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DIY Garten

Hanging Baskets – Blütenpracht auf Augenhöhe

3 Zimmer, Küche, Bad, kleiner Balkon – eine typische Anzeige für eine Wohnung in der Stadt. Auffällig: der kleine Balkon, wobei der Fokus hier nicht auf dem Balkon…

Hängender Blumenkorb mit bunten Hornveilchen an einer Holzpergola im Garten.

3 Zimmer, Küche, Bad, kleiner Balkon – eine typische Anzeige für eine Wohnung in der Stadt. Auffällig: der kleine Balkon, wobei der Fokus hier nicht auf dem Balkon liegt, sondern auf dem Wort klein. Heutzutage muss man zwar froh sein, wenn man überhaupt einen Freisitz hat, aber ein bisschen was damit anfangen möchte man schließlich auch.

Da stehen dann zwei Stühle drauf, ein Tisch und ein paar Kübel und schon ist alles voll. Weitere Blumen: Fehlanzeige! Doch selbst auf kleinstem Raum kannst du deinen Balkon oder deine Terrasse üppig mit Blumen gestalten. Nämlich dann, wenn du die Pflanzen auf Augenhöhe oder noch etwas höher anbringst. Die beiden Zauberwörter, die hier greifen: Hanging Baskets. So wird aus einem unscheinbaren Drahtkorb ein kleiner Garten in der Luft.

Hanging Baskets – perfekte Ergänzung zu Kübel und Balkonkasten

Hanging Baskets werden, wie der Name schon sagt, aufgehängt. Zum Beispiel an stabilen Wandhalterungen, an Pergolen, an Balkonstreben, an Dächern, an Markisen – eben überall dort, wo jeder Zentimeter Boden gebraucht wird. Vielleicht fragst du dich, was der Unterschied zwischen einer Blumenampel und einem Hanging Basket ist, gibt es da überhaupt einen? Ja, denn bei einer Blumenampel befindet sich der Blumentopf in einer Aufhängung, beim Hanging Basket wird der Korb selbst ausgekleidet, mit Erde gefüllt und rundum bepflanzt. Das Drahtgitter wird später von den Pflanzen verdeckt, sodass der Korb kaum noch zu sehen ist.

Besonders schön wird der Korb, wenn du nicht nur eine Wuchsform verwendest. Aufrechte Pflanzen geben Höhe, locker überhängende Arten füllen den Rand und hängende Triebe verdecken die Seiten. Das sieht am Ende nicht wie ein bepflanzter Topf aus, sondern wie eine geschlossene Pflanzkugel.

Lust auf Hanging Baskets – das brauchst du dafür

Wenn du auch Blumen auf Augenhöhe haben willst, dann basteln wir uns jetzt gemeinsam einen Hanging Basket. Wichtig ist, dass Korb, Einlage, Erde und Aufhängung zusammenpassen. Ein bepflanzter Korb wird nach dem Gießen deutlich schwerer, deshalb solltest du eine stabile Befestigung wählen. Für deinen Hanging Basket brauchst du:

  • Einen stabilen Gitterkorb mit Aufhängung
  • Eine Einlage aus Kokosfasern, Moos oder einer fertigen Pflanzmatte
  • Lockere Blumen- oder Pflanzerde
  • Wasserspeichergranulat
  • Langzeitdünger oder Flüssigdünger
  • Passende Pflanzen für Mitte, Rand und Seiten
  • Einen Eimer oder großen Topf als Arbeitshilfe

Die Einlage verhindert, dass Erde aus dem Drahtkorb fällt. Gut geeignet sind Kokosfasern, Moos oder eine Pflanzmatte, die sich in der Handhabung aber etwas unterscheiden:

Einlage Vorteil Grenze
Kokos Formstabil Trocknet schneller aus
Moos Flexibel Aufwendiger
Matte Bequem Weniger anpassbar
Folie Hält Feuchtigkeit Nur mit Löchern

Eine Folie kannst du zusätzlich einlegen, diese sollte aber nie komplett geschlossen sein. Das bedeutet, dass du ausreichend Löcher hineinstichst, damit sich kein Wasser in der Erde sammelt und die Wurzeln dauerhaft in der Nässe stehen.

Wasserspeichergranulat ist bei Hanging Baskets sinnvoll, so kommen die Pflanzen mit weniger Erde aus. Es nimmt Wasser auf und gibt es nach und nach wieder ab. Trotzdem ersetzt es nicht das Gießen. Beachte auch, dass das Substrat mehr Platz braucht als Erde, da es sich mit Wasser vollsaugt und aufquillt.

Schritt für Schritt zum Hanging Basket

Dann legen wir mal los! Als Vorbereitung solltest du dir einen Eimer oder eine Schüssel nehmen und den Hanging Basket in die Öffnung legen, so kann der Drahtkorb nicht ständig zur Seite kippen.

Schritt 1: Korb auskleiden

Zuerst kommt die Einlage in den Korb. Sie sollte eng am Draht anliegen und keine großen Lücken bilden. Bei einer fertigen Kokoseinlage geht das besonders einfach, weil sie meist schon die passende Form hat. Moos musst du dichter einarbeiten, damit später keine Erde herausrieselt. Möchtest du auch eine Folie verwenden, kommt diese auf die Einlage – denke aber an die Löcher!

Schritt 2: Erste Erdschicht einfüllen

Nun kommt eine erste Schicht Erde in den unteren Bereich des Korbs. Sie muss noch nicht bis oben hin reichen, sondern soll nur den Boden füllen und den ersten Pflanzen Halt geben. Wenn du Wasserspeichergranulat nutzt, mischt du es jetzt nach Packungsangabe unter die Erde. Drücke die Erde dann leicht an, sie soll stabil genug liegen, aber nicht so fest werden, dass Wasser später schlecht eindringen kann.

Schritt 3: Seitliche Pflanzen einsetzen

Jetzt werden die ersten hängenden Pflanzen gesetzt. Dafür schneidest du die Einlage an den gewünschten Stellen von außen kreuzförmig ein. Der Schnitt sollte nur so groß sein, dass der Wurzelballen hindurchpasst. Ist die Öffnung zu weit, kann später Erde herausfallen. Führe den Wurzelballen vorsichtig durch die Öffnung und umgib ihn innen mit Erde. Achte darauf, weiche Triebe nicht zu knicken. Gerade Petunien, Verbenen, Begonien oder Zauberglöckchen brechen leicht, wenn sie zu grob durch die Öffnung geschoben werden.

Schritt 4: Erde nachfüllen

Sind die unteren seitlichen Pflanzen eingesetzt, füllst du weitere Erde nach. Damit stabilisierst du die Wurzelballen und bereitest die nächste Pflanzebene vor. Arbeite dich langsam nach oben, statt den Korb sofort komplett mit Erde zu befüllen. Wenn du mehrere Reihen seitlich bepflanzen möchtest, wiederholst du diesen Schritt: Öffnung schneiden, Pflanze einsetzen, innen mit Erde umgeben und anschließend wieder Erde nachfüllen.

Schritt 5: Rand bepflanzen

Ist der Korb fast bis oben hin gefüllt, kommt der Rand an die Reihe. Hier passen Pflanzen, die später locker über die Kante wachsen, wie zum Beispiel Petunien, Fuchsien, Fleißige Lieschen, Verbenen oder Zauberglöckchen. Setze die Pflanzen nicht zu tief. Der Wurzelballen sollte gut mit Erde bedeckt sein, die Triebe sollen aber frei über den Rand wachsen können.

Schritt 6: Mitte bepflanzen

Jetzt kommt die Mitte dran – dort wachsen aufrechte Pflanzen, die deinem Hanging Basket Höhe geben und verhindern, dass er oben flach wirkt. Geeignet sind Geranien, Tagetes, Löwenmäulchen, Nelken oder kleine Ziergräser. Fülle nach dem Einsetzen noch mit Erde auf und drücke diese vorsichtig an. Zwischen Erdoberfläche und Korbrand sollte noch ein kleiner Gießrand bleiben, damit Wasser nicht überläuft.

Schritt 7: gründlich angießen

Nach dem Bepflanzen braucht der Korb viel Wasser. Gieße langsam und nicht alles auf einmal. Warte zwischendurch kurz, damit Erde, Einlage und Wurzelballen die Feuchtigkeit aufnehmen können. Erst wenn der Korb gleichmäßig feucht ist und nicht mehr stark tropft, kommt er an seinen endgültigen Platz.

Diese Pflanzen eigenen sich

Pflanzen, die in einem Hanging Basket auf engem Raum gemeinsam wachsen, brauchen ähnliche Bedingungen. Bei der Auswahl kommt es auf den Standort an.

Standort Pflanzen Einsatz
Sonne Petunien, Verbenen, Geranien, Zauberglöckchen Für eine üppige Blüte
Halbschatten Fuchsien, Begonien, Fleißige Lieschen, Lobelien Für geschützte Plätze
Schatten Farne, Efeu, Buntnesseln, Begonien Für Blattschmuck und ruhigere Körbe

Für die Mitte eignen sich aufrecht wachsende Pflanzen, die dem Korb Höhe geben. Am Rand sitzen Arten, die locker überhängen und seitlich kommen Pflanzen hinein, die längere Triebe bilden, damit der Drahtkorb verdeckt wird. Achte darauf, nicht zu viele stark wachsende Arten zusammenzusetzen, sonst verdrängen sie kleinere Nachbarn und der Hanging Basket wirkt schnell einseitig.

Der passende Platz für deinen Hanging Basket

Gut sichtbar, aber nicht im Weg – das ist ein guter Ansatz. Direkt über Sitzplätzen, Liegen oder dem Esstisch ist ein Hanging Basket ungünstig, da beim Gießen Wasser nach unten tropfen kann. Besser ist ein Platz am Rand des Balkons, über einem Kübel oder in einer Ecke, die dadurch verschönert wird. Bei der Platzwahl solltest du auf folgende Aspekte achten:

  • Die Aufhängung muss tragfähig sein.
  • Der Hanging Basket sollte vor starken Winden geschützt aufgehängt werden.
  • Halte genügend Abstand zu Sitzplätzen.
  • Hänge ihn an eine Stelle, an die du gut hingelangst, das erleichtert dir die Pflege.
  • Es muss ausreichend Platz für die hängenden Triebe sein.
  • Denke an die passenden Lichtverhältnisse für deine Pflanzen.

Wind ist bei Hanging Baskets ein wichtiger Punkt. In einer Windschneise trocknet die Erde schneller aus und lange Triebe können geschädigt werden. Dort sind kompaktere Pflanzen besser als empfindliche Sorten mit langen, weichen Trieben.

Unter einem Dachvorsprung sind die Pflanzen vor Starkregen geschützt, bekommen aber nur dann Feuchtigkeit ab, wenn du auch gießt.

Hanging Baskets ohne Blumen

Erdbeerpflanze im Hanging Basket mit Blüten und reifenden Früchten im Gewächshaus.
Ein Hanging Basket spart Platz und ermöglicht eine saubere, platzsparende Kultur von Erdbeeren.

Möchtest du keine Sommerblumen pflanzen, sondern deinen Hanging Basket anders bestücken, dann mach doch einfach eine essbare Variante daraus. Besonders gut passen Pflanzen, die nicht zu schwer werden und mit einem begrenzten Wurzelraum zurechtkommen.

Erdbeeren machen sich gut in einem Hanging Basket. Die Triebe können über den Rand hängen, die Früchte liegen nicht auf der nassen Erde und du musst nur deinen Arm nach oben strecken, um sie zu ernten. Schön wirkt das Ganze mit kleineren Blühpflanzen oder mit niedrig bleibenden Kräutern.

Apropos Kräuter: Hier kommt es auf die Kombination an. Thymian, Oregano und Bohnenkraut mögen es sonnig und eher durchlässig, während Petersilie, Schnittlauch und Minze gleichmäßige Feuchtigkeit lieben. Minze wächst außerdem kräftig und kann kleinere Nachbarn verdrängen.

Kleine Chilis oder kompakte Buschtomaten funktionieren nur in größeren, stabilen Körben. Sie brauchen mehr Wasser, mehr Nährstoffe und machen den Hanging Basket mit Früchten deutlich schwerer.

Hanging Baskets – gießen, düngen, pflegen

Da der Korb frei in der Luft hängt, im Verhältnis wenig Erde enthält und dicht bepflanzt ist, trocknet er schneller aus, als Kübelpflanzen. Gieße immer langsam und in Etappen. Lass das Wasser erst versickern und gieße dann nach. Ein Gießrand sorgt dafür, dass das Wasser nicht ungenutzt wegläuft. Kontrolliere gerade bei Hitze und viel Sonne mehrmals am Tag mit dem Finger, ob die Erde noch feucht ist. Und achte darauf, dass keine Staunässe entsteht, das heißt: Wenn du eine Folie benutzt, stich in jedem Fall Löcher hinein.

Düngen ist durch den begrenzten Anteil an Erde besonders wichtig. Mit einem Langzeitdünger machst du nichts falsch. Alternativ kannst du mit Flüssigdünger arbeiten, den du über das Gießwasser gibst. Auf ausgetrocknete Erde solltest du keinen Dünger geben, hier erst die Erde gut feucht werden lassen, damit die Pflanzen die Nährstoffe auch aufnehmen können.

Die weitere Pflege besteht aus dem Entfernen von Verblühtem, von trockenen Blättern und von abgeknickten Trieben. Wenn einzelne Triebe zu lang werden oder die Pflanzen im Korb einseitig wachsen, kannst du sie einkürzen. Viele Sommerblumen treiben danach dichter nach. Bei großer Hitze solltest du aber nicht radikal schneiden, sondern nur störende oder vertrocknete Teile entfernen.

Mit dem Hanging Basket durch die Saison

Schon im Frühjahr kannst du deinen Hanging Basket schön bepflanzen und dir den Frühling auf den Balkon holen. Dann passen prima Hornveilchen, Primeln und kleine Zwiebelblumen hinein. Das bringt Farbe auf den Balkon, bevor dann die klassischen Sommerblumen übernehmen.

In der warmen Jahreszeit stehen dann Petunien, Verbenen, Geranien, Fuchsien, Begonien und Zauberglöckchen im Mittelpunkt. Dann zeigt der Hanging Basket seine üppigste Seite.

Im Herbst passen Heide, Gräser, Efeu, kleine Chrysanthemen oder das Silberblatt hinein. Die Wirkung ist ruhiger, aber immer noch dekorativ.

Und selbst im Winter kannst du einen Hanging Basket bepflanzen, um etwas Grün auf den Balkon zu bringen. Robuste Arten sind etwa Efeu, Heide, Skimmie, kleine Gräser und die Scheinbeere. In dieser Zeit sollte der Hanging Basket aber geschützt hängen, weil nasse Erde, Frost und Wind Pflanzen und Material stärker belasten.

Häufige Fehler bei Hanging Baskets

Es ist kein Hexenwerk, einen Hanging Basket zu bepflanzen und zu pflegen, aber es können trotzdem einige Fehler passieren, die anfangs vielleicht gar nicht auffallen, aber große Wirkung haben können. Achte deshalb auf typische Fehler wie

  • zu kleiner Korb
  • zu viele Pflanzen
  • instabile Befestigung
  • falscher Standort
  • dichte Folie ohne Löcher
  • zu seltenes Gießen
  • kein Dünger im Sommer
  • zu viele stark wachsende Pflanzen
  • Korb hängt zu hoch oder zu tief

Auch unpassende Pflanzenkombinationen machen die Pflege schwerer. Sonnenliebende Arten und Schattenpflanzen gehören nicht in denselben Korb. Ebenso schwierig ist es, Pflanzen mit sehr unterschiedlichem Wasserbedarf zusammenzusetzen.

Kleine Fläche, große Wirkung

Hanging Baskets holen aus deinem Balkon oder deiner Terrasse mehr heraus, ohne dass unten der Platz zu eng wird. Sie hängen dort, wo sonst nichts wächst und bringen Farbe auf Augenhöhe. Und sie passen natürlich auch in Gärten! Mit etwas Geschick, den richtigen Pflanzen und den passenden Bedingungen wird so ein kleiner Garten in der Luft.

 

Foto: Adobe Stock
H
Redaktion Garten

Als Kind weiß man immer ganz genau, was man später mal werden will – war bei mir nicht anders. Allerdings wurde ich dann weder Schornsteinfeger, noch Astrologe und auch kein Zahnarzt. Stattdessen landete ich als Moderator beim Radio und als Redakteur beim TV. Der Schritt ins Internet war dann nicht mehr weit – so habe ich mich 2008 als Redakteur und Texter selbstständig gemacht. Zu den flinken Fingern gesellte sich noch der Grüne Daumen – Beruf und Leidenschaft lagen nah zusammen. Ich landete schließlich bei Caipi und verbinde nun meine Erfahrungen als Texter und Hobbygärtner. Von meinem Arbeitsplatz aus sehe ich direkt in meinen Garten, was kann es Schöneres geben?

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