslung im Beet, als du denkst

Bei Gurken entscheidet nicht nur der Geschmack, sondern auch der Wuchs. Manche Arten klettern munter durchs Beet, andere bleiben handlicher und passen besser in einen Kübel oder in ein Hochbeet. Dazu kommt die Optik: Vor lang und schlank über rund und gelb bis hin zu klein und melonenartig ist deutlich mehr dabei, als du im ersten Moment vielleicht erwartest. Du kannst also nicht nur nach Ernte auswählen, sondern auch nach Platz, Wuchsform und Nutzungsart.

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