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Rezepte

Holunderblüten – auch in der Küche ein Highlight

Im Mai beginnt die Holunderblüte – je nach Region mal etwas früher oder auch später. Dann verwandeln sich die Büsche in weiße Blütenmeere und ein süßlicher Duft strömt…

Holunderblüten – auch in der Küche ein Highlight

Im Mai beginnt die Holunderblüte – je nach Region mal etwas früher oder auch später. Dann verwandeln sich die Büsche in weiße Blütenmeere und ein süßlicher Duft strömt durch die Luft. Wenn du die Dolden jetzt sammelst, dann kannst du daraus Sirup, Limonade, Desserts oder ausgebackene Blüten machen. Perfekt sind Dolden, die vollständig geöffnet sind und kräftig duften. Nach Regen schmecken sie allerdings deutlich schwächer, weil ein Teil des feinen Blütenstaubs verloren geht.

So schmeckt der Frühsommer

Holunderblüten sehen zart aus, bringen aber viel Aroma mit. Die kleinen Einzelblüten sitzen in flachen Dolden und schmecken blumig, leicht honigartig und frisch. Dieses Aroma passt zu Getränken, Gebäck, Desserts und einfachen Vorratsrezepten.

Neu ist das nicht, denn Holunderblüten werden schon lange für Sirup, Tee, Küchlein und Hausrezepte genutzt. Viel braucht es dafür nicht: einen trockenen Tag, einen Korb, eine Schere und ein bisschen Geduld beim Ausschütteln der Blüten. Danach hast du eine Zutat in der Küche, die nach Frühsommer schmeckt.

Übrigens: Das Ausschütteln ist sinnvoll, da sich in den Blüten Insekten tummeln können. Aber Achtung: Nur leicht schütteln und keinesfalls abwaschen, weil sonst viel Blütenstaub und somit auch Aroma verloren gehen.

Holunderblüten sammeln

Holunderblüten solltest du nicht irgendwo im Vorbeigehen abrupfen. Der Standort entscheidet mit darüber, ob due später Freude daran hast. Sammle nur dort, wo die Pflanzen sauber stehen und du sicher bist, dass es sich um Schwarzen Holunder handelt.

Bereich Gute Wahl Schlechte Wahl
Wetter Trocken und sonnig Direkt nach Regen
Standort Garten, Waldrand, ruhige Wege Straßenrand, Hundestrecken
Blüte Offen und duftend Braun, welk, verlaust
Ernte Ganze Dolden abschneiden Blüten zerdrücken
Tempo Am selben Tag verarbeiten Lange liegen lassen

Am besten schneidest du die Dolden mit einer Schere ab und legst sie locker in einen Korb. In einer Plastiktüte werden sie schnell warm und matschig. Zuhause breitest du sie kurz aus, damit kleine Insekten herauskrabbeln können. Danach vorsichtig ausschütteln und weiterverarbeiten.

Holunderblüten sicher bestimmen

Für Rezepte sammelst du die Blüten des Schwarzen Holunders. Er wächst als Strauch oder kleiner Baum, verholzt also deutlich. Typisch sind die großen, flachen, hellen Blütendolden am Ende der Zweige. Die Einzelblüten sind klein, cremeweiß bis weißlich und duften süßlich. Die Blätter stehen gegenständig und sind gefiedert, mit mehreren gesägten Einzelblättchen.

Nicht jeder Holunder ist automatisch der richtige für die Küche. Verwechseln kannst du den Schwarzen Holunder vor allem mit dem Zwergholunder, auch Attich genannt. Er wächst krautig, bildet keine verholzten Triebe und bleibt deutlich niedriger. Achtung: Attich ist giftig!

Merkmal Schwarzer Holunder Vorsicht
Wuchs Strauch oder kleiner Baum Krautig, staudenartig
Triebe Verholzt Weich, nicht verholzt
Blüten Flache helle Dolden Abweichender Wuchs, unsicherer Eindruck
Blätter Gefiedert und gesägt Sehr ähnliche Blätter möglich
Sicherheit Nur sammeln, wenn du ihn eindeutig erkennst Stehen lassen, wenn du zweifelst

Bei der Menge gilt: Holunderblüten sind kein Selbstbedienungsregal. In der freien Natur darfst du nur geringe Mengen für den persönlichen Bedarf sammeln und natürlich auch nur dort, wo das Betreten und Sammeln erlaubt ist. Für die Küche reicht ohnehin wenig. Schneide also nur einzelne Dolden und lass genügend Blüten für Insekten übrig.

Holunderblüten – 5 Rezeptideen

Ausgebackene Holunderblüten sind der Klassiker – du kannst aber noch viel mehr mit den leckeren Blüten anstellen. Wir haben 5 Rezeptideen für dich vorbereitet

Holunderblütensirup – flüssiger Blütenduft

Holunderblütensirup ist der Klassiker, weil er sich gut vorbereiten lässt und vielseitig ist. Mit Mineralwasser wird daraus eine schnelle Limo, im Tee bringt er Blütenduft, über Desserts macht er sich ebenfalls gut. Und wer den Gartenabend etwas feierlicher angehen möchte, gibt einen Schuss in Sekt oder Sprudel.

Flasche mit selbstgemachtem Holunderblütensirup und frischen Holunderblüten.
Selbstgemachter Holunderblütensirup bringt den Geschmack des Sommers ins Glas.

Das brauchst du dazu:

  • 20 große Holunderblütendolden
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Kilogramm Zucker
  • 2 Bio-Zitronen
  • 20 Gramm Zitronensäure

So bereitest du den Sirup zu:

  1. Die Dolden vorsichtig ausschütteln und grobe Stiele entfernen.
  2. Wasser und Zucker aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat. Danach abkühlen lassen.
  3. Zitronen in Scheiben schneiden und zusammen mit den Blüten in ein sauberes Gefäß geben.
  4. Zuckersud und Zitronensäure darübergeben. Alles abgedeckt 2 bis 3 Tage ziehen lassen.
  5. Den Sirup durch ein feines Tuch abseihen, noch einmal kurz aufkochen und heiß in saubere Flaschen füllen.

Der Sirup sollte kühl und dunkel stehen. Angebrochene Flaschen gehören in den Kühlschrank.

Ausgebackene Holunderblüten – wie früher bei Oma

Ausgebackene Holunderblüten sind herrlich unkompliziert. Man nimmt die ganze Dolde am Stiel, zieht sie durch Teig und backt sie in heißem Fett aus. Danach kommt Puderzucker darüber. Mehr braucht es kaum.

Ausgebackene Holunderblüten auf Teller mit fruchtigen Beilagen serviert.
Knusprig ausgebackene Holunderblüten sind eine besondere saisonale Süßspeise aus dem Garten.

Das brauchst du dazu:

  • 8 Holunderblütendolden
  • 150 Gramm Mehl
  • 1 Ei
  • 200 Milliliter Milch oder Sprudelwasser
  • 1 Prise Salz
  • 1 Esslöffel Zucker
  • Öl zum Ausbacken
  • Puderzucker zum Bestäuben

So bereitest du die Holunderblüten zu:

  1. Mehl, Ei, Flüssigkeit, Salz und Zucker zu einem glatten Teig verrühren.
  2. Die Dolden ausschütteln und nur die kräftigen Stiele als Griff stehen lassen.
  3. Öl in einer Pfanne erhitzen.
  4. Dolden am Stiel festhalten, durch den Teig ziehen und mit der Blütenseite nach unten ausbacken.
  5. Kurz wenden, auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Dazu passen Vanillesoße, Erdbeeren oder ein Klecks Joghurt. Warm schmecken sie am besten.

Blütenzucker – wenn es nach Sommer schmecken darf

Holunderblütenzucker ist schnell gemacht und passt zu Pfannkuchen, Obstsalat, Quark, Tee oder selbst gebackenem Kuchen. Er ist außerdem praktisch, wenn du nur wenige Dolden gesammelt hast.

Glas mit Holunderblütenzucker und frischen Holunderblüten auf hellem Hintergrund.
Aromatischer Holunderblütenzucker verfeinert Desserts und sommerliche Getränke auf natürliche Weise.

Das brauchst du dazu:

  • 4 Holunderblütendolden
  • 250 Gramm Zucker

So bereitest du den Zucker zu:

  1. Die kleinen Blüten von den Dolden zupfen.
  2. Mit dem Zucker mischen und auf einem Backpapier locker ausbreiten.
  3. An einem warmen, luftigen Platz trocknen lassen.
  4. Zwischendurch mit einem sauberen Löffel auflockern.
  5. Wenn alles trocken ist, in ein sauberes Schraubglas füllen.

Wenn du den Zucker feiner magst, kannst du ihn kurz mixen. Dann wird daraus ein duftender Blütenzucker, der sich auch gut zum Bestäuben eignet.

Süßer Quark – mit Blütenduft-Aromen

Dieses Rezept ist ideal, wenn du keine Lust auf Einkochen hast. Der Quark schmeckt frisch, leicht und passt wunderbar zu Erdbeeren oder Rhabarberkompott.

Gläser mit cremigem Quark und frischen Holunderblüten als sommerliches Dessert.
Frische Holunderblüten verleihen cremigem Quark ein feines und blumiges Aroma.

Das brauchst du dazu:

  • 250 Gramm Quark
  • 100 Gramm Joghurt
  • 2 bis 3 Esslöffel Holunderblütensirup
  • etwas Zitronenabrieb
  • 2 Holunderblütendolden

So bereitest du den Quark zu:

  1. Quark, Joghurt, Sirup und Zitronenabrieb glattrühren.
  2. Die kleinen Blüten abzupfen und unterheben.
  3. Kurz ziehen lassen und gekühlt servieren.

Wenn du keinen Sirup im Haus hast, kannst du den Quark mit etwas Honig süßen. Dann kommt das Blütenaroma dezenter durch.

Holunderblütenlimonade – ohne einkochen geht´s auch

Für eine einfache Holunderblütenlimonade brauchst du keinen großen Vorrat. Ein paar frische Dolden reichen aus, um Wasser in ein duftendes Sommergetränk zu verwandeln.

Selbstgemachte Holunderblütenlimonade mit Zitronen und frischen Holunderblüten.
Erfrischende Holunderblütenlimonade bringt natürlichen Sommergenuss ins Glas.

Das brauchst du dazu:

  • 5 Holunderblütendolden
  • 1 Liter kaltes Wasser
  • 1 Bio-Zitrone
  • 2 bis 3 Esslöffel Zucker oder Honig

So bereitest du die Limo zu:

  1. Blüten ausschütteln und grobe Stiele entfernen.
  2. Zitrone in Scheiben schneiden.
  3. Alles in eine Karaffe geben und 2 bis 4 Stunden ziehen lassen.
  4. Abseihen und kalt servieren.

Diese Limonade ist nicht lange haltbar. Am besten trinkst du sie frisch, solange sie noch richtig nach Blüte duftet.

Wenn noch Dolden übrig sind

Hast du zu viel gesammelt und weißt nun nicht, was du mit dem Rest anfangen sollst oder brauchst du noch weitere Ideen? Bitte schön:

Idee Nutzung Hinweis
Tee Frisch oder getrocknet aufgießen Mild und duftend
Gelee Mit hellem Saft kochen Gut als Vorrat
Essig In mildem Essig ziehen lassen Für eine besondere Salatnote
Teig Blüten direkt einrühren Stiele vorher entfernen
Eiswürfel Einzelne Blüten einfrieren Hübsch und schmackhaft in Getränken

Zum Trocknen legst du die Dolden luftig und schattig aus. Direkte Sonne nimmt ihnen das Aroma. Sind die Blüten trocken, kommen sie in ein Schraubglas. Achte darauf, dass keine Feuchtigkeit hineingelangt, sonst war die ganze Mühe für die Katz.

Der Holunder für deinen Garten

Hast du einen eigenen Holunder im Garten, musst du dir ums Sammeln keine Gedanken mehr machen und hast jedes Jahr im Frühling frische Blüten. Außerdem tust du auch etwas für Insekten, denn der Busch bietet ihnen Nahrung. Später im Jahr, wenn die Beeren reif sind, bedienen sich Vögel daran. Dazu wächst er unkompliziert, verträgt Schnitt und passt gut in naturnahe Ecken. Ein kleiner Zierstrauch ist er allerdings nicht. Holunder kann kräftig wachsen und braucht Raum. Wenn du ihm diesen Platz geben kannst, bekommst du dafür im Frühjahr duftenden Blüten und im Spätsommer Beeren.

Übrigens: Halte im Mai den Sammelkorb bereit, denn wenn der Holunder erst mal blüht, sollte es schnell gehen. Ein paar heiße Tage, Wind oder ein kräftiger Regen können reichen und der Duft verfliegt schneller, als einem lieb ist.

H
Redaktion Garten

Als Kind weiß man immer ganz genau, was man später mal werden will – war bei mir nicht anders. Allerdings wurde ich dann weder Schornsteinfeger, noch Astrologe und auch kein Zahnarzt. Stattdessen landete ich als Moderator beim Radio und als Redakteur beim TV. Der Schritt ins Internet war dann nicht mehr weit – so habe ich mich 2008 als Redakteur und Texter selbstständig gemacht. Zu den flinken Fingern gesellte sich noch der Grüne Daumen – Beruf und Leidenschaft lagen nah zusammen. Ich landete schließlich bei Caipi und verbinde nun meine Erfahrungen als Texter und Hobbygärtner. Von meinem Arbeitsplatz aus sehe ich direkt in meinen Garten, was kann es Schöneres geben?

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