Zum Inhalt springen
Juli · Woche 31 — was diese Woche im Garten dran ist Newsletter Über uns Zum Shop ↗
Gartenblog.de
Garten FAQ

Der große Obstbaum-Ratgeber – deine Fragen

Ein Hochstamm ist kein kleines Bäumchen, das noch schnell in die letzte freie Gartenecke passt. Je nach Obstart, Sorte und Unterlage kann seine Krone einen Durchmesser von sechs…

Reife Birnen hängen an einem Birnbaum in einer sonnigen Obstplantage.

Ein Hochstamm ist kein kleines Bäumchen, das noch schnell in die letzte freie Gartenecke passt. Je nach Obstart, Sorte und Unterlage kann seine Krone einen Durchmesser von sechs bis zehn Metern erreichen, manchmal sogar mehr – also einfach in die freie Gartenecke reinpressen ist eine schlechte Idee. Zwischen zwei Hochstämmen sind deshalb häufig zehn bis zwölf Meter Abstand sinnvoll. Wer einen solchen Obstbaum pflanzen möchte, braucht also ordentlich Platz.

Mit dem Baum kommen früher oder später auch die Fragen. Weshalb schießt die Krone plötzlich voller senkrechter Triebe? Wieso blüht der Baum prächtig, trägt aber kaum Früchte? Sind Flechten gefährlich? Und was hilft gegen Maden in Äpfeln oder Zwetschgen? Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Obstbäume im Garten.

Mein Obstbaum bildet jedes Jahr viele Wasserschosse – was soll ich schneiden?

Wasserschosse erkennst du an ihrem auffälligen Wuchs: Die kräftigen Triebe wachsen meist steil nach oben und schießen teilweise mitten aus älteren Ästen. Häufig entstehen sie nach einem starken Rückschnitt. Der Baum versucht, den Verlust möglichst schnell auszugleichen. Auch eine stickstoffreiche Düngung oder ein insgesamt zu kräftiger Wuchs können die Bildung fördern.

Junge Wasserschosse tragen zunächst keine Früchte. Sie verdichten die Krone, nehmen anderen Ästen Licht und kosten den Baum Kraft. Komplett nutzlos sind sie trotzdem nicht: Günstig stehende Triebe lassen sich manchmal ableiten, flacher stellen oder später in den Kronenaufbau einbeziehen.

Der beste Zeitpunkt zum Entfernen junger Wasserschosse liegt im Juni und Juli. Solange die Triebe noch weich sind, kannst du sie vorsichtig ausreißen. Dabei werden auch die schlafenden Augen am Ansatz entfernt, sodass an dieser Stelle seltener ein neuer Trieb entsteht. Sind die Wasserschosse bereits verholzt, schneidest du sie sauber am Ansatz ab. Lass dabei keine Stummel stehen.

Ist die Krone voller Wasserschosse, solltest du nicht alle auf einmal entfernen. Sonst reagiert der Baum möglicherweise mit einem noch stärkeren Neuaustrieb. Nimm zuerst die kräftigsten, nach innen wachsenden und konkurrierenden Triebe heraus.

Ab wann kann ich bei einem frisch gepflanzten Hochstamm ernten?

Hochstämme werden auf stark wachsenden Unterlagen veredelt. Dadurch können sie sehr alt und ausgesprochen robust werden. Bis zur ersten größeren Ernte lassen sie sich allerdings Zeit. Wann die ersten Früchte erscheinen, hängt von der Obstart, der Sorte, der Unterlage, dem Standort und der Pflege ab. Die folgenden Angaben sind deshalb nur grobe Richtwerte:

  • Apfelbaum: erste Früchte nach sechs bis acht Jahren, Vollertrag nach 10 bis 15 Jahren
  • Birnbaum: erste Früchte nach sieben bis neun Jahren, Vollertrag nach 12 bis 18 Jahren
  • Sauerkirschbaum: erste Früchte nach vier bis fünf Jahren, Vollertrag nach 8 bis 12 Jahren
  • Süßkirschbaum: erste Früchte nach fünf bis sieben Jahren, Vollertrag nach 10 bis 15 Jahren
  • Zwetschgenbaum: erste Früchte nach vier bis sechs Jahren, Vollertrag nach 8 bis 12 Jahren

Ein paar einzelne Früchte können schon früher am Baum hängen. Bis aus dem jungen Hochstamm ein verlässlicher Obstlieferant wird, ist jedoch Geduld gefragt.

Braucht mein Obstbaum eine passende Befruchtersorte?

Bei vielen Obstsorten reicht der eigene Blütenstaub nicht aus. Sie benötigen eine zweite, passende Sorte in der Nähe, die zur gleichen Zeit blüht. Diese muss nicht unbedingt im eigenen Garten stehen. Manchmal genügt bereits ein geeigneter Obstbaum auf dem Nachbargrundstück.

Auch selbstfruchtbare Sorten tragen häufig besser, wenn eine weitere Sorte als Pollenspender vorhanden ist.

  • Apfelbaum: Fast alle Sorten sind auf eine passende zweite Sorte angewiesen.
  • Birnbaum: Die meisten Sorten benötigen einen Befruchtungspartner.
  • Sauerkirschbaum: Viele Sorten sind selbstfruchtbar, darunter beispielsweise Schattenmorelle und Morellenfeuer.
  • Süßkirschbaum: Viele ältere Sorten sind fremdbefruchtend. Mittlerweile gibt es jedoch auch mehrere selbstfruchtbare Züchtungen.
  • Zwetschgenbaum: Es gibt selbstfruchtbare und fremdbefruchtende Sorten. Die Hauszwetschge gilt in der Regel als selbstfruchtbar.

Entscheidend ist nicht nur, dass irgendein zweiter Baum in der Nähe steht. Die Sorten müssen miteinander verträglich sein und ihre Blütezeiten müssen sich überschneiden.

Mein Obstbaum wirft die Früchte zu früh ab – was steckt dahinter?

Wenn unreife Früchte auf dem Boden liegen, muss der Baum nicht zwangsläufig krank sein. Beim sogenannten Junifall trennt er sich von Früchten, die er nicht ausreichend versorgen kann. Bleiben danach noch genügend Früchte hängen, ist dieser Vorgang völlig normal. Fallen sehr viele Früchte ab oder beginnt der Fruchtfall erst kurz vor der Ernte, kommen weitere Ursachen infrage:

  • Natürlicher Fruchtfall: Besonders Apfel- und Birnbäume werfen im Frühsommer einen Teil ihrer Früchte ab. Auch bei Kirschen und Zwetschgen kann der Baum seinen Behang auf diese Weise regulieren.
  • Trockenheit und Hitze: Fehlt Wasser, versorgt der Baum zuerst Blätter und Triebe. Ein Teil der Früchte wird abgestoßen.
  • Staunässe: Zu viel Wasser schädigt die Wurzeln und kann ebenfalls zu Fruchtfall führen.
  • Spätfrost: Werden Blüten oder junge Fruchtansätze geschädigt, fallen die kleinen Früchte häufig einige Zeit später ab.
  • Nährstoffprobleme: Ein Mangel oder ein starkes Ungleichgewicht kann die Fruchtentwicklung stören. Einfach auf Verdacht nachzudüngen, ist allerdings keine gute Idee.
  • Krankheiten und Schädlinge: Apfelwickler, Pflaumenwickler, Monilia, Schorf und weitere Erkrankungen können dazu führen, dass Früchte vorzeitig abfallen.
  • Schlechte Bestäubung: Wurden die Blüten nur unvollständig befruchtet, entwickeln sich schwache Früchte, die der Baum später abstößt.
  • Zu starker Behang: Hängen zu viele Früchte am Baum, kann er nicht alle ausreichend versorgen.

Kontrolliere abgefallene Früchte genauer. Bohrlöcher, Maden, Faulstellen, Verformungen oder auffällige Flecken liefern häufig den entscheidenden Hinweis.

Muss ich Hochstämme zusätzlich gießen und düngen?

Junge Obstbäume brauchen in den ersten drei bis fünf Standjahren regelmäßig Wasser. Ihre Wurzeln reichen noch nicht tief genug in den Boden, um längere Trockenperioden problemlos zu überstehen. Gieße lieber selten und durchdringend als jeden Tag ein paar Liter. Bei Trockenheit können junge Hochstämme je nach Größe und Boden etwa 40 bis 80 Liter pro Wassergabe benötigen. Frisch gepflanzte Bäume müssen in heißen Wochen mitunter ein- bis zweimal pro Woche gegossen werden. Auf sandigem Boden trocknet die Baumscheibe schneller aus als auf einem schweren Lehmboden.

Ältere Hochstämme kommen normalerweise ohne zusätzliches Gießen aus. Bei wochenlanger Trockenheit, sehr durchlässigem Boden oder starkem Fruchtbehang können jedoch auch sie Unterstützung benötigen. Dann dürfen es je nach Baumgröße 50 bis 100 Liter auf einmal sein.

Beim Düngen gilt: Viel hilft nicht viel. In den ersten Jahren kannst du im Frühjahr etwas reifen Kompost oder einen organischen Obstbaumdünger auf der Baumscheibe verteilen. Arbeite den Kompost nur oberflächlich ein, damit keine Wurzeln verletzt werden.

Ältere, gut wachsende Hochstämme benötigen häufig keinen zusätzlichen Dünger. Zu viel Stickstoff treibt vor allem das Wachstum von Blättern, langen Trieben und Wasserschossen an. Die Fruchtbildung bleibt dabei gerne auf der Strecke.

Mein Obstbaum blüht, aber Früchte bleiben aus – was steckt dahinter?

Im Frühling ist die Krone voller Blüten und du rechnest schon mit Körben voller Obst. Ein paar Wochen später ist von der erhofften Ernte kaum noch etwas übrig. Dafür kommen mehrere Gründe infrage:

  • Fehlende Befruchtersorte: Der Baum blüht, bekommt aber keinen passenden Pollen.
  • Ungünstiges Blühwetter: Kälte, starker Wind und Dauerregen halten Bienen und andere Bestäuber von den Blüten fern.
  • Spätfrost: Bereits wenige Minusgrade können geöffnete Blüten und junge Fruchtansätze schädigen.
  • Zu viel Stickstoff: Der Baum steckt seine Energie in Triebe und Blätter statt in Früchte.
  • Nährstoffmangel: Unter anderem eine schlechte Versorgung mit Kalium oder Bor kann den Fruchtansatz beeinträchtigen.
  • Junges Baumalter: Ein Hochstamm braucht mehrere Jahre, bis er regelmäßig trägt.
  • Krankheiten und Schädlinge: Blütenmonilia, Blattläuse oder Apfelblütenstecher können Blüten und Fruchtansätze schädigen.
  • Alternanz: Manche Sorten tragen in einem Jahr extrem viele Früchte und legen danach ein Erholungsjahr mit einer deutlich kleineren Ernte ein.
  • Zu starker Schnitt: Ein radikaler Rückschnitt fördert lange neue Triebe, aber nur wenig Fruchtholz.

Sorge nach Möglichkeit für eine passende Befruchtersorte und einen insektenfreundlichen Garten. Dünge zurückhaltend und schneide den Baum regelmäßig, aber nicht radikal. Hängt er in einem Jahr besonders voll, kannst du einen Teil der kleinen Früchte frühzeitig ausdünnen. Das verbessert die verbleibenden Früchte und kann die Alternanz abschwächen.

Wie oft müssen Obstbäume geschnitten werden?

Einen starren Schnittkalender für alle Obstbäume gibt es nicht. Wie oft die Schere zum Einsatz kommt, hängt von Obstart, Alter, Wuchsstärke und Zustand der Krone ab. Junge Obstbäume benötigen einen regelmäßigen Erziehungsschnitt. In den ersten Jahren wird damit eine stabile Krone aus Stammverlängerung und gut verteilten Leitästen aufgebaut. Später folgt der Erhaltungsschnitt: Altes Fruchtholz, nach innen wachsende Äste sowie sich kreuzende oder aneinander reibende Triebe werden entfernt.

  • Apfel und Birne: Je nach Wuchsstärke jährlich oder alle ein bis zwei Jahre auslichten. Ein leichter, regelmäßiger Schnitt ist besser als eine Radikalkur im Abstand von zehn Jahren.
  • Zwetschge: Meist genügt alle zwei bis drei Jahre ein leichter Schnitt. Größere Eingriffe sollten möglichst nach der Ernte erfolgen.
  • Sauerkirsche: Besonders stark hängende Sorten wie die Schattenmorelle sollten nach der Ernte jährlich ausgelichtet werden, da sie vor allem an jungen Trieben fruchten.
  • Süßkirsche: Sie benötigt weniger Schnitt. Ein Auslichten alle zwei bis vier Jahre reicht häufig aus und erfolgt am besten nach der Ernte.

Ein Winterschnitt bei frostfreiem Wetter fördert einen kräftigen Neuaustrieb. Er eignet sich vor allem für junge Bäume und schwach wachsende Exemplare. Der Sommerschnitt zwischen Juni und August bremst den Wuchs und ist bei sehr kräftigen Bäumen sowie zum Entfernen von Wasserschossen sinnvoll.

Steinobst wie Kirschen und Zwetschgen wird vorzugsweise während oder nach der Ernte geschnitten. Die Schnittwunden können zu dieser Zeit schneller verheilen.

Kann ich einen alten Obstbaum stark zurückschneiden?

Ein alter Obstbaum lässt sich häufig noch verjüngen. Die Motorsäge einmal quer durch die Krone zu schicken, ist allerdings keine Verjüngung, sondern ein Risiko. Ein radikaler Rückschnitt führt meist zu unzähligen Wasserschossen. Große Schnittflächen erhöhen außerdem die Gefahr von Fäulnis, Holzkrankheiten und instabilen Neutrieben. Im schlimmsten Fall sterben ganze Kronenteile ab. So gehst du beim Verjüngungsschnitt vor:

  1. Schrittweise schneiden: Verteile größere Eingriffe auf zwei bis vier Jahre.
  2. Totholz entfernen: Beginne mit abgestorbenen, kranken, beschädigten und aneinander reibenden Ästen.
  3. Krone öffnen: Entferne nach innen wachsende und stark beschattende Äste, ohne die Krone komplett auszuräumen.
  4. Äste ableiten: Kürze starke Äste möglichst auf einen geeigneten jüngeren Seitenast. Müssen Äste vollständig entfernt werden, schneidest du sauber am Astring.
  5. Schnittzeit wählen: Größere Arbeiten sind im ausgehenden Winter bei frostfreiem Wetter oder im Sommer möglich. Ein Sommerschnitt löst meist einen schwächeren Neuaustrieb aus.
  6. Wunden sauber halten: Glatte Schnitte verheilen besser. Ein Wundverschlussmittel ist normalerweise nicht erforderlich.

Bei sehr alten, bruchgefährdeten oder stark geschädigten Bäumen kann eine fachkundige Obstbaumpflege sinnvoll sein. Das gilt besonders dann, wenn große Äste über Wegen, Gebäuden oder Sitzplätzen hängen.

Sind Flechten und Moose am Obstbaum gefährlich?

Flechten und Moose sehen an alten Obstbäumen manchmal dramatischer aus, als sie sind. In den meisten Fällen besteht kein Grund zur Sorge.

Flechten sind Lebensgemeinschaften aus Pilzen und Algen. Moose sind eigenständige Pflanzen. Beide sitzen lediglich auf der Rinde und nutzen den Baum als Unterlage. Sie entziehen ihm weder Wasser noch Nährstoffe.

Besonders häufig treten sie an älteren Bäumen mit rauer Borke sowie an feuchten und schattigen Standorten auf. Ein starker Bewuchs kann darauf hindeuten, dass die Krone sehr dicht ist und nach Regen nur langsam abtrocknet. Dann kann ein maßvoller Auslichtungsschnitt sinnvoll sein.

Abschrubben musst du Flechten und Moose nicht. Eine harte Drahtbürste richtet an der Rinde möglicherweise mehr Schaden an als der Bewuchs selbst.

Maden im Obst – was hilft gegen Apfel- und Pflaumenwickler?

Bei Maden in Äpfeln steckt meist der Apfelwickler dahinter. Bei Zwetschgen und Pflaumen handelt es sich häufig um den Pflaumenwickler. Die Raupen bohren sich in die Frucht und fressen im Inneren weiter. Beim Apfel führt der Fraßgang oft bis zum Kerngehäuse. An der Schale sind ein kleines Bohrloch und krümeliger Kot zu erkennen. Befallene Zwetschgen verfärben sich häufig früh, werden weich und fallen vorzeitig ab.

Diese Maßnahmen helfen dabei, den Befall zu begrenzen:

  • Sammle befallene und heruntergefallene Früchte regelmäßig auf. Besonders wichtig ist das im Juni und Juli, bevor die Raupen die Früchte verlassen.
  • Lass beschädigte Früchte nicht unter dem Baum liegen und gib stark befallenes Obst nicht offen auf den Kompost.
  • Wellpappgürtel am Stamm können einen Teil der Raupen abfangen. Sie müssen regelmäßig kontrolliert und ausgetauscht werden. Als alleinige Bekämpfung reichen sie nicht aus.
  • Pheromonfallen zeigen, wann die Falter fliegen. Sie dienen vor allem der Kontrolle und beseitigen einen stärkeren Befall nicht von selbst.
  • Nematoden können unter passenden Bedingungen im Herbst gegen überwinternde Larven des Apfelwicklers eingesetzt werden. Verwende dafür nur geeignete Produkte und halte dich genau an die Anwendungshinweise.
  • Entferne lose Rindenstücke und mögliche Verstecke vorsichtig, ohne die gesunde Borke zu beschädigen.

Eine einzelne Falle im Baum ist also kein Schädlingsstaubsauger. Entscheidend ist, befallene Früchte konsequent zu entfernen und den Lebenszyklus der Wickler über mehrere Jahre zu unterbrechen.

Wie gefährlich ist Feuerbrand?

Feuerbrand gehört zu den gefährlichsten bakteriellen Erkrankungen an Kernobst. Betroffen sind vor allem Apfel, Birne und Quitte. Auch verwandte Ziergehölze wie Weißdorn, Feuerdorn, Felsenmispel oder Eberesche können erkranken.

Typische Anzeichen sind plötzlich welkende Blüten, Blätter und junge Triebe. Die Triebspitzen krümmen sich teilweise hakenförmig nach unten. Befallene Pflanzenteile verfärben sich braun bis schwarz und sehen aus, als wären sie verbrannt. Bei feuchter Witterung kann klebriger Bakterienschleim austreten.

Eine sichere Diagnose nur anhand des Aussehens ist schwierig. Monilia, Frost, Trockenheit und andere Krankheiten können sehr ähnliche Schäden verursachen. Schneide deshalb nicht sofort auf Verdacht den halben Baum auseinander.

Bei einem begründeten Verdacht solltest du dich an den örtlichen Pflanzenschutzdienst, die Kreisfachberatung oder eine andere fachkundige Stelle wenden. Bestätigte befallene Triebe müssen großzügig bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Desinfiziere das Werkzeug nach jedem Schnitt und kompostiere das Schnittgut nicht.

Eine allgemeine Meldepflicht für Feuerbrand besteht in Deutschland nicht mehr. Einige Pflanzenschutzdienste bitten dennoch um eine Meldung von Verdachtsfällen, damit die regionale Ausbreitung beobachtet und gefährdete Erwerbsobstbestände geschützt werden können.

Schädigen Blattläuse einen Obstbaum?

Bei drei Blattläusen muss noch niemand hektisch zur Spritzflasche greifen. Einen leichten Befall verkraftet ein gesunder Obstbaum normalerweise problemlos. Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Schlupfwespen und andere Nützlinge kümmern sich häufig ganz von selbst darum.

Problematisch wird es, wenn sich die Läuse massenhaft vermehren. Besonders junge Bäume können dadurch geschwächt werden. Die Blätter rollen sich ein, Triebspitzen verkrüppeln und das Wachstum gerät ins Stocken. Bei älteren, kräftigen Bäumen bleibt der Schaden häufig überschaubar. So kannst du eingreifen:

  • Kontrolliere besonders junge Triebe und Blattunterseiten regelmäßig.
  • Spüle größere Blattlauskolonien mit einem kräftigen Wasserstrahl ab.
  • Entferne einzelne stark befallene Triebspitzen, sofern dadurch der Kronenaufbau nicht beeinträchtigt wird.
  • Fördere Nützlinge mit blühenden Pflanzen, natürlichen Verstecken und einem möglichst giftfreien Garten.
  • Verwende bei starkem Befall nur Mittel, die für Obstgehölze im Haus- und Kleingarten zugelassen sind, beispielsweise Präparate auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl. Beachte dabei die Anwendungshinweise und Wartezeiten.

Ameisen ernähren sich vom süßen Honigtau der Blattläuse und verteidigen die Kolonien teilweise gegen Fressfeinde. Ein sauber angebrachter Leimring kann ihren Weg in die Krone erschweren. Die Blattläuse selbst verschwinden dadurch allerdings nicht automatisch.

Auf dem klebrigen Honigtau können sich außerdem schwarze Rußtaupilze ansiedeln. Das sieht unschön aus und verringert bei starkem Befall die Lichtaufnahme der Blätter, ist aber meist nur eine Folge des eigentlichen Blattlausproblems.

Hast du weitere Fragen zum Thema Obstbäume, wie sie behandelt werden und wie du Probleme in den Griff bekommst? Gibt es etwas, was du noch wissen möchtest und was hier noch nicht aufgeführt ist? Wir freuen uns über deine Fragen und werden sie gerne beantworten.

H
Redaktion Garten

Als Kind weiß man immer ganz genau, was man später mal werden will – war bei mir nicht anders. Allerdings wurde ich dann weder Schornsteinfeger, noch Astrologe und auch kein Zahnarzt. Stattdessen landete ich als Moderator beim Radio und als Redakteur beim TV. Der Schritt ins Internet war dann nicht mehr weit – so habe ich mich 2008 als Redakteur und Texter selbstständig gemacht. Zu den flinken Fingern gesellte sich noch der Grüne Daumen – Beruf und Leidenschaft lagen nah zusammen. Ich landete schließlich bei Caipi und verbinde nun meine Erfahrungen als Texter und Hobbygärtner. Von meinem Arbeitsplatz aus sehe ich direkt in meinen Garten, was kann es Schöneres geben?

Person gießt Tomaten und Kräuter auf dem Balkon im August mit einer Gießkanne.
Als Nächstes lesen

Dein Balkon im August – ernten, pflegen, nachsäen

Hochsommer in der Stadt, Hochsommer auf deinem Balkon. Ja, du darfst die Sonne genießen, am Nachmittag gemütlich einen Kaffee auf deinem Freisitz schlürfen und laue Abende mit Freunden…

Passt zu diesem Beitrag

Weiterlesen

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Der Saison-Brief

Jeden Sonntag: was diese Woche im Garten dran ist.

Aussaat-Erinnerungen, ein Lieblings-Artikel und ein Tipp aus dem Garten. Kostenlos, jederzeit abbestellbar.

📬 4.200+ Gärtner★ Kein Spam