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Gartenratgeber

Pflanzenjauche selber herstellen – Natürlicher Dünger für den Garten

Wer schon einige Jahre gärtnert, kennt das Gefühl: Die ersten Tomaten wachsen kräftig, der Salat bildet sattgrüne Blätter und die Zucchini legt einen regelrechten Wachstumsschub hin. Gleichzeitig steigt…

Eimer mit fermentierter Pflanzenjauche zur natürlichen Düngung im Garten

Wer schon einige Jahre gärtnert, kennt das Gefühl: Die ersten Tomaten wachsen kräftig, der Salat bildet sattgrüne Blätter und die Zucchini legt einen regelrechten Wachstumsschub hin. Gleichzeitig steigt aber auch der Nährstoffbedarf deiner Pflanzen. Viele Hobbygärtner greifen in diesem Moment zu einem Dünger aus dem Gartencenter. Dabei wächst eine der besten Alternativen oft direkt im eigenen Garten oder am Wegesrand.

Brennnesseln, Beinwell, Löwenzahn oder Ackerschachtelhalm gelten vielerorts als Unkraut. Tatsächlich gehören sie jedoch zu den wertvollsten Wildpflanzen überhaupt. Sie nehmen Mineralstoffe aus dem Boden auf, speichern diese in Blättern und Stängeln und lassen sich mit wenig Aufwand zu einer nährstoffreichen Pflanzenjauche verarbeiten.

Schon lange bevor es industriell hergestellte Dünger gab, nutzten Gärtner diese natürliche Methode, um Gemüse, Obst und Blumen gesund und ertragreich wachsen zu lassen. Das Prinzip hat sich bis heute kaum verändert. Pflanzen werden mit Wasser vergoren, wodurch sich ihre Nährstoffe lösen und als natürlicher Flüssigdünger verfügbar werden.

Der große Vorteil liegt nicht nur in den eingesparten Kosten. Pflanzenjauchen passen hervorragend zu einem naturnahen Garten. Sie kommen ohne chemische Zusätze aus, fördern das Bodenleben und helfen dabei, einen geschlossenen Nährstoffkreislauf zu schaffen. Aus Pflanzen, die sonst oft auf dem Kompost landen würden, entsteht ein hochwertiger Dünger, der Gemüse, Obstgehölze und Zierpflanzen über viele Wochen hinweg unterstützt.

Dabei erfüllt jedoch nicht jede Pflanzenjauche dieselbe Aufgabe. Während Brennnesseljauche vor allem das Wachstum ankurbelt, liefert Beinwell große Mengen Kalium für Blüten und Früchte. Ackerschachtelhalm wiederum ist weniger Dünger als vielmehr ein bewährtes Mittel zur natürlichen Pflanzenstärkung.

In diesem Ratgeber erfährst du, welche Pflanzen sich für eine Jauche eignen, wie du sie richtig herstellst und anwendest und welche Jauche für welche Pflanzen die beste Wahl ist.

Was ist Pflanzenjauche?

Pflanzenjauche ist ein natürlicher Flüssigdünger, der durch die Vergärung frischer Pflanzenteile in Wasser entsteht. Während dieses biologischen Prozesses bauen Mikroorganismen das Pflanzenmaterial langsam ab. Dabei lösen sich zahlreiche Mineralstoffe, Spurenelemente und weitere Inhaltsstoffe aus den Pflanzen und gehen in das Wasser über.

Nach einigen Tagen entsteht daraus eine dunkle Flüssigkeit mit einem charakteristischen Geruch. Verdünnt ausgebracht versorgt sie deine Gartenpflanzen schnell mit wichtigen Nährstoffen.

Im Gegensatz zu vielen mineralischen Düngern wirkt Pflanzenjauche nicht ausschließlich auf die Pflanze selbst. Sie unterstützt gleichzeitig das Bodenleben. Regenwürmer, Pilze und unzählige Mikroorganismen profitieren von organischen Nährstoffen und tragen dazu bei, den Boden dauerhaft fruchtbar zu halten.

Gerade in einem naturnahen Garten ist Pflanzenjauche deshalb weit mehr als nur ein Dünger. Sie ist Bestandteil eines funktionierenden Kreislaufs, bei dem Pflanzenreste wieder zu wertvollen Nährstofflieferanten werden.

So entsteht eine Pflanzenjauche

Die Herstellung basiert auf einem natürlichen Gärprozess. Frisch gesammelte Pflanzen werden zerkleinert und mit Wasser übergossen. In den folgenden Tagen beginnen Mikroorganismen damit, das Pflanzenmaterial zu zersetzen.

Dabei entstehen Gase, weshalb die Flüssigkeit regelmäßig umgerührt werden sollte. Gleichzeitig lösen sich Stickstoff, Kalium, Calcium, Magnesium und zahlreiche Spurenelemente aus den Pflanzen.

Je nach Außentemperatur dauert dieser Prozess etwa zehn bis vierzehn Tage. Sobald keine Bläschen mehr aufsteigen, ist die Jauche fertig und kann – nach entsprechender Verdünnung – als Flüssigdünger verwendet werden.

Pflanzenjauche, Pflanzenbrühe oder Pflanzentee – wo liegt der Unterschied?

Die Begriffe werden häufig durcheinandergebracht, beschreiben jedoch unterschiedliche Verfahren.

Pflanzenjauche

Bei einer Pflanzenjauche werden die Pflanzenteile über mehrere Tage vergoren. Dadurch entsteht ein nährstoffreicher Flüssigdünger, der vor allem zur Versorgung der Pflanzen dient.

Pflanzenbrühe

Für eine Pflanzenbrühe werden Kräuter in Wasser eingeweicht und anschließend gekocht. Sie enthält deutlich weniger Nährstoffe als eine Jauche und wird hauptsächlich als Pflanzenstärkung oder zur Vorbeugung gegen Krankheiten verwendet.

Pflanzentee

Ein Pflanzentee wird ähnlich wie ein Kräutertee zubereitet. Das Pflanzenmaterial zieht lediglich kurze Zeit in heißem Wasser. Er dient fast ausschließlich der Pflanzenstärkung und spielt als Dünger kaum eine Rolle.

Gerade Anfänger verwechseln diese drei Begriffe häufig. Für die Düngung im Gemüse- oder Ziergarten ist jedoch fast immer die Pflanzenjauche die beste Wahl.

Warum Pflanzenjauche im Garten so wertvoll ist

Pflanzenjauchen erleben seit einigen Jahren eine regelrechte Renaissance. Das liegt nicht nur daran, dass sie praktisch kostenlos hergestellt werden können. Immer mehr Gartenfreunde möchten auf chemisch-synthetische Dünger verzichten und ihre Pflanzen möglichst natürlich versorgen.

Dabei bieten Pflanzenjauchen gleich mehrere Vorteile.

Nachhaltig und kostengünstig düngen

Viele Pflanzen, aus denen sich eine Jauche herstellen lässt, wachsen kostenlos im Garten oder in der näheren Umgebung. Brennnesseln, Giersch oder Löwenzahn müssen nicht gekauft werden und stehen oft in großen Mengen zur Verfügung.

Mit wenigen Handgriffen entsteht daraus ein hochwertiger Flüssigdünger, der den Geldbeutel schont und Verpackungsmüll vermeidet.

Gerade wer einen größeren Gemüsegarten besitzt, kann auf diese Weise jedes Jahr eine beachtliche Menge an Dünger selbst herstellen.

Das Bodenleben fördern

Ein gesunder Garten beginnt im Boden.

Milliarden von Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen sorgen dafür, dass organisches Material zersetzt und Nährstoffe pflanzenverfügbar gemacht werden. Auch Regenwürmer leisten einen wichtigen Beitrag zu einer lockeren, humusreichen Bodenstruktur.

Pflanzenjauchen liefern diesen Bodenorganismen organische Nährstoffe und unterstützen damit einen lebendigen Gartenboden.

Das unterscheidet sie von vielen mineralischen Düngern, die zwar schnell wirken, das Bodenleben jedoch kaum fördern.

Nährstoffe stehen schnell zur Verfügung

Während Kompost seine Wirkung oft erst nach Wochen oder Monaten entfaltet, gelangen die Nährstoffe einer Pflanzenjauche vergleichsweise schnell zu den Wurzeln.

Besonders während der Hauptwachstumszeit ist das ein großer Vorteil. Tomaten, Gurken oder Kürbisse reagieren häufig schon wenige Tage nach einer Düngung mit kräftigem Wachstum und gesunden, sattgrünen Blättern.

Pflanzenjauche ersetzt den Kompost deshalb nicht. Beide ergänzen sich vielmehr hervorragend. Kompost verbessert langfristig den Boden, Pflanzenjauche versorgt die Pflanzen kurzfristig mit leicht verfügbaren Nährstoffen.

Ein natürlicher Kreislauf im Garten

Vielleicht ist genau das der schönste Aspekt einer Pflanzenjauche.

Wildkräuter, die viele Gartenbesitzer als lästiges Unkraut empfinden, werden zu einem wertvollen Bestandteil der Gartenpflege. Brennnesseln oder Giersch landen nicht mehr auf dem Kompost, sondern geben ihre gespeicherten Nährstoffe an Gemüse und Blumen zurück.

So entsteht ein natürlicher Kreislauf, wie ihn Gärtner seit Generationen nutzen.

Und genau deshalb gehören Pflanzenjauchen auch heute noch zu den wirkungsvollsten natürlichen Düngern überhaupt.

Vorteile und Nachteile von Pflanzenjauche

Schaumige Pflanzenjauche während der Gärung mit zerkleinerten Pflanzenteilen im Eimer.
Pflanzenjauche verbessert die Nährstoffversorgung und unterstützt ein gesundes Wachstum von Gemüse und Zierpflanzen.

Pflanzenjauchen haben sich über Generationen hinweg bewährt. Sie sind einfach herzustellen, kosten kaum Geld und versorgen deine Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen. Trotzdem sind sie kein Wundermittel. Wie jeder Dünger haben auch sie ihre Stärken und Schwächen. Wenn du diese kennst, kannst du Pflanzenjauchen gezielt einsetzen und ihre Vorteile optimal nutzen.

Die wichtigsten Vorteile

Der wohl größte Pluspunkt ist ihre Natürlichkeit. Für die Herstellung benötigst du weder chemische Zusätze noch teure Spezialprodukte. Viele geeignete Pflanzen wachsen kostenlos im Garten oder in der freien Natur. Was häufig als Unkraut betrachtet wird, entwickelt sich nach der Vergärung zu einem wertvollen Flüssigdünger.

Ein weiterer Vorteil ist die Vielfalt der enthaltenen Nährstoffe. Während mineralische Dünger oft nur einzelne Hauptnährstoffe liefern, enthalten Pflanzenjauchen zusätzlich zahlreiche Spurenelemente und organische Verbindungen. Dadurch erhalten deine Pflanzen eine ausgewogene Versorgung.

Auch der Boden profitiert. Organische Dünger fördern das Bodenleben und unterstützen Regenwürmer sowie unzählige Mikroorganismen. Ein lebendiger Boden speichert Wasser besser, bleibt locker und versorgt die Pflanzen langfristig mit Nährstoffen.

Hinzu kommt die schnelle Wirkung. Da die Nährstoffe bereits gelöst vorliegen, können sie von den Pflanzen vergleichsweise rasch aufgenommen werden. Besonders Starkzehrer wie Tomaten, Kürbis oder Kohl danken eine regelmäßige Düngung mit kräftigem Wachstum und gesunden Blättern.

Nicht zuletzt ist Pflanzenjauche ein gutes Beispiel für nachhaltiges Gärtnern. Anstatt Wildkräuter zu entsorgen, führst du ihre Nährstoffe wieder in den natürlichen Kreislauf zurück.

Welche Nachteile gibt es?

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Der bekannteste Nachteil ist sicherlich der intensive Geruch während der Gärung. Gerade Brennnesseljauche entwickelt einen sehr markanten Duft, der nicht jedermanns Sache ist. Mit Urgesteinsmehl lässt sich dieser zwar deutlich reduzieren, vollständig verschwindet er jedoch nicht.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass Pflanzenjauchen etwas Zeit benötigen. Je nach Witterung dauert die Gärung zehn bis vierzehn Tage. Wer spontan düngen möchte, muss also vorausplanen.

Außerdem schwankt der Nährstoffgehalt. Anders als bei industriell hergestellten Düngern lässt sich die Zusammensetzung nicht exakt bestimmen. Alter der Pflanzen, Standort und Erntezeitpunkt beeinflussen den Gehalt an Mineralstoffen. Für Hobbygärtner ist das in der Regel kein Problem, denn Pflanzenjauchen werden seit jeher erfolgreich ohne Laboranalyse eingesetzt.

Schließlich solltest du beachten, dass Pflanzenjauche keinen reifen Kompost ersetzt. Sie liefert schnell verfügbare Nährstoffe, trägt aber nur begrenzt zum Humusaufbau bei. Am besten kombinierst du beide Methoden miteinander.

Welche Nährstoffe stecken in Pflanzenjauchen?

Jede Pflanzenart speichert Mineralstoffe in einer etwas anderen Zusammensetzung. Deshalb unterscheiden sich auch die verschiedenen Pflanzenjauchen deutlich voneinander. Manche fördern vor allem das Blattwachstum, andere unterstützen die Blütenbildung oder stärken die Pflanzen gegenüber Krankheiten.

Wer die wichtigsten Nährstoffe kennt, kann gezielt entscheiden, welche Pflanzenjauche im jeweiligen Gartenbereich am sinnvollsten ist.

Stickstoff – der Motor für kräftiges Wachstum

Stickstoff gehört zu den wichtigsten Pflanzennährstoffen überhaupt. Er wird für die Bildung von Eiweißen, Enzymen und Chlorophyll benötigt. Fehlt Stickstoff, wachsen Pflanzen nur langsam und entwickeln oft hellgrüne oder gelbliche Blätter.

Besonders während des Frühjahrs benötigen Starkzehrer größere Mengen dieses Nährstoffs. Brennnesseljauche gehört deshalb zu den beliebtesten natürlichen Stickstoffdüngern.

Allerdings gilt auch hier: Mehr ist nicht immer besser. Eine Überversorgung führt häufig dazu, dass Pflanzen zwar viele Blätter bilden, Blüten und Früchte jedoch zurückbleiben.

Kalium – für Blüten, Früchte und gesunde Pflanzen

Kalium reguliert den Wasserhaushalt der Pflanzen und verbessert ihre Widerstandskraft gegenüber Trockenheit und Hitze. Gleichzeitig spielt es eine entscheidende Rolle bei der Blüten- und Fruchtbildung.

Gerade Tomaten, Paprika, Gurken oder Erdbeeren profitieren während der Fruchtentwicklung von einer kaliumreichen Düngung.

Beinwell zählt zu den kaliumreichsten Wildpflanzen überhaupt und eignet sich deshalb hervorragend als Grundlage für eine Pflanzenjauche.

Phosphor – wichtig für Wurzeln und Blüten

Phosphor unterstützt die Energieversorgung der Pflanzen und fördert die Bildung kräftiger Wurzeln. Außerdem spielt er bei der Entwicklung von Blüten und Samen eine wichtige Rolle.

Pflanzenjauchen enthalten meist geringere Mengen Phosphor als Stickstoff oder Kalium. Dennoch trägt dieser Nährstoff zu einer ausgewogenen Versorgung bei.

Calcium – stabile Zellwände und gesundes Wachstum

Calcium stärkt die Zellstruktur und sorgt für ein gesundes Wachstum. Es unterstützt außerdem die Entwicklung der Wurzeln und verbessert die Stabilität vieler Pflanzen.

Ein ausgewogener Calciumgehalt kann dazu beitragen, Mangelerscheinungen vorzubeugen. Bei Tomaten beispielsweise spielt Calcium eine wichtige Rolle bei der Vermeidung der Blütenendfäule. Da diese Erkrankung jedoch häufig durch einen ungleichmäßigen Wasserhaushalt verursacht wird, ersetzt eine Düngung allein keine gleichmäßige Bewässerung.

Magnesium – unverzichtbar für sattgrüne Blätter

Magnesium bildet das Zentrum des Chlorophylls und ist damit direkt an der Photosynthese beteiligt.

Fehlt Magnesium, verlieren Blätter ihre kräftige grüne Farbe. Typisch sind gelbliche Bereiche zwischen den Blattadern.

Viele Pflanzenjauchen liefern Magnesium in natürlichen Mengen und tragen so zu einer gesunden Blattentwicklung bei.

Kieselsäure – natürliche Unterstützung für robuste Pflanzen

Eine Besonderheit stellt der Ackerschachtelhalm dar. Er enthält außergewöhnlich viel Kieselsäure beziehungsweise Silizium.

Dieser Stoff zählt nicht zu den klassischen Pflanzennährstoffen, kann aber die Stabilität der Zellwände verbessern. Dadurch werden Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber ungünstigen Witterungsbedingungen und können Krankheitserregern besser standhalten.

Aus diesem Grund wird Ackerschachtelhalmjauche heute überwiegend als Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt und weniger als eigentlicher Dünger.

Spurenelemente – kleine Mengen mit großer Wirkung

Neben den Hauptnährstoffen enthalten Pflanzenjauchen zahlreiche Spurenelemente wie Eisen, Mangan, Bor, Kupfer oder Schwefel.

Diese werden zwar nur in kleinen Mengen benötigt, sind für viele Stoffwechselprozesse jedoch unverzichtbar. Gerade die natürliche Vielfalt dieser Elemente macht Pflanzenjauchen zu einer wertvollen Ergänzung der Düngung.

Die wichtigsten Pflanzenjauchen im Überblick

Bevor wir uns die einzelnen Pflanzenjauchen genauer ansehen, lohnt sich ein kurzer Vergleich. So erkennst du auf einen Blick, welche Jauche sich für welchen Zweck besonders eignet.

Pflanzenjauche Wichtigste Inhaltsstoffe Hauptwirkung Besonders geeignet für
Brennnessel Stickstoff, Kalium, Eisen, Magnesium kräftiges Wachstum Tomaten, Kohl, Kürbis, Zucchini
Beinwell Kalium, Calcium, Magnesium Blüten- und Fruchtbildung Tomaten, Paprika, Gurken, Obstgehölze
Ackerschachtelhalm Kieselsäure, Kalium Pflanzenstärkung Rosen, Gurken, Tomaten, Wein
Löwenzahn Kalium, Calcium, Spurenelemente Wurzel- und Blütenentwicklung Gemüse, Obst, Stauden
Giersch Stickstoff, Kalium Universaldünger Gemüse und Stauden
Schafgarbe Kalium, Schwefel fördert die allgemeine Vitalität Kräuter und Gemüse
Kamille ätherische Öle, Calcium Boden- und Pflanzenstärkung Jungpflanzen
Rainfarn Bitterstoffe, Kalium Pflanzenstärkung Rosen und Obstgehölze
Wermut Bitterstoffe natürliche Pflanzenstärkung Gemüse und Obst
Knoblauch Schwefelverbindungen stärkt die Widerstandskraft Gemüse und Rosen
Zwiebel Schwefelverbindungen unterstützt gesunde Pflanzen Gemüse
Holunderblätter Kalium, Gerbstoffe allgemeine Pflanzenstärkung Gemüse und Obst

 

Die Tabelle zeigt bereits deutlich: Es gibt nicht die eine perfekte Pflanzenjauche für alle Kulturen. Je nach Wachstumsphase und Nährstoffbedarf lohnt es sich, unterschiedliche Jauchen einzusetzen.

Die wichtigsten Pflanzenjauchen im Detail

Keine Pflanzenjauche gleicht der anderen. Manche liefern große Mengen Stickstoff und fördern das Blattwachstum, andere enthalten besonders viel Kalium und unterstützen Blüten sowie Früchte. Wieder andere dienen in erster Linie dazu, Pflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheiten oder ungünstige Witterung zu machen.

Im Laufe eines Gartenjahres kannst du die verschiedenen Jauchen gezielt einsetzen und deine Pflanzen genau dann unterstützen, wenn sie bestimmte Nährstoffe besonders benötigen.

Brennnesseljauche – der Klassiker für kräftiges Wachstum

Wenn erfahrene Gärtner über Pflanzenjauche sprechen, ist fast immer zuerst von der Brennnessel die Rede. Das hat einen guten Grund: Kaum eine heimische Wildpflanze enthält so viele wertvolle Nährstoffe wie sie. Vor allem ihr hoher Stickstoffgehalt macht sie zu einem idealen Dünger für die erste Hälfte der Gartensaison.

Gerade nach dem Auspflanzen benötigen Tomaten, Kürbisse oder Kohlpflanzen viel Energie, um kräftige Triebe und ausreichend Blattmasse aufzubauen. Genau dabei unterstützt Brennnesseljauche.

Welche Nährstoffe liefert Brennnesseljauche?

Brennnesseln enthalten unter anderem:

  • viel Stickstoff
  • Kalium
  • Magnesium
  • Eisen
  • Calcium
  • zahlreiche Spurenelemente

Diese Kombination fördert vor allem das vegetative Wachstum und sorgt für kräftige, dunkelgrüne Pflanzen.

Vorteile

Brennnesseljauche gehört zu den vielseitigsten natürlichen Düngern überhaupt. Sie wirkt schnell, ist kostenlos herzustellen und eignet sich für nahezu alle Starkzehrer im Gemüsebeet.

Außerdem fällt das Ausgangsmaterial meist in großen Mengen an. Wer Brennnesseln regelmäßig entfernt, kann sie sinnvoll verwerten.

Nachteile

Der größte Nachteil ist der intensive Geruch während der Gärung.

Außerdem solltest du Brennnesseljauche nicht während der Hauptfruchtbildung einsetzen. Zu viel Stickstoff führt häufig dazu, dass Pflanzen viele Blätter bilden, aber weniger Blüten und Früchte entwickeln.

Für welche Pflanzen eignet sie sich?

Besonders geeignet ist Brennnesseljauche für:

  • Tomaten (bis zur Blüte)
  • Paprika
  • Kohlarten
  • Kürbis
  • Zucchini
  • Sellerie
  • Lauch
  • Sonnenblumen

Nur sparsam oder gar nicht solltest du sie bei Bohnen, Erbsen, Knoblauch und Zwiebeln verwenden. Diese Kulturen benötigen deutlich weniger Stickstoff.

Brennnesseljauche herstellen

Du benötigst:

  • 1 kg frische Brennnesseln
  • 10 Liter Regenwasser

Zerkleinere die Pflanzen grob und gib sie in einen Kunststoff- oder Holzeimer. Übergieße sie mit Wasser und decke den Behälter locker ab.

Rühre die Mischung täglich um.

Nach etwa zehn bis vierzehn Tagen steigen keine Bläschen mehr auf. Jetzt ist die Jauche fertig.

Vor dem Gießen wird sie im Verhältnis 1 : 10 verdünnt.

Beinwelljauche – wenn Blüten und Früchte im Mittelpunkt stehen

Während Brennnesseljauche im Frühjahr ihren großen Auftritt hat, übernimmt Beinwell im Sommer die Hauptrolle.

Seine Blätter enthalten außergewöhnlich viel Kalium. Dieser Nährstoff unterstützt die Fruchtbildung, verbessert den Wasserhaushalt der Pflanzen und trägt dazu bei, dass Tomaten, Paprika oder Gurken kräftige und aromatische Früchte entwickeln.

Viele erfahrene Gemüsegärtner wechseln deshalb nach der Blüte bewusst von Brennnessel- auf Beinwelljauche.

Welche Nährstoffe liefert Beinwell?

Beinwell enthält vor allem:

  • sehr viel Kalium
  • Calcium
  • Magnesium
  • geringe Mengen Phosphor
  • Spurenelemente

Gerade der hohe Kaliumgehalt macht ihn zu einer der wertvollsten Pflanzen für die natürliche Düngung.

Vorteile

Beinwelljauche unterstützt Blütenbildung und Fruchtentwicklung deutlich besser als stickstoffreiche Jauchen.

Außerdem stärkt Kalium die Pflanzen gegenüber Trockenheit und Temperaturschwankungen.

Nachteile

Beinwell wächst nicht überall in größeren Mengen. Viele Gartenbesitzer pflanzen ihn deshalb bewusst in einer ruhigen Gartenecke an.

Geeignete Pflanzen

Besonders profitieren:

  • Tomaten
  • Paprika
  • Gurken
  • Auberginen
  • Kürbis
  • Zucchini
  • Erdbeeren
  • Himbeeren
  • Obstgehölze

Beinwelljauche herstellen

Verwende ebenfalls ungefähr ein Kilogramm frische Blätter auf zehn Liter Regenwasser.

Nach zehn bis vierzehn Tagen Gärung wird die fertige Jauche im Verhältnis 1 : 10 verdünnt.

Ackerschachtelhalmjauche – natürliche Pflanzenstärkung statt Dünger

Ackerschachtelhalm nimmt unter den Pflanzenjauchen eine Sonderstellung ein.

Zwar enthält auch er Mineralstoffe, sein größter Wert liegt jedoch in seinem außergewöhnlich hohen Gehalt an Kieselsäure.

Diese stärkt die Zellwände der Pflanzen und kann ihre natürliche Widerstandskraft gegenüber Pilzkrankheiten unterstützen.

Aus diesem Grund gilt Ackerschachtelhalmjauche heute in erster Linie als Pflanzenstärkungsmittel und nicht als klassischer Dünger.

Welche Inhaltsstoffe sind enthalten?

Ackerschachtelhalm liefert unter anderem:

  • Kieselsäure
  • Kalium
  • geringe Mengen Calcium
  • Spurenelemente

Vorteile

Regelmäßig angewendet können Pflanzen robuster werden und ungünstige Witterungsbedingungen besser überstehen.

Vor allem Rosen, Tomaten, Gurken und Wein profitieren von vorbeugenden Anwendungen.

Nachteile

Als eigentlicher Dünger spielt Ackerschachtelhalmjauche nur eine untergeordnete Rolle.

Sie ersetzt keine nährstoffreiche Pflanzenjauche wie Brennnessel oder Beinwell.

Geeignete Pflanzen

Sehr gut geeignet für:

  • Tomaten
  • Gurken
  • Rosen
  • Wein
  • Kürbis
  • Zucchini

Ackerschachtelhalmjauche herstellen

Ein Kilogramm frischer Ackerschachtelhalm wird grob zerkleinert und mit zehn Litern Wasser angesetzt.

Nach der Gärung wird die Flüssigkeit im Verhältnis 1 : 5 bis 1 : 10 verdünnt.

Sie eignet sich sowohl zum Gießen als auch – stärker verdünnt – als Blattspritzung.

Löwenzahnjauche – der unterschätzte Allrounder

Kaum eine Wildpflanze wird so häufig unterschätzt wie der Löwenzahn. Mit seiner tiefen Pfahlwurzel erschließt er Mineralstoffe aus Bodenschichten, die viele andere Pflanzen nicht erreichen.

Genau diese Nährstoffe landen später in der Pflanzenjauche.

Welche Nährstoffe liefert Löwenzahn?

Löwenzahn enthält unter anderem:

  • Kalium
  • Calcium
  • Magnesium
  • Eisen
  • zahlreiche Spurenelemente

Dadurch eignet er sich hervorragend als universeller Flüssigdünger.

Vorteile

Löwenzahnjauche versorgt Gemüse, Stauden und Obstgehölze mit einer ausgewogenen Mischung verschiedener Mineralstoffe.

Sie eignet sich besonders gut als Ergänzung zu Brennnessel- oder Beinwelljauche.

Nachteile

Da Löwenzahn weniger Stickstoff enthält als Brennnesseln, eignet er sich für stark wachsende Gemüsepflanzen nur eingeschränkt als alleiniger Dünger.

Geeignete Pflanzen

Ideal für:

  • Gemüse
  • Stauden
  • Erdbeeren
  • Beerensträucher
  • Obstgehölze

Löwenzahnjauche herstellen

Etwa ein Kilogramm frischer Löwenzahn wird mit zehn Litern Regenwasser angesetzt.

Nach rund zwei Wochen Gärzeit wird die Jauche wie gewohnt 1 : 10 verdünnt.

Gierschjauche – Aus einem hartnäckigen Unkraut wird ein wertvoller Dünger

Kaum ein Wildkraut sorgt unter Hobbygärtnern für so unterschiedliche Meinungen wie Giersch. Wer ihn einmal im Garten hat, wird ihn nur schwer wieder los. Statt die ausgerissenen Pflanzen auf den Kompost zu werfen, kannst du sie jedoch sinnvoll weiterverwenden. Giersch enthält zahlreiche Mineralstoffe und eignet sich hervorragend für eine nährstoffreiche Pflanzenjauche.

Gerade im Frühjahr fällt beim Jäten oft reichlich Pflanzenmaterial an. So wird aus einem vermeintlichen Problem ein kostenloser Dünger.

Welche Nährstoffe liefert Gierschjauche?

Giersch enthält unter anderem:

  • Stickstoff
  • Kalium
  • Magnesium
  • Calcium
  • Eisen
  • verschiedene Spurenelemente

Dadurch eignet sich die Jauche als ausgewogener Universaldünger für viele Gartenpflanzen.

Vorteile

Giersch wächst fast überall und steht meist kostenlos in großen Mengen zur Verfügung. Seine Jauche versorgt Gemüse- und Zierpflanzen mit wichtigen Nährstoffen und reduziert gleichzeitig den Pflanzenabfall im Garten.

Nachteile

Der Stickstoffgehalt liegt unter dem der Brennnessel. Für besonders nährstoffhungrige Pflanzen eignet sich Giersch daher eher als Ergänzung als als alleiniger Dünger.

Geeignete Pflanzen

  • Gemüse
  • Stauden
  • Sommerblumen
  • Beerensträucher
  • Obstgehölze

Gierschjauche herstellen

Verwende etwa ein Kilogramm frischen Giersch auf zehn Liter Regenwasser. Nach einer Gärzeit von zehn bis vierzehn Tagen wird die fertige Jauche im Verhältnis 1 : 10 verdünnt.

Schafgarbenjauche – Unterstützung für gesunde und widerstandsfähige Pflanzen

Die Schafgarbe zählt zu den ältesten Heilpflanzen Europas. Im Garten überzeugt sie vor allem durch ihren hohen Gehalt an Kalium sowie verschiedenen Spurenelementen.

Viele Naturgärtner setzen Schafgarbenjauche ergänzend zu anderen Pflanzenjauchen ein, um die allgemeine Vitalität ihrer Pflanzen zu fördern.

Welche Nährstoffe liefert Schafgarbenjauche?

Sie enthält unter anderem:

  • Kalium
  • Schwefel
  • Calcium
  • Spurenelemente
  • Bitterstoffe

Vorteile

Schafgarbenjauche ergänzt andere Pflanzenjauchen hervorragend und liefert zusätzliche Mineralstoffe. Besonders Kräuter und Stauden profitieren von regelmäßigen Gaben.

Nachteile

Als alleiniger Dünger für Starkzehrer reicht ihr Nährstoffgehalt meist nicht aus.

Geeignete Pflanzen

  • Kräuter
  • Stauden
  • Gemüse
  • Rosen
  • Obstgehölze

Schafgarbenjauche herstellen

Ein Kilogramm frische Schafgarbe wird grob zerkleinert und mit zehn Litern Regenwasser angesetzt. Nach zwei Wochen Gärung wird die Jauche im Verhältnis 1 : 10 verwendet.

Kamillenjauche – Sanfte Unterstützung für Jungpflanzen

Kamille kennt fast jeder als Heilpflanze. Weniger bekannt ist ihre Verwendung im Garten. Sie enthält wertvolle ätherische Öle sowie Mineralstoffe und wird traditionell zur Pflanzenstärkung eingesetzt.

Gerade frisch gepflanzte Gemüsesetzlinge oder empfindliche Jungpflanzen können von gelegentlichen Anwendungen profitieren.

Welche Inhaltsstoffe liefert Kamillenjauche?

Kamille enthält:

  • Calcium
  • Kalium
  • ätherische Öle
  • Bitterstoffe
  • Spurenelemente

Vorteile

Kamillenjauche kann das Bodenleben fördern und die allgemeine Pflanzengesundheit unterstützen. Besonders nach dem Pikieren oder Umpflanzen wird sie von vielen Gärtnern geschätzt.

Nachteile

Ihre Düngewirkung fällt deutlich geringer aus als bei Brennnessel- oder Beinwelljauche.

Geeignete Pflanzen

  • Jungpflanzen
  • Kräuter
  • Salate
  • Blumen
  • empfindliche Gemüsekulturen

Kamillenjauche herstellen

Für zehn Liter Wasser reichen etwa 500 bis 700 Gramm frische Kamillenpflanzen aus. Nach rund zehn Tagen Gärzeit wird die Flüssigkeit im Verhältnis 1 : 10 verdünnt.

Rainfarnjauche – Mehr Pflanzenstärkung als Dünger

Rainfarn enthält zahlreiche Bitterstoffe und ätherische Öle. Seine Jauche wird seit Langem vor allem zur natürlichen Pflanzenstärkung verwendet.

Als klassischer Dünger spielt Rainfarn dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Welche Inhaltsstoffe liefert Rainfarn?

Rainfarn enthält:

  • Kalium
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • ätherische Öle

Vorteile

Viele Gartenfreunde verwenden Rainfarnjauche vorbeugend, um ihre Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen zu machen.

Nachteile

Rainfarn enthält intensive Inhaltsstoffe und sollte deshalb nur gelegentlich eingesetzt werden.

Geeignete Pflanzen

  • Rosen
  • Obstgehölze
  • Beerensträucher
  • Ziergehölze

Rainfarnjauche herstellen

Ein Kilogramm frischer Rainfarn wird mit zehn Litern Wasser angesetzt. Nach der Gärung erfolgt die Anwendung im Verhältnis 1 : 10 bis 1 : 20.

Wermutjauche – Traditionelle Pflanzenstärkung aus dem Kräutergarten

Wermut ist reich an Bitterstoffen und wird seit Jahrhunderten im Garten genutzt. Seine Jauche dient weniger der Düngung als vielmehr der allgemeinen Pflanzenstärkung.

Welche Inhaltsstoffe liefert Wermut?

  • Bitterstoffe
  • Kalium
  • ätherische Öle
  • Spurenelemente

Vorteile

Wermutjauche ergänzt andere Pflanzenjauchen sinnvoll und eignet sich gut für naturnah gepflegte Gärten.

Nachteile

Sie sollte nur gelegentlich verwendet werden und ersetzt keinen nährstoffreichen Dünger.

Geeignete Pflanzen

  • Gemüse
  • Obstgehölze
  • Rosen
  • Stauden

Wermutjauche herstellen

Die Herstellung erfolgt wie bei den meisten anderen Pflanzenjauchen mit einem Kilogramm Pflanzenmaterial auf zehn Liter Wasser.

Knoblauchjauche – Schwefel für vitale Pflanzen

Knoblauch enthält schwefelhaltige Verbindungen, die auch nach der Gärung noch vorhanden sind. Viele Gärtner nutzen Knoblauchjauche ergänzend zur allgemeinen Pflanzenstärkung.

Vorteile

Sie lässt sich hervorragend mit anderen Pflanzenjauchen kombinieren und ist besonders für Gemüsebeete geeignet.

Geeignete Pflanzen

  • Tomaten
  • Gurken
  • Rosen
  • Gemüse

Herstellung

Für zehn Liter Wasser werden etwa 200 bis 300 Gramm Knoblauch – ganze Zehen oder grob gehackte Blätter – benötigt. Nach der Gärung wird die Jauche im Verhältnis 1 : 10 verdünnt.

Zwiebeljauche – Sinnvolle Verwendung von Zwiebellaub

Nach der Ernte bleibt häufig Zwiebellaub übrig. Dieses eignet sich ebenfalls zur Herstellung einer Pflanzenjauche.

Der Schwefelgehalt unterstützt die allgemeine Pflanzengesundheit.

Geeignete Pflanzen

  • Gemüse
  • Blumen
  • Stauden

Herstellung

Auch hier gilt das Standardverhältnis von einem Kilogramm Pflanzenmaterial auf zehn Liter Wasser.

Holunderblattjauche – Ein echter Geheimtipp

Holunder wächst in vielen Gärten oder an Feldrändern. Seine Blätter enthalten Kalium sowie Gerbstoffe und eignen sich hervorragend für eine Pflanzenjauche.

Sie wird vor allem als ergänzende Pflanzenstärkung verwendet.

Vorteile

Holunderblätter stehen meist kostenlos zur Verfügung und lassen sich unkompliziert verarbeiten.

Geeignete Pflanzen

  • Gemüse
  • Obstgehölze
  • Beeren
  • Stauden

Holunderblattjauche herstellen

Ein Kilogramm frische Blätter wird mit zehn Litern Regenwasser angesetzt. Nach etwa zwei Wochen Gärung wird die Flüssigkeit im Verhältnis 1 : 10 verdünnt.

Welche Pflanzen solltest du nicht für Pflanzenjauche verwenden?

Nicht jede Pflanze eignet sich für die Herstellung einer Jauche. Manche können Krankheitserreger übertragen, andere enthalten problematische Inhaltsstoffe oder sind schlicht ungeeignet.

Kranke Pflanzen gehören nicht in die Jauche

Verwende niemals Pflanzen, die von Pilzkrankheiten oder Schädlingen befallen sind. Auch wenn der Gärprozess viele Mikroorganismen verändert, lässt sich nicht sicher ausschließen, dass Krankheitserreger erhalten bleiben.

Samenreife Unkräuter besser vermeiden

Unkräuter, die bereits Samen gebildet haben, solltest du ebenfalls nicht verwenden. Zwar werden viele Samen während der Gärung zerstört, eine vollständige Sicherheit gibt es jedoch nicht.

Keine behandelten Pflanzen verwenden

Pflanzen von gespritzten Flächen oder stark befahrenen Straßen können Rückstände enthalten und gehören deshalb weder auf den Kompost noch in die Pflanzenjauche.

Giftpflanzen nur mit Vorsicht einsetzen

Einige Giftpflanzen werden traditionell für Pflanzenjauchen genutzt. Dazu zählen etwa Rainfarn, Wermut oder die Blätter des Holunders. In der stark verdünnten Anwendung als Jauche gelten sie als unbedenklich, da nicht die Pflanze selbst, sondern nur ihre Ausscheidungen im Gärwasser auf den Boden gelangen. Dennoch gilt: Handschuhe beim Verarbeiten tragen, Kinder und Haustiere fernhalten und die Jauche ausschließlich verdünnt und nur gelegentlich anwenden. Für Einsteiger empfiehlt sich zunächst der Einsatz gut erforschter, unbedenklicher Arten wie Brennnessel, Beinwell oder Löwenzahn.

Pflanzenjauche richtig anwenden – So profitieren deine Pflanzen am meisten

Die beste Pflanzenjauche nützt wenig, wenn sie falsch angewendet wird. Mit der richtigen Verdünnung, dem passenden Zeitpunkt und einer auf die Pflanzen abgestimmten Düngung erzielst du deutlich bessere Ergebnisse. Gleichzeitig vermeidest du eine Überversorgung mit Nährstoffen und unterstützt ein gesundes Wachstum während der gesamten Gartensaison.

Die richtige Verdünnung

Pflanzenjauchen sind hoch konzentriert und sollten grundsätzlich verdünnt werden. Nur so gelangen die Nährstoffe in einer für die Pflanzen gut verträglichen Konzentration an die Wurzeln.

Bewährte Mischungsverhältnisse

Anwendung Verdünnung
Gemüse und Blumen 1 : 10
Starkzehrer 1 : 10
Mittelzehrer 1 : 15
Jungpflanzen 1 : 20
Blattspritzung 1 : 20 bis 1 : 50
Ackerschachtelhalmjauche als Pflanzenstärkung zum Gießen: 1 : 5 bis 1 : 10
zur Blattspritzung: 1 : 20 bis 1 : 50

 

Wenn du unsicher bist, verdünne lieber etwas stärker. Eine leichte Unterversorgung ist meist weniger problematisch als eine Überdüngung.

Gießen oder sprühen?

Die meisten Pflanzenjauchen werden direkt auf den Boden im Wurzelbereich gegossen. Dort stehen die Nährstoffe den Pflanzen schnell zur Verfügung.

Eine Ausnahme bildet Ackerschachtelhalmjauche. Zum Gießen wird sie im Verhältnis 1 : 5 bis 1 : 10 eingesetzt, zur Blattspritzung jedoch deutlich stärker verdünnt (1 : 20 bis 1 : 50), um die natürliche Widerstandskraft der Pflanzen zu unterstützen, ohne die Blätter zu belasten.

Sprühe grundsätzlich nur morgens oder am Abend. In der prallen Mittagssonne können Wassertropfen auf den Blättern zu Schäden führen.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Düngen?

Während der Hauptwachstumszeit benötigen Pflanzen die meisten Nährstoffe.

Ideal ist eine Düngung:

  • am frühen Morgen
  • am Abend
  • auf leicht feuchtem Boden
  • nicht unmittelbar vor Starkregen

Bei großer Hitze solltest du auf das Düngen verzichten. Die Pflanzen stehen dann unter Stress und können die Nährstoffe schlechter aufnehmen.

Wie oft solltest du Pflanzenjauche verwenden?

Der Nährstoffbedarf richtet sich nach der jeweiligen Pflanzenart.

Starkzehrer

Tomaten, Kohl, Kürbis oder Sellerie freuen sich während der Wachstumsphase über eine Düngung pro Woche.

Mittelzehrer

Möhren, Salate oder Erdbeeren benötigen meist alle zwei bis drei Wochen eine Gabe.

Schwachzehrer

Kräuter, Bohnen und Erbsen kommen mit deutlich weniger Dünger aus. Oft genügt eine einmalige Gabe oder sogar der gut vorbereitete Gartenboden.

Beobachte deine Pflanzen aufmerksam. Gesunde Blattfarbe, kräftiger Wuchs und eine gute Blütenbildung zeigen meist, dass die Versorgung stimmt.

Welche Pflanzenjauche eignet sich für welche Pflanzen?

Je nach Kultur unterscheiden sich die Ansprüche deutlich. Mit der richtigen Pflanzenjauche kannst du Wachstum, Blütenbildung oder Fruchtentwicklung gezielt unterstützen.

Pflanze Geeignete Pflanzenjauche Empfehlung
Tomaten Brennnessel → später Beinwell zuerst Wachstum, anschließend Fruchtbildung
Paprika Brennnessel → Beinwell im Sommer auf Beinwell wechseln
Gurken Brennnessel, Beinwell, Ackerschachtelhalm Wachstum und Pflanzenstärkung kombinieren
Kürbis Brennnessel bis zur Blüte
Zucchini Brennnessel, später Beinwell regelmäßige Düngung
Kohl Brennnessel während des gesamten Wachstums
Kartoffeln Brennnessel nur im frühen Wachstum, später Ackerschachtelhalm Stickstoff sparsam einsetzen
Erdbeeren Beinwell während Blüte und Fruchtbildung
Himbeeren Beinwell nach der Blüte
Obstbäume Beinwell, Löwenzahn zwei- bis dreimal pro Saison
Rosen Ackerschachtelhalm, Beinwell Pflanzenstärkung und Blütenbildung
Stauden Giersch oder Löwenzahn nach Bedarf
Kräuter höchstens schwach verdünnte Löwenzahnjauche sehr sparsam düngen
Bohnen möglichst keine stickstoffreiche Jauche nur bei Bedarf
Erbsen keine Brennnesseljauche sehr zurückhaltend düngen

Pflanzenjauchen clever kombinieren

Ein Garten verändert sich ständig. Deshalb lohnt es sich, die Düngung an die jeweilige Wachstumsphase anzupassen.

Frühjahr

Jetzt steht kräftiges Wachstum im Vordergrund.

Brennnesseljauche liefert viel Stickstoff und unterstützt den Aufbau gesunder Triebe und Blätter.

Frühsommer

Sobald sich die ersten Blüten zeigen, verändert sich der Nährstoffbedarf.

Jetzt übernimmt Beinwelljauche die Hauptrolle und versorgt die Pflanzen mit reichlich Kalium.

Hochsommer

Bei feuchtwarmer Witterung kann zusätzlich Ackerschachtelhalmjauche eingesetzt werden. Sie dient der Pflanzenstärkung und ergänzt die eigentliche Düngung.

Während der gesamten Saison

Löwenzahn-, Giersch- oder Schafgarbenjauche eignen sich hervorragend als ergänzende Flüssigdünger und sorgen für eine ausgewogene Versorgung mit Spurenelementen.

So lagerst du Pflanzenjauche richtig

Nicht immer wird eine frisch angesetzte Pflanzenjauche sofort vollständig verbraucht.

In gut verschlossenen Kunststoffkanistern oder dunklen Behältern lässt sie sich mehrere Monate lagern.

Der Lagerplatz sollte:

  • kühl
  • schattig
  • frostfrei

sein.

Vor jeder Verwendung empfiehlt es sich, die Jauche gründlich umzurühren.

Bildet sich Schimmel oder riecht die Flüssigkeit faulig statt typisch gärig, solltest du sie nicht mehr verwenden.

Die häufigsten Fehler beim Einsatz von Pflanzenjauche

Gerade Einsteiger machen häufig dieselben Fehler. Dabei lassen sie sich leicht vermeiden.

Zu viel düngen

Mehr Dünger bedeutet nicht automatisch bessere Ernten.

Vor allem stickstoffreiche Jauchen können zu übermäßigem Blattwachstum führen.

Die falsche Pflanzenjauche wählen

Brennnesseljauche eignet sich hervorragend für die Wachstumsphase.

Während der Blüte ist Beinwell meist die bessere Wahl.

Den Boden vergessen

Pflanzenjauche ersetzt weder Kompost noch Mulch.

Erst das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen sorgt langfristig für einen gesunden Gartenboden.

Kranke Pflanzen verwenden

Verarbeite ausschließlich gesundes Pflanzenmaterial.

Pilzbefallene Pflanzen oder mit Schädlingen befallene Triebe gehören nicht in die Pflanzenjauche.

Zu konzentriert gießen

Unverdünnte Pflanzenjauche kann Wurzeln schädigen.

Halte dich deshalb an die empfohlenen Mischungsverhältnisse.

Mit Pflanzenjauche nachhaltig und erfolgreich gärtnern

Pflanzenjauchen gehören zu den ältesten natürlichen Düngern überhaupt – und sie haben bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren. Sie versorgen Gemüse, Obst, Blumen und Stauden mit wichtigen Nährstoffen, fördern einen lebendigen Boden und helfen dabei, den natürlichen Kreislauf im Garten zu erhalten.

Besonders schön ist dabei, dass viele der verwendeten Pflanzen kostenlos wachsen. Brennnesseln, Giersch oder Löwenzahn gelten oft als lästige Unkräuter. In einer Pflanzenjauche verwandeln sie sich jedoch in wertvolle Helfer, die deinen Garten auf ganz natürliche Weise unterstützen.

Mit etwas Erfahrung entwickelst du schnell ein Gespür dafür, welche Pflanzen wann zusätzliche Nährstoffe benötigen. Brennnesseljauche sorgt im Frühjahr für kräftiges Wachstum, Beinwell begleitet die Blüten- und Fruchtbildung und Ackerschachtelhalm stärkt die Pflanzen in anspruchsvollen Wetterphasen. Ergänzt durch weitere Wildkräuter entsteht eine ausgewogene und nachhaltige Düngung, die sich seit Generationen bewährt hat.

Wer seinen Garten aufmerksam beobachtet und die Natur sinnvoll nutzt, wird feststellen, dass es oft keine teuren Spezialdünger braucht. Die besten Zutaten wachsen häufig direkt vor der eigenen Haustür – man muss sie nur erkennen und richtig einsetzen.

 

Foto: Adobe Stock
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Redaktion Garten

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